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Sodom: The Final Sign Of Evil

Endlich gibt es das komplette Album zu hören
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 49:48
Release: 28.09.2007
Label: Steamhammer/SPV

Vor dreiundzwanzig Jahren begann der Siegeszug von Sodom erst so richtig. Die Band hielt ihren ersten Plattenvertrag in den Händen und die erste Mini LP „In The Sign Of Evil“ wurde aufgenommen. Eigentlich hätte es ja ein vollwertiges Album werden sollen, aber die Plattenfirma „Devil`s Game“ bekam nach den ersten Rohmixen der bekannten 5 Songs der EP kalte Füße. Kein Wunder, war dieser musikalische Output schon recht ungewöhnlich geraten. Die EP gehört inzwischen zu einem „Must Have“ in der Metal Szene. Kultstatus pur. Nun im Jahre 2007 kredenzt uns die Band nun die verloren gegangenen oder besser gesagt die nicht veröffentlichten 7 Tracks.

Da man aber nicht auf die alten angestaubten Kassetten zurückgreifen wollte, besann man sich darauf, noch einmal ein Studio zu entern und die Songs neu aufzunehmen. So weit so gut, aber da würde schon ein wenig des Kultstatus verloren gehen, wenn nun die aktuelle Sodomtruppe die Songs neu einspielt. Also schnappte sich Tom Angelripper seine alten Gefährten Grave Violator und Chris Witchhunter und reformierte für diese Neuveröffentlichung das alte Sodom Line-Up. Heraus gekommen ist folgendes:

„The Sin Of Sodom“ ist der erste wiedergeborene Track. Ja, er hört sich wirklich nach den alten Sodom an. Der Sound ist zwar leider deutlich klarer und eigentlich besser, aber irgendwie auch nicht so richtig passend zu solch einem Kultjuwel. Egal, der Song kommt schön roh und kantig rüber. Böser, gemeiner hassgetränkter Thrash wird hier überzeugend dargeboten. Technische Kabinettstückchen waren anno 1984 nicht drin und wurden nun auch nicht künstlich implementiert.

Dann geht es weiter mit „Blasphemer“ Dazu muss man wohl nichts mehr sagen, wer sich einen richtigen Metalfan aus den Achtzigern nennt, wird diesen Song kennen. Wer erst später dazu gekommen ist, muss hier eh zuschlagen, da es sich hier um einen Pflichtkauf handelt. Was aber auffällt, ist, dass Tom`s Stimme deutlich klarer rüberkommt als beim Original und man nun jedes Wort versteht. Dies liegt an der etwas zeitgemäßeren Produktion, die übrigens der Webmaster der Sodom Homepage, seines Namens Toto, fabriziert hat.

„Bloody Corpse“ weiß mit dem Rest ebenso mitzuhalten und hat es verdient, nun die Aufmerksamkeit zu bekommen, die ihm eigentlich schon 1984 zugestanden hätte. Trotzdem hat er natürlich nicht den Hauch einer Chance, gegen „Witching Metal“ anzustinken. Zu groß ist die Begeisterung über den wiederveröffentlichten Beitrag, welcher auch eine Art Neugeburt einer Metalspielart war.

„Sons Of Hell“ ist dann der nächste, uns 23 Jahre lang vorenthaltene Song. Er besitzt zwar nicht ganz das Tempo von „Witching Metal“, aber trotzdem haut er rein und entwickelt sich zu etwas ähnlichem wie einem Ohrwurm. Jawohl, da kann sich, was die Intensität angeht, so manche Newcomerband ein Scheibchen abschneiden. Und diese Bemerkung ist sicherlich gestattet, da es sich hier songtechnisch um einen Newcomer handelt, halt nur anno 1984!

Das unglaubliche „Burst Command `til War“ hämmert dann wieder durch die Boxen, dass der Nacken in den Highspeedmodus wechselt und die zu kurzen Haare gut gelüftet werden. Zur Hölle mit allen Unkenrufen, die Band bestünde aus nicht wirklich guten Musikern. Was nützt es denn, wenn man technisch perfekt ist, aber keine Songs schreiben kann? Und das haben Sodom schon auf ihrem Debut mehr als eindrucksvoll demonstriert.

„Where Angels Die“ passt gefühlsmäßig irgendwie nicht so ganz in den Reigen. Ein guter Song, aber ich vermute hier mal, dass er aus einer früheren Schaffensperiode als „In The Sign Of Evil“ stammt. „Sepulchral Voice“ nimmt dann wieder Fahrt auf und donnert leicht rumpelig durch die Speaker, wie immer zu jener Zeit ohne jegliche Kompromisse und Absichten, Gefangene zu machen.

Sehr geschickt ist übrigens auch die Anordnung der Songs. Man wechselt sich praktisch, so oft es geht, zwischen unveröffentlichten und altbekannten Songs ab. Aufgrund des schlechten Verhältnisses von 5:7 gibt es dann nun zwei „neue“ Songs hintereinander. Als erstes bekommt „Hatred Of The Gods“ sein Outing. Yeah, der Song hätte damals ebenfalls das Zeug gehabt, zur Sodom Hymne zu geraten. Der Song besitzt den Groove, welchen Sodom auch später in Songs wie z.B. „Remember The Fallen“ eingefangen haben. Jawohl, auch live sollte der Song anno 2007 gehörig in die Familienjuwelen treten.

„Ashes To Ashes“ hat zwar nicht den Groovefaktor, kann aber auch so Pluspunkte sammeln. Jawohl, hier wird kräftig gerockt und das ist auch gut so. Toll sind, gerade bei diesem Song, auch die etwas kontraproduktiv wirkenden Gitarrenparts, welche den Song kurzfristig ein wenig ausbremsen.

Kommen wir dann leider langsam zum Ende der Scheibe. „Outbreak Of Evil“ hat zwar deutlich an Charme verloren, da die Vocals hier viel unspektakulärer als beim Debut rüberkommen. Trotzdem kann einen solchen Song nichts wirklich etwas anhaben. Es hört sich irgendwie nach einer Liveaufnahme des Klassikers im Studio an.

„Defloration“ beendet dann diese mit Prädikat „Besonders Wertvoll“ auszustattende Veröffentlichung. Kann nicht ganz die Klasse des ersten und des neunten Songs aufweisen, ist aber dennoch mehr als nur hörenswert. Auch wenn mir hier ein wenig Kreator in den Sinn kommt. Ich würde auch hier mal darauf tippen, dass der Song aus einer früheren Zeit stammt.

Fazit: Eigentlich müsste man darüber nachdenken, das Label Devil`s Game zu verklagen. Warum? Na, ist doch logisch: Wer solche Perlen über zwei Dekaden der Menschheit vorenthält, der muss sich doch strafbar gemacht haben. Nein im Ernst, endlich bekommen wir das komplette „In The Sign Of Evil“ Album. Der Sound ist zwar fast schon ein wenig zu gut und die alten bekannten Stücke verlieren ein ganz klein wenig von ihrem verrauchten, verdreckten Charme, aber auch wenn es keine technischen Highlights sind, diese Kultsongs sind es und werden es immer bleiben. Ob die neu veröffentlichten Tracks diesen Status bekommen werden, ist schwer zu sagen, denn dafür sind sie etwas zu spät dran. Das Potenzial haben sie auf jeden Fall.

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