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Sólstafir: Köld

Wenn Island Klang wäre - so sähe es aus
Wertung: 9/10
Genre: Progressive/Doom/Alternative
Spielzeit: 70:38
Release: 27.02.2009
Label: Spikefarm Records/Soulfood

Island scheint eine ganz besondere Wirkung auf seine Musiker zu haben. Das ahnte man bereits, seit Björk ihren verspulten Pop auf die Menschheit losließ und fühlte sich bei den sphärischen Klangwelten von Sigur Rós darin bestätigt. Auch auf „Köld“, dem neuen Album der ehemals im Viking Metal und nun irgendwo zwischen Progressive und Doom Metal beheimateten Sólstafir, ist der Einfluss der Vulkaninsel deutlich zu hören und zu spüren: Rau und kalt wie die Polarsee; gleichzeitig frei und schwebend wie der Nordwind; immer wieder durchbrochen von Eruptionen, die denen heißer Geysire gleichen, präsentieren sich epische Songs voller Dynamik und Wendungen. Sólstafir scheinen, vor allem anderen, dichteste Atmosphäre schaffen zu wollen, in der der Hörer untertaucht, untergeht, versinkt - ein Unterfangen, das ihnen auf „Köld“ meisterhaft gelingt.

Schon der Opener „78 Days In The Desert“, ein achtminütiges Instrumentalstück, fährt kolossale Gitarrenwände auf, die sich mal hypnotisch, mal stürmisch tobend gebärden. Zudem zeigt der Song das Gespür der Band für einen ordentlichen Spannungsbogen: Immer wieder brechen die Klangmauern auseinander, um sich kurz darauf neu zu formieren. Der nachfolgende Titeltrack führt das Konzept nahtlos fort: Aðalbjörn Tryggvasons etwas gewöhnungsbedürftige, aber passende Stimme kämpft gegen urgewaltige Gitarren an, die plötzlich von einer Orgel abgelöst werden, was die Stimmung des Songs radikal ändert und die Stimme des Sängers zum Schweben bringt, bis erneut die Hölle über Island hereinbricht: Sólstafir erschaffen mit ihren Songs beinahe cinematische Erlebnisse, die die paradoxe Atmosphäre der abgelegenen, „heißen“ Insel mitten im Polarmeer bildlich darzustellen scheinen. So kann man bespielsweise bei „Pale Rider“ den Sänger förmlich vor sich sehen, wie er meterhohen Ozeanwellen ein verzweifeltes „I don’t know where to go“ entgegenbrüllt. Andere Klangelemente des Albums erinnern an stürmische Winde und laue Brisen, zerklüftete Klippen und weite Wiesen, Vulkanausbrüche und einsame Stille. „Köld“ ist ein akustisches Gemälde – und Sólstafir malen mit Tönen.

Das psychedelische, mit scheppernden Glocken hinterlegte „World Void Of Souls“ verleitet geradezu dazu, sich von der jetzt erzählenden Stimme und ständig repetierten, hypnotisch-sphärischen Gitarrenläufen einlullen zu lassen – um nach gut neun Minuten durch ein stampfendes four-to-the-floor Schlagzeug und sich aufbäumende Saiteninstrumente aus der trügerischen Ruhe gerissen zu werden. Beim ersten Hören gleicht dieses „Erwachen“ einer unsanften Weckung mithilfe eines Eimers voll kalten Wassers, so intensiv ist die Trance, in die man sich als Hörer versetzt fühlt.

Umso mehr erstaunt daraufhin die Geradlinigkeit und Direktheit des mit knapp fünf Minuten Länge kürzesten Songs der Platte „Love Is The Devil (And I Am In Love)“: klar erkennbare Struktur mit Strophen und Refrains, Fokussierung auf den Gesang, Melodie statt Klangmalerei. Klanglich sind trotzdem immer noch klar Sólstafir zu erkennen, auch wenn mich der Track interessanterweise stellenweise an die Dänen von Volbeat (!) erinnert.

Wenn schließlich das zwölfminütige Epos „Goddess Of The Ages“ langsam in der Ferne verklingt, fühlt man sich als Hörer, als hätte man soeben einen Rundflug über eine vielfältige, naturbelassene Landschaft beendet. Und aller Wahrscheinlichkeit nach wird man die Repeat-Taste suchen, um sich ein stimmungsvolles, atmosphärisch unnachahmlich dichtes, meditatives und trotzdem rockendes Klangerlebnis erneut zu Gemüte zu führen.

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