Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Sollertia: Light

Die ganz großen Emotionen sollen es sein
Wertung: 6/10
Genre: Progressive Dark Metal
Spielzeit: 56:36
Release: 19.05.2017
Label: Apathia Records

Mit „Light“ liegt das Debütalbum der amerikanischen Dark Metaler Sollertia vor. Sollertia sind zwar eine neue Band, dahinter stehen jedoch erfahrene Musiker, welche bereits bei Ad Inferna und In The Woods… mitwirkten und somit einige Erfahrung einbringen konnten.

Dass der Beginn eines Albums gleichzeitig auch die ersten Akzente setzt, ist bekannt und auch logisch, daher erwartet den Hörer hier im Normalfall auch gleich ein erstes Highlight, mit dem die Band auf sich aufmerksam machen will. Sollertia starten mit einem beklemmenden Synthie-Intro und lassen dann den Opener „Abstract Object Theory“ folgen. Dieser ist musikalisch eher minimalistisch gehalten und besteht zu einem zu großen Teil aus Klargesang untermalt mit Elektrosounds. Naja, ist natürlich alles Geschmacksache, aber der Einstieg ins Album ist suboptimal. Das lässt erstmal für die kommenden neun Lieder Schlimmes befürchten. Zum Glück setzt ab dem dritten Song, „Pascal’s Wager", eine deutliche Steigerung ein und das Ruder des Albums wird nochmal herumgerissen. Den schwachen Anfang kann man damit zwar nicht ungeschehen machen, aber dafür ist die Steigerung umso deutlicher.

Geboten wird dem Hörer auf „Light“ Dark Metal der ruhigeren, trauernden Sorte. Die Vergleiche des Labels mit My Dying Bride und Katatonia treffen insofern zu, als dass der dominierende Klargesang auf „Light“ ebenfalls in die Sparte „Trauergesang“ passt. Angereichert wird dieser in einigen Passagen durch bedeutungsschweres Geflüster („Pascal’s Wager“) und kurz aufflammenden Growls („The Devils Seethe“, „Positive Disintegration“), welche jedoch nicht so recht zum Rest passen wollen und somit eher deplatziert wirken. Der bereits erwähnte vorherrschende Klargesang passt hingegen jedoch gut zu den melodischen Klageliedern und gibt dem Album definitiv einen Pluspunkt. Die Gitarren werden von jeder Menge Keyboardklängen begleitet, die helfen, für die nötige Atmosphäre zu sorgen. Musikalisch könnte man sich vielleicht darüber streiten, ob man hier, ausgenommen die Growl-Passagen, doch eher härteren Rock anstatt Metal geboten bekommt, aber das ist Definitionssache und hat nichts mit der Qualität zu tun.

Man merkt, dass Sollertia sich um die ganz großen Emotionen bemühen, wobei sie es stellenweise etwas übertreiben. Die Klagehymne „Praying At The Chapel Of Perilous“ schafft es beispielsweise zwar eine beklemmend traurige Atmosphäre aufzubauen, lamentiert und trauert aber in immer weitere Höhen, was dann irgendwann doch zu viel ist. „Mathematical Universe Hypothesis“ ist hingegen schon stimmiger, da die Tristesse hier rechtzeitig durch stilistische Wechsel unterbrochen wird und das „Jetzt-übertreiben-sie-es-aber-Gefühl“ in diesem Fall so nicht aufkommt. Am stärksten sind Sollertia während der ganz ruhigen Passagen, nämlich dann, wenn die Instrumentalisierung zurückgefahren und auf das Nötigste reduziert wird, was in diversen Songs (beispielsweise „Positive Disintegration“) phasenweise geschieht, insgesamt jedoch viel zu selten. An diesen Stellen schaffen es die Amerikaner am ehesten, eine leidende Stimmung zu kreieren und Atmosphäre aufzubauen. Ausgenommen hiervon ist der eingangs erwähnte Opener, bei welchem die minimalistische Instrumentalisierung auch nichts retten kann.

„Light“ ist ein atmosphärischer Trauerkloß, der sich stellenweise zu sehr um Depristimmung bemüht. Dass hinter Sollertia jedoch viel Potential steckt, ist klar erkennbar und es liegt insgesamt ein ordentliches Dark-Metal-Album vor, welches seine Anhänger finden wird.

comments powered by Disqus

Vigilance, Erazor & Spiker im Konzert (Essen, Oktober 2017)

„Bisschen Bier, bisschen Headbangen, bisschen Metal“

Insgesamt gelungener Tourauftakt im verregneten Hamburg