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SOKO Friedhof: Ghosts Of Berlin

Der Tod breitet seine Schwingen aus
Wertung: 8,5/10
Genre: Gothic, Electro, Alternative
Spielzeit: 60:56
Release: 08.11.2012
Label: Von Grafenwald/ Soulfood

Seit 1999 treibt die SOKO Friedhof bereits ihr Unwesen in Berlin und Deutschland. Nun hat das Duo ein ganzes Album der Hauptstadt der BRD gewidmet. „Ghosts Of Berlin“ wird als düstere Reise durch die Metropole angekündigt. Da gilt es, einmal genauer nachzusehen.

Der erste Eindruck, den der Silberling vermittelt, ist sehr kühl und distanziert. Ganz im Stile der Musik, die man auf der Platte erwartet. Und tatsächlich: Sobald die Scheibe im Schacht rotiert, wird man mit „Und ich breite meine Schwingen“ in ein düsteres Großstadtmärchen entführt. Dabei geht es musikalisch nicht so hart zur Sache, wie man zuerst erwarten könnte. Im Stile leichterer Clubsounds arbeitet man sich in die Materie vor.

Auffällig sind die vielen eingespielten (Film-)Szenen. Immer wieder kommen gesprochene Inhalte zur Anwendung. Daneben lebt die Musik vor allem von ihrer Stimmung und Sängerin Maria Von Lilienstein. Sie schafft es mit Leichtigkeit, den eh schon triefend schmachtenden Songs noch einen gehörigen Hauch Vergängnis, Einsamkeit und Kälte hinzuzufügen. Und so sind es vor allem die langsameren, tiefgängigeren Lieder wie „Breathing Together“, die länger anhaltende Spuren hinterlassen. Ähnlich verhält es sich mit „Can You Make Me Whole Again?“. Allein die Melodieführung fesselt hier den Hörer und fängt sämtliche Gedanken ein.

Doch gibt es auch Nummern, die aus dem Rahmen fallen. „Sodomie“ passt zum Beispiel gar nicht in die Reihe der anderen Stücke. Zwar ist die Nummer genauso kalt und unnahbar wie viele der anderen Kompositionen, aber das Lied ist deutlich mehr rhythmusorientiert wie viele der anderen Nummern. Damit lockern SOKO Friedhof die Scheibe deutlich auf und verhelfen wieder zu neuem Schwung. Dieser fehlt nämlich, wenn man das Album als ganzes betrachtet, schon ein wenig. Die meisten Lieder träufeln melancholisch und düster vor sich hin, aber nur selten gibt es wahre Highlights, die sich wirklich einbrennen.

„Everybody Seems“ ist dann so ein Stück, das zum Ende der Scheibe hin dringend nötig war, um wieder Schwung in die Bude zu bringen. Der Sound klingt aber weniger nach Gothic, sondern mehr nach 70er Saturday Night Fever. Wie auch immer, der Titel erfüllt den Zweck des Auflockerns wunderbar und er zeigt auch eine weitere Facette von „Ghosts Of Berlin“. Die am meisten aus dem Rahmen fallende Komposition ist aber das letzte Lied auf der Scheibe. Für Dancefloor-Fans ist das Stück wahrscheinlich wie ein Genickschlag, aber kein Lied auf der Scheibe kann Trauer, Verzweiflung und die Nichtigkeit der Existenz so eindrucksvoll darstellen wie dieser Titel.  

SOKO Friedhof haben ein schönes Album produziert, das zwar nicht mit den großen Platten des Projekts konkurrieren kann, aber auf seine eigenen Art einzigartig ist und so perfekt Stimmungen erzeugen kann, das es beängstigend ist.

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