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Solar Fake: Broken Grid

Für Liebhaber der Stilmixe
Wertung: 9/10
Genre: Elektronik
Spielzeit: 52:4
Release: 01.02.2008
Label: Steamhammer/SPV

2007 war das Jahr der Trennungen: Kate Moss verließ Pete Doherty, Kirsten Dunst Johnny Borrell (Razorlight), Drew Barrymore und Fabrizio Moretti (The Strokes) gingen getrennte Wege und auch Sven Friedrich ist wieder solo anzutreffen. Allerdings im Gegensatz zu seinen Vorgängern rein musikalisch: Letztes Jahr kam der vielbeschäftigte Sänger endlich dazu, sein Electro-Projekt ins Leben zu rufen. Nachdem im letzten Jahr nach einer siebenjährigen Pause die Dreadful Shadows wieder auftraten und ebenfalls die Nachfolgeband Zeraphine auf Tour ging, scheint es unmöglich, in dieser Zeit auch noch ein Soloprojekt auf die Beine zu stellen.

 

Friedrich ist es geglückt:

"Ich trage die Idee eines Elektroprojektes schon lange mit mir herum, bisher fehlte mir die Zeit und vielleicht auch ein wenig der Mut dazu. Im letzten Jahr habe ich dann einfach angefangen, an dieser Idee zu arbeiten. Nach jahrelanger Tätigkeit in Rockbands, die mir wirklich Spaß macht und die ich keinesfalls missen möchte, wollte ich aber trotzdem etwas ganz eigenes, kompromissloses kreieren. Es tut mir gut, mich auszutoben und nur mir selbst Rechenschaft schuldig zu sein. Außerdem bastle ich gern an Sounds und mag elektronische Musik sowieso. Insofern kommt es mir wie der ganz logische Schritt in meinem Musikerleben vor.“

Zugegeben: Es ist ein ungewöhnliches Klangerlebnis, die tiefe Stimme des Sängers, die man nun einmal direkt mit Zeraphine in Verbindung bringt, zu elektronischen Klängen zu hören. Aber wahrscheinlich liegt genau hierin das Geheimnis von Solar Fake: Dass zu den meisten elektronischen Klängen die Stimme genauso verzerrt wird und hier meistens klar gebraucht wird. So zu hören zumindest im Opener “Hiding memories from the Sun”, ein konsequentes Stück mit eingängigen Keyboards, die trotz des eher melancholischen Hintergrunds nicht vollends in den Molltönen versinkt, sondern im Ohr bleibt.

“Stigmata rain” geht trotz teilweise auftretender Gitarrenklänge stärker in die Abstraktion und verzerrt den Gesang passend; noch kompromissloser wird “(You think you’re) Radical”, mit treibenden Bässen und vollständig verzerrter Stimme, die das Lied aber braucht, um eben jene destruktiven Höreindruck zu vermitteln. Ein klarer Gesang, die charismatische Stimme Friedrichs hätte hier wirklich nicht gepasst.

Im Kontrast zu diesem düsteren Song folgt mit “The shield” eine andere Symbiose zwischen Beats und Keyboard, eine eingängige Melodie, die trotzdem noch etwas langweiligt wirkt und viel farbloser noch im Vergleich zum nachfolgenden Cover “Creep” von Radiohead. Während diese Band fast sofort mit Britpop, Muse- oder Coldplayklängen in Verbindung gebracht wird, klingt “Creep” in diesem Cover tatsächlich, als hätten es Greenwood und Co in der elektronisch zerrissenen Version Solar Fake auf den Leib geschrieben. Ein schier unglaubliches Cover.

“I keep my eyes shut” hingegen wird so elektronisch, dass man sich ein wenig an C64 und “I Robot” erinnert fühlt. Der Refrain setzt im Kontrast wieder die tief verzerrte Stimme - und wieder einmal: Eine einprägsame Melodie, ein Tanzrhythmus - Solar Fake gehören in Diskos und auf die Tanzfläche.

“Hero & Conqueror” klingt dagegen fast elektronisch “klassisch”, hier wurde der Elektro nicht neu erfunden und zum Glück bekommt man dazu wieder die gewohnte Zeraphinestimme. Ansonsten versteckt die CD am Ende keine großen Highlights mehr: “Lies” trägt weiter zu einem stimmigen Bild eines Solar Fake-Sounds bei, eine schöne Ballade ist “Your hell is here” geworden. Trotz definitiv treibendem Rhythmus klingt hier Ruhe, vielleicht auch Resignation durch das Keyboard. Friedrichs Gesang dazu sehr warm und tief - ein stimmiges Klangbild.

Wirklich ruhig endet das Album schließlich mit “I can’t remember”, das viel Platz für den fast spährischen Klang lässt.

Fazit: Broken Grid, ein gerissenes Netz, Schutzlosigkeit - mit welchen Folgen auch immer. Eine gefälschte Sonne, zwei Gesichter, das sind die Stichpunkte, die im Hintergrund des Albums standen. Eine Überraschung ist Sven Friedrich mit diesem Debüt in jeder Hinsicht gelungen. Ein Album, das nicht hauptsächlich für Zeraphinefans, sondern für Liebhaber der Stilmixe zu empfehlen ist. Von Synth-Pop bis zu Industrial ist auf diesem Album alles zu hören. Die erste gelungene CD des Jahres!

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