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Sonata Arctica: Live In Finland

Die Band: gut in Form, die CDs: klingen angemessen, die DVD: fehlt
keine Wertung
Genre: Melodic Metal / Power Metal
Spielzeit: 113:45
Release: 11.11.2011
Label: Nuclear Blast

Nicht zum ersten Mal stellt sich das Promopaket unvollständig dar: Eigentlich handelt es sich bei Sonata Arcticas neuestem Output „Live In Finland“ um ein DVD/CD-Bundle, leider aber liegen nur die Audiotracks der CDs vor und diese auch noch nur als lieblose Downloads ohne weitere Informationen. Schade eigentlich, denn so ist es natürlich nicht möglich, ein wirklich adäquates und vernünftiges Review abzuliefern. Fakt ist allerdings, dass sich das, was man in Form der Audiotracks zu hören bekommt, sehr solide anhört. Zugegeben, ich habe die Band seit den letzten beiden Alben ein wenig aus den Augen verloren, weil der Versuch der Finnen, mit „Unia“ und „The Days Of Grays“ progressiver zu klingen, meiner Ansicht nach nur bedingt funktioniert hat – vielleicht rührt dieser Eindruck aber auch daher, dass meine Wenigkeit „Reckoning Night“ nach wie vor für eine großartige Scheibe hält, nach der es den Jungs kaum noch möglich war, etwas Besseres abzuliefern.

Nichtsdestotrotz bietet „Live In Finland“ eine solide, abwechslungsreiche Setlist mit Songs von allen Alben, wobei das letzte mit vier Tracks logischerweise am stärksten vertreten ist. Und tatsächlich zünden die neueren Stücke on stage irgendwie besser als auf Platte – warum auch immer. Der Sound ist sehr überzeugend und unverkennbar live, lediglich Tony Kakkos Stimme steht zu sehr im Vordergrund (dies wird besonders bei „Don’t Say A Word“ deutlich, wo die anderen Bandmitglieder – liebenswert chaotische – Backing Vocals singen, die im Vergleich zum Leadgesang viel, viel leiser sind) – trotzdem geht das insgesamt in Ordnung. Es handelt sich um den Zusammenschnitt von zwei Konzerten, weswegen in der Tracklist einige Songs doppelt auftauchen. Die Tracks der ersten CD sind auch die des Hauptkonzerts auf der DVD, welche allerdings noch fünf weitere Nummern enthält. Der Sänger mit dem kuriosen Nachnamen jedenfalls macht bei beiden Mitschnitten einen stimmlich sehr fitten Eindruck und wirkt gut gelaunt. Letzteres kann man sich wenigstens zusammenreimen, denn die Ansagen sind fast komplett auf Finnisch gehalten. Das mag einige stören, weil sie eben nichts verstehen, ich persönlich finde es nicht schlimm, weil 1.) Finnisch eine Sprache ist, die ebenso wunderschön wie lustig ist (natürlich meine Meinung) und 2.) es eher aufgesetzt wirkt, wenn man im eigenen Land nicht in seiner Muttersprache mit den Fans kommuniziert. Und seien wir ehrlich: Die Ansagen der meisten Mucker sind doch eh 08/15, also was soll’s…

Auch der Rest der Band ist gut in Form, allerdings dürfte wohl bekannt sein, dass es sich gerade bei Keyboarder Henrik Klingenberg und Gitarrist Elias Viljanen um technisch herausragende Musiker handelt. Dennoch habe ich Sonata Arctica als eine in ihren Live-Auftritten qualitativ sehr schwankende Band erlebt (spürbare Lustlosigkeit war das ein oder andere Mal dabei), daher sei dies am Rande erwähnt. Wäre allerdings ja auch schlecht, bei einer Aufzeichnung für eine Live-DVD/CD zu verkacken. Besonders viel Spaß macht das gnadenlos geile „White Pearl, Black Oceans“, sehr schön, dass dieses Miniepos in seiner kompletten Pracht mit in die Setlist aufgenommen wurde, denn auf der ersten Sonata-DVD „For The Sake Of Revenge“ ist es lediglich ausschnittweise zu hören. 

Selbst „Letter To Dana“, ein Song, der mit seinem unfassbar schlechten Text bei mir auch heute noch ein leichtes Fremdschäm-Gefühl auslöst (die meisten Fans des trinkfreudigen Quintetts dürften allerdings wohl anderer Meinung sein und ihn für einen Klassiker halten), kommt mit seinen hübschen Akustikgitarren und sehr emotionalem Gesang Kakkos erstaunlich gut. Die CDs sind also schon mal offensichtlich kaufenswert, bei der DVD kann ich selbiges nur hoffen – gerne hätte ich darüber berichtet, beispielsweise ob Bild und Ton etwas taugen, aber da sie nicht vorliegt, ist das ja leider nicht möglich. 

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann