Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Sodom: Sacred Warpath

Nichts für Weicheier
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 19:14
Release: 28.11.2014
Label: Steamhammer / SPV

Jetzt ist es also so weit. Tom Angelripper ist sauer. Seinen Kumpanen Bernemann und Makka geht auch die Galle über. Jetzt mag man sich fragen, was mit den drei sympathischen Ruhrpott-Thrashern denn los ist – eigentlich läuft es für Sodom ja eben nicht gerade schlecht.

Das Problem ist auch ganz anderer Natur. Die Band macht sich nämlich Gedanken, wie wir Menschen mit uns und der Welt umgehen. Dass dabei nicht viele gute Gedanken dabei rauskommen dürften, ist wohl selbsterklärend. Wenn man sich dann noch anschaut, mit welcher Zielstrebigkeit die Menschheit ihr eigenes Grab aushebt, dann muss man eigentlich stinksauer werden. Richtig obermegastinksauer. Und so werden Sodom auf ihrer neuen Platte klingen; zumindest wenn man von dieser Auskopplung auf das kommende Album schließen kann. „Sacred Warpath“ ist ein für Sodom-Verhältnisse ziemlich rauer und düsterer Song. Tom klingt unmenschlich metallisch und wirklich unglaublich aufgebracht. Zusätzlich vermittelt das Stück eine sehr düstere und unwirkliche Stimmung. Vor allem der Akustikteil in der Liedmitte malt eine düstere Szenerie. Wie ein Atompilz zum Beispiel. Faszinierend und aus der Ferne zuerst ungefährlich. Dennoch ist er ein Zeichen eines grausigen Todes.

Die Band hat recht, wenn sie behauptet, Sodom hätten seit Ewigkeiten (oder sogar noch nie) so düster geklungen wie gerade im Moment. Man darf also wirklich gespannt sein, wie das folgende Album klingen wird und ob sich diese angestaute Aggression über das komplette neue Werk ausbreiten wird.

Zusätzlich zu dem einen neuen Song gibt es drei Liveaufnahmen, die 2014 in Deutschland angefertigt wurden. Sie strahlen in bewundernswerter Qualität und zeigen, dass Sodom nach wie vor keinen Biss verloren haben. Im Gegenteil: Es macht den Eindruck, dass das aktuelle Trio ganz gut miteinander kann. Zumindest scheint sich Drummer Makka ganz gut in die Band integriert zu haben.

Empfehlenswert ist die Scheibe natürlich in erster Linie für die Vinyl-Sammler. Die Scheibe kommt als 10" Clear-Vinyl und ist auf 1000 Exemplare limitiert. Doch auch auf CD kann man die EP (eigentlich ist es ja eine Single mit nur einem neuen Stück und drei Livesongs) erhalten. Das Cover hat Tom in den Achtzigern für ein Demo entworfen und nun wurde es von einem Künstler in Öl nachgemalt.

Die Scheibe muss man nun nicht unbedingt daheim haben, aber wenn man schon mal ein Ohr auf die kommenden Sodom-Sachen haben möchte, dann sollte man vielleicht trotzdem mal reinhören und staunen. Denn staunen wird man mit Sicherheit. So viel Power und Härte hätten bestimmt einige den Dreien nicht mehr zugetraut.

comments powered by Disqus

Die High- und Lowlights der Redaktion im vergangenen Jahr

Von ausgelassener Stimmung, Perfektion und einer fetten Panne

"Ich mache im Grunde all das, worauf meine Kollegen bei Ctulu keinen Bock haben und was immer schon mal aus mir raus musste."

Überraschungen zum 30-jährigen Geburtstagsrausch

Wer hat Angst vorm Saxophon?

Von Gänsehautmomenten bis hin zum Circle-Pit

Starkes Debüt, welches nach einer baldigen Wiederholung schreit

„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“