Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Soko Friedhof: Drom (Mord II)

Ein Fall für Freud, mehr nicht
Wertung: 4/10
Genre: Gothic-Horror
Spielzeit: 48:26
Release: 13.05.2011
Label: Soulfood

Die Sonderkommission ermittelt wieder. Es scheint sich um einen Serienverbrecher zu handeln. Aber Moment: Kann bei einem zweiten Mord schon von einer Serie gesprochen werden? Was genau ermittelt denn die bekannte Soko Friedhof? Richtig, sie ermittelt nun schon im zweiten Fall und das grausiger und blutiger denn je. Wer hier nun der gute Bube und wer der böse ist, sollte sich unter einer genaueren kriminalistischen Analyse herausfinden lassen.

Soko Friedhof wurden in Berlin 1997 von David A. Line (bekannt durch die Band Untoten) gegründet und treiben seitdem ihr Unwesen. Berühmt, berüchtigt tauchen sie immer wieder in den Medien auf. Die vorliegende CD ist nun also der zweite Akt, erst letztes Jahr gab es den ersten Paukenschlag „Mord“. Vorher waren sie bekannt für ihre derben Texte, die teilweise schon jenseits der Gürtellinie aufliefen. Musikalisch war das, was sie lieferten, im elektronischen Sektor zu Hause. Dann, 2010, ließen Soko Friedhof die Bombe platzen. Denn „Mord“ kam im Hip Hop-Gewand daher. Musikalisch für jeden Gothic-Fan also eine echte Ohrfeige.

„Drom“ macht leider an der Stelle weiter. Im Hip Hop-Stil hüpfen die Noten hervor und verstopfen einem direkt die Ohrmuscheln. Dieses Verstopfen ist dann aber wieder ein Glücksfall. Denn so ist einem nicht mehr möglich, die unmöglichen Texte zu hören und zu verstehen. Schon nach dem ersten Song „Look At Him“ - und dann im zweiten Song „Hacke Bei-Heil (Gei-heil)“ erst recht - dreht sich der Magen derer um, die unter poetischen Texten nicht die Gossensprache par excellence verstehen. Das Wort „scheiße“ lässt sich kaum zählen und immer mal wieder hat man den Eindruck, als wäre da jemand in der analen Phase hängen geblieben, oder durfte diese nicht ausleben.

Sigmund Freud hätte sicher viel Spaß bei der Analyse der Texte und seine Couch wäre vermutlich für die nächsten Jahre belegt und ausgebucht. Schade nur, dass dieser sich beim Hören der Zeilen nur träge im Grab umdrehen und nicht selbst Hand anlegen kann.

Wobei, bei Songs wie „Scheisse Wie Du“ und „Hurenband“, könnte es passieren, spiele man diese auf den jeweiligen Friedhöfen, dass Jung und Freud sich die Hand geben und noch einmal auf die Erde zurückkommen. Diese Analyse könnte ihr Meisterwerk werden.

Sich hier auf die einzelnen Stücke zu besinnen, macht leider nur Kopfweh und der Magen dreht sich um. Da die CD kurz vor den ersten EHEC-Fällen veröffentlicht wurde, liegt es nahe zu sagen, dass weder Gurken noch Tomaten Schuld an den Krankheitsfällen sind.

Der Gesang, den wir von David A. Line vor „Mord“ kannten, ist auch hier wieder nicht zu entdecken. Es bleibt bei finsterem Gerappe und das alleine drängt die Gehörgänge nochmals zu. Durchweg möchte man herausfinden, was dahinter steckt. Der Zwang, die CD rückwärts zu spielen und bekanntes Soko Friedhof-Material zu entdecken, ist sehr groß. Aber auch der Wunsch, die CD zu nehmen und auf dem nächsten Friedhof zu verscharren, ist immer wieder vorhanden.

comments powered by Disqus

Wolken mit Gesichtern oder Jesus auf einem Pfannkuchen

Hinzu kommen Borknagar, Wolfheart und Hinayana

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna