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Sonata Arctica: Reckoning Night

Strato-who?!
Wertung: 9/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 55:28
Release: 11.10.2004
Label: Nuclear Blast

Wenn ich mit meinen Freunden über diese Band spreche, sage ich eigentlich immer dasselbe: "Ich hab keine Ahnung, warum ich die so gut finde." Und das ist wirklich so, denn diese Art von fröhlichem Power Metal mit lieblichen Melodien ist eigentlich überhaupt nichts für mich. Warum also bin ich schon von Anfang an ein Fan dieser Band? Das werde ich wohl nie herausfinden, aber ist mir andererseits auch herzlich egal.

Sonata Arctica zeigten sich zu Beginn ihrer Karriere so stark von Stratovarius beeinflusst, weswegen ihnen viele keine lange Lebensdauer zutrauten. Dann gab es aber auch ebenso viele, die genau solche Musik hören wollten und sich gerne die Platten der Finnen ins Regal stellten. Mit dem dritten Album "Winterheart's Guild" entwickelte sich dann erstmals so etwas wie ein eigener Stil, was "Reckoning Night" hörbar gut tut.

Das Album zeigt sich sehr abwechslungsreich und birgt sogar einige Überraschungen wie z.B. den Longtrack "White Pearl, Black Oceans", den man fast schon progressiv nennen könnte. Die Band zeigt sich innovativer als in der Vergangenheit, was auch den "typischen" Songs einen gewaltigen Antrieb verpasst. Selbsterklärte Sonata-Hasser müssen zumindest zugeben, dass "Reckoning Night" ein mitreißendes Stück Musik geworden ist und sich nicht mehr auf einen "Strato Rip-Off" beschränken lässt. Sicherlich hört man die Einflüsse bei schnellen Nummern wie "Misplaced" oder "Wildfire" heraus, dem gegenüber stehen aber Nummern wie "The Boy Who Wanted To Be A Real Puppet" oder das live starke Mid-Tempo Stück "Blinded No More". Alles in allem haben die Finnen mit "Reckoning night" ihr nicht nur abwechslungsreichstes, sondern auch schlicht ihr bestes Album vorgelegt.

Der Opener "Misplaced" fällt unter die Kategorie "Das war zu erwarten!". Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass solche Power Metal Platten immer mit einem eingängigen, schnellen Stück beginnen. Mir gefällt hier vor allem der mehrstimmige Gesang und der wirklich gut ausgetüftelte Chorus, der schnell im Ohr hängen bleibt. Der flotte Beginn der Platte wird jedoch gleich wieder von "Blinded No More" ausgebremst. Wie erwähnt kommt die Nummer live sehr gut rüber, aber "aus der Konserve" finde ich sie eher unspektakulär.

"Don't Say A Word" wurde sogar als Single ausgekoppelt und mit einem Videoclip versehen. An und für sich eine gute Entscheidung, auch wenn die Gitarren etwas mehr Druck vertragen könnten. Dafür wartet man auch hier wieder mit einem Chorus auf, der sich ebenso gut auf einem Blind Guardian Album machen würde. Das sehr melodische und interessant betitelte "The boy Who Wanted To Be A Real Puppet" sticht wieder etwas hervor und lässt beim Solo mit einem Queen-artigen Gitarrenklang aufhorchen.

Das absolute Highlight des Albums ist aber natürlich "White Pearl, Black Oceans", welches eine Spielzeit von knapp 9 Minuten hat. Der Song steigert sich langsam, aber stetig und weiß durch schöne, ruhige Stellen zu überzeugen. Doch wenn einmal die Chöre "loslegen", scheint der Track zu explodieren. Spätestens im bombastischen Finale frisst sich der Chorus in den Hirnwindungen fest. Sonata Arctica schaffen es durch geschickte Arrangements den Song nicht zu überladen wirken zu lassen. Wirklich erstklassig!

Die Band hat es mit "Reckoning Night" endlich geschafft, aus dem Schatten ihrer Landsmänner Stratovarius herauszutreten! Und da man sie nun nicht mehr einfach in eine Ecke drängen kann, dürfte der Weg zu höheren Zielen frei sein. Es wird aber interessant werden, ob man dieses Niveau halten kann oder ob man nun das ganze Pulver verschossen hat. Als nächste Veröffentlichung steht aber erstmal ein Livealbum an, das nun schon das Zweite sein wird. Ob das nach vier Alben nötig ist, soll hier nicht weiter interessieren. "Reckoning Night" ist jedenfalls über jeden Zweifel erhaben und enthält keinen wirklich schwachen Song. Fans des so genannten "Melodic Metal" sollten unbedingt reinhören. Was mich wieder zu der Frage führt, warum ich die Band so gut finde! Tja, einige Dinge werden wohl immer ein Geheimnis bleiben...

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