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Soilwork: Death Resonance

Eine Retrospektive mit Berechtigung
Wertung: ohne Wertung/10
Genre: Modern Death Metal
Spielzeit: 61:25
Release: 19.08.2016
Label: Nuclear Blast

Schon wieder eine Best-Of? Muss das sein? Zugegebenermaßen gehören Soilwork nicht zu den Bands, die ihre Hörer mit Veröffentlichungen zumüllen, aber trotzdem hat die Ankündigung einer Zusammenstellung immer gleich einen leicht faden Beigeschmack.

 Dass dieser durchaus unbegründet sein kann, das versuchen die Schweden hier zu beweisen. Konzeptionell wurde bei „Death Resonance“ nicht darauf gesetzt, die besten oder beliebtesten Lieder zusammenzupacken, sondern es wurden Stücke ausgepackt, die schwer erhältlich sind. Wieder andere wurden aufgepeppt und neu abgemischt. Zu guter Letzt hat man auch noch zwei komplett neue Songs mit dazu gepackt.

Mit diesen beginnt die Platte auch. „Helsinki“ und der Titelsong sind die beiden Neukompositionen, die auch schnell überzeugen können. „Helsinki“ ist eine wilde Nummer ganz im Stile der Schweden. Keine Sekunde kommen Zweifel auf, von wem der Song stammen könnte. Ganz ähnlich verhält es sich auch mit dem Titelsong der Platte. „Death Resonance“ kann seine Abstammung ebensowenig verheimlichen wie der Opener, im Vergleich mit diesem ist „Death Resonance“ allerdings wesentlich dynamischer, da der Titel viel mehr Tempi- und Stimmungswechsel aufweist als der Vorgänger. Trotzdem kann der Opener punktemäßig mithalten, denn so ein Brett als Eröffnung macht natürlich schon Eindruck.

Nun beginnt eine ganze Reihe an Nummern, die es eher selten zu bekommen gab. Trotzdem, oder gerade deswegen zeigen sich Soilwork hier von ihrer innovativeren Seite, denn die Stücke wurden alle nicht auf Hit getrimmt. Hier überwiegt der Künstlergeist. Im Klartext heißt das, dass man weniger Ohrwürmer, aber dafür deutlich mehr qualitatives Songwriting um die Ohren geballert bekommt. Diese Aussage gilt vom dritten bis zum zehnten Stück der Platte. Herausragend sind die Stücke „These Absent Eyes“ und „Resisting The Current“.

Im Anschluss gibt es noch einige neu gemixte Stücke. Die Reise beginnt mit der 2010er Version von „Sadistic Lullaby“ und sie wird weitergeführt von fünf aktuell neu bearbeiteten Liedern. Das Highlight der Platte sind diese Remixes nicht. Sie machen durchaus Spaß, aber an die Qualität der seltenen Stücke plus der beiden neuen Titel kommt man hier nicht ganz ran.

Ein Fazit für diese Platte zu finden ist nicht ganz so einfach. Prinzipiell handelt es sich zu großen Teilen um einen Neuaufguss schon bestehender Musik. dafür gibt es dicke Minuspunkte. In zweiter Instanz gibt es aber auch zwei komplett neue Songs. dafür gibt es natürlich Pluspunkte. Die Minuspunkte überwiegen aber noch. Die Auswahl der „aufgewärmten“ Songs lässt den Pegel der Pluspunkte aber weiter steigen. tatsächlich haben sich die Schweden Gedanken gemacht, welche Stücke nun wirklich auf der Scheibe landen und haben auch nur relevante und interessante ausgewählt.

Letztendlich liegt es wie immer im Ermessen des Hörers ob die Scheibe sinnvoll angelegtes Geld ist, oder nicht. Wer die komplette Diskografie der Band daheim hat, der braucht hier nicht zuzugreifen. Alleine zwei neue Songs rechtfertigen den Aufwand einfach nicht. In der invertierten Situation sieht es anders aus. Hat man nur eine oder zwei Platten von Soilwork, dann kann sich „Death Resonance“ als kleiner Goldschatz erweisen.

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