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Soilid: Into The Ruins

Eine Abrissbirne!
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal, Metalcore, Modern Metal
Spielzeit: 38:13
Release: 13.05.2016
Label: MDD Records

Soilid kennt man im Rhein-Neckar-Kreis und darüber hinaus mittlerweile. Die Truppe konnte vor knapp vier Jahren mit „Murder Diary“ ein starkes Debüt aufstellen, bei dem moderner, groovender Metal mit Hardcore und Thrash gemischt wurde und Sänger Eddy sich zwischen Schreien und klarem Gesang erstaunlich variabel abreagieren konnte.

Der Sängerposten hat sich gewandelt, mittlerweile heißt der Mikrobeißer Julian und auf dem neuen Album „Into The Ruins“ wird sich deutlich weniger der Melodie und eher dem Abriss hingegeben. Mittlerweile ist die Truppe auf MDD Records beheimatet, hat also ein Label zur Unterstützung im Rücken, das mit Hroptatyr, Ctulu oder Thormesis auch einige starke Black- und Pagan-Truppen in seinem Katalog vorweisen kann.

Wer sich hier also wieder auf melodische Zwischenpassagen eingestellt hat, kann die CD entweder gleich weglegen oder sich zumindest von der Idee verabschieden, auch mal zum Verschnaufen zu kommen. Unglaublich, was die Truppe da an Arschtrittpotenzial zugelegt hat, Sänger Julian lässt keinerlei Zeit, sich an den neuen Zustand zu gewöhnen, die Gitarren braten, der Bass wummert, das Schlagzeug beschwört ein Gewitter herauf – man weiß gar nicht, wo man zuerst hinhören soll. Schon der Opener „Alone“ kloppt einem so dermaßen den Kalk aus den Hirnwindungen, dass man sich ein Grinsen nicht verkneifen kann. Auch schön: Gründungsgitarrist Jörg Killian hat sich breitschlagen lassen, auf der neuen Platte einige Texte und Arrangements beizusteuern.

Basser Joe findet nebenher noch die Zeit, bei Songs wie dem brachialen „Condemned To Bleed“ Hintergrundvocals rauszuhauen, live sicherlich auch ein super Song zum Mitgrölen, ebenso wie das folgende „Welcome Home“ mit seinem übermächtigen Refrain. Aus jeder Zeile, jedem Riff schießt die pure Aggression, kaum ein Vergleich zum Erstlingswerk, bei dem durch den Klargesang immer noch ein Fünkchen Optimismus mit im Spiel war – „Into The Ruins“ ballert erbarmungslos mitten in die Fresse, da hilft auch das halbminütige „Interlude“ mit seinen Kriegsgeräuschen nicht, um mal ein bisschen Atem zu schöpfen, verstärkt es doch eher die düstere Grundstimmung der Platte. Mit schleppenden Riffs bahnt sich dann „You Stay“ einen Weg durch den Dschungel, punkten kann der Track vor allem im ultrafiesen und eingängigen Refrain.

An der vollen Punktzahl schrammen Soilid nur deswegen vorbei, weil Songs wie der Titeltrack kleine Längen aufweisen, die live sicherlich gut ausgebügelt werden können, auf Platte aber ein bisschen den Druck herausnehmen, den die Herren so glanzvoll aufgebaut haben. Insgesamt ist „Into The Ruins“ aber eine absolute Abrissbirne geworden, überraschend stimmig und vor allem hat die Truppe mit Julian einen (nicht mehr ganz so neuen) Sänger am Start, der förmlich aus Aggression zu bestehen scheint. Wer die Band noch nicht live gesehen hat, sollte das spätestens jetzt unbedingt mal nachholen, ich schäme mich auch schon, die Releaseshow verpasst zu haben…

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