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Soldiers: End Of Days

Zu wenige Ideen
Wertung: 3.5/10
Genre: Hardcore
Spielzeit: 34:42
Release: 16.11.2007
Label: Trustkill / SPV

Trotz der anhaltenden Trendwelle von „Wir mischen alles, was wir in die Finger bekommen, mit Hardcore“ gibt es noch einige Vertreter des reinen Hardcore, wie eben auch Soldiers. Das ist Hardcore ohne Weichspülerphasen und Heulsusenattacken, Hardcore ohne Metal, ohne Kompromisse, aber leider auch Hardcore ohne viel Abwechslung. 34:42 Minuten agressiver, brutaler Hardcore aus Long Island, New York.

Soldiers sind trotz gut hörbarer Spielroutine noch nicht allzu lange im Geschäft. Nachdem sich die This Is Hell-Mitglieder Rick Jimenez und Dan Bourke im April 2006 nach einem Nebenprojekt zu ihrer eher melodiösen und massentauglichen Hauptband sehnten, suchte man sich flugs einige Mitstreiter. Rick erinnerte sich an den ehemaligen Bandkollegen Chris Mazella von Subterfuge zurück, der dann auch sogleich den einen Gitarrenposten übernahm. Der zweite, der die fünf Saiten beackern durfte, wurde in Form von Brian Audley von Last Conviction gefunden. Letztendlich holte man sich noch Bassist Andrew Jones von The Backup Plan dazu. Es sieht also alles danach aus, dass Soldiers ein Long Island-Hardcore-Best of-Projekt ist.

Große Namen und Referenzen verhelfen aber leider nur den schon zu diesem Zeitpunkt großen Bands, erfolgreich zu sein. Bei Soldiers habe ich da so meine Bedenken, denn auch mit der Vision, kompromisslosen Hardcore zu spielen, und einem ansehnlichen Katalog von erfahrenen und halbwegs erfolgreichen Bandmitgliedern ist „End Of Days“ nicht die ultimative Scheibe. Gleichförmigkeit, undifferenziertes Geknüppel und nerviges Rotz-Shouten bestimmen die gute halbe Stunde Musik. Eingängig sind trotz dieser Defizite viele Songs.

„Even Worse“ startet gleich mit einer fetten Mosh-Salve in die CD, bevor „Sever Ties“ eher auf Riffs setzt. Das vierminütige „The Reclamation“ benötigt eine Weile zur Entfaltung, und gerade bei diesen ruhigeren Parts merkt man, wie störend der Sänger doch ist, der ohne Rücksicht auf Verluste oder Takte die ganze Platte überschreit. Chor-Gebrüll und schnelles Militärdrumming machen „Decide And Conquer“ aus. „Choosing Revenge“ präsentiert sich schon mit ein wenig mehr Groove, obwohl das Schlagzeug teilweise zu hohl klingt. Ordentliche Bassarbeit bei „Relentless“, aber leider immer noch nichts Innovatives. Gemäßigtes Tempo und im Hintergrund die Kampfansage gibt es bei „ Bound By Defiance (T)“ auf die Ohren, gefolgt vom wieder schnelleren „Damage Is Done“.

Auf nicht einmal eine Minute bringt es „Nothing More, Nothing Less“, dementsprechend ausgefeilt scheint auch die Struktur. „Own Up!“ wäre dann wieder ein Hochgeschwindigkeitsbolzen, wenn der Mosh-Part nicht unplatziert unterbrechen würde. Bei „Since Day One“ probiert der Schlagzeuger noch ein wenig seine Fähigkeiten aus, bevor es mit „Smoke And Mirrors“ in den letzten regulären Song geht. Knackiges Geprügel ohne Umsicht wird dort geboten. Der Bonussong „Living End“ für die Europaausgabe stellt eine gelungene Satire dar. Rap für die Massen und vor allem für die Szene!

Fazit: Die Ideen, welche für „End Of Days“ verwendet worden sind, hätte man auch locker in drei oder vier Songs verpacken und dementsprechend eine hochklassige Hardcore-EP pressen lassen können. Stattdessen haben Soldiers einige gute Ansätze auf mehr als eine halbe Stunde ausgedehnt und überraschen damit wohl niemanden mehr, nicht einmal die Lokalpatrioten von Long Island sollten Soldiers mehr Bedeutung beimessen als den Hauptbands der Projektmitglieder.

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