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Sodom: In War And Pieces

Bitte festhalten, es wird holprig!
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 47:10
Release: 19.11.2010
Label: SPV

Wenn man im Ausland Metaller nach deutschen Bands fragt, so fällt unweigerlich unter den ersten Nennungen auch der Name Sodom. Die Combo aus dem Ruhrpott mit der Frontkampfsau Tom Angelripper an Bass und Mikro hat sich in fast drei Jahrzehnten Weltruhm erspielt. Wird in Norwegen der Black Metal als Hauptexportgut angegeben, so kann man hierzulande durchaus behaupten, dass der Metal zumindest aus kultureller Sicht eines der wichtigsten Exportgüter ist. Ein paar wenige Thrash Metal-Bands sind daran maßgeblich beteiligt und Sodom ist eine der wichtigsten.

Mit „In War And Pieces“ veröffentlichen die Gelsenkirchener bereits ihr dreizehntes Studioalbum. Auch auf der neuesten Scheibe befasst sich die Band mit dem Missbrauch von Macht. Die Band hat noch nie ein Blatt vor den Mund genommen und so prangert sie auch dieses Mal wieder Arroganz, Habgier, Fanatismus und Unterdrückung an. Die offensiven Texte lassen kaum Spielraum für Fehldeutungen. So sollte dieses mal auch die Fraktion, die Sodom immer wieder als kriegsverherrlichend hinstellen möchten, ruhig bleiben, wenn sie sich nicht völlig lächerlich machen möchte. Den laut Tom Angelripper fetten, brutalen und offenen Sound hat maßgeblich Waldemar Sorychta zu verantworten. Der Produzent, der unter anderem schon mit Grip Inc. und Enemy Of The Sun gearbeitet hat und selbst ein begnadeter Musiker ist, hat vor allem beim Gitarrensound ganze Arbeit geleistet. „In War And Pieces“ hat natürlich einen schweren Stand, muss sich das Album doch mit Klassikern wie „Agent Orange“, „Code Red“, „M-16“ und „Obsessed By Cruelty“ messen. Damit hat die Scheibe aber gar kein Problem.

Der Opener und gleichzeitige Titeltrack „In War And Pieces“ schruppt mit ultraschweren Gitarren den Rost aus den Gehörgängen und der verzweifelt aggressive Refrain weckt Tote auf.

Das drei Minuten umfassende Old School Thrash Metal-Stück mit dem zärtlichen Titel „Hellfire“ zeigt, dass die Gruppe keineswegs müde ist. Hier wird der Thrash in seiner reinsten Form zelebriert.

„Through Toxic Veins“ erinnert am Anfang irgendwie an Blind Guardian. Doch nach 40 Sekunden Spielzeit nimmt der Titel die Maske ab und zeigt seine widerliche, hässliche Fratze. Auch hier dominiert das rhythmusorientierte Gitarrenspiel über lange Strecken. Eine echt gelungene Bridge und ein aberwitziges Solo runden den Song ab.

Eine weitere Up-Tempo-Nummer ist das brutale „Nothing Counts More Than Blood“. Die Aggression, die in diesem Lied steckt, ist beinahe greifbar.

Mit einer Spielzeit von fünf Minuten und acht Sekunden ist „Storm Raging Up“ das drittlängste Stück auf „In War And Pieces“. Bemerkenswert ist vor allem der schon fast furchteinflößende Refrain.

„Feigned Death Throes“ beinhaltet die coolsten Versparts auf der CD. Eine stellenweise etwas ruhigere Nummer mit einem ganz eigenen Charakter und hohem Wiedererkennungswert.

Sehr rockig kommt „Soul Contraband“ daher. Der sehr rhythmische Titel mit den eingestreuten Blast Parts ist 100% Sodom. Ein cleanes Gitarrenintro leitet „God Bless You“ ein. Das Stück erinnert ein wenig an Megadeth, bevor es richtig in die Vollen geht. Dieser Titel ist einer der außergewöhnlichsten auf diesem Album. „The Art Of Killing Poetry“ schwenkt dann aber gleich wieder ins bewährte Muster um. Etwas langsamer, aber genauso mächtig wie die Vorgänger, walzt der Track alles nieder.

Der einzige in deutsch gehaltene Text auf „In War And Pieces“ gehört zu „Knarrenheinz“. Hier wollte Tom Angelripper dem Maskottchen der Band einen Auftritt geben. Schließlich ziert der Heinz ja auch das Cover. Die abschließende Nummer, „Styptic Parasite“ ist dann noch einmal stellenweise recht rockig ausgefallen. Der Titel rundet das Album perfekt ab.

An „In War And Pieces“ kommt außer HIM-Hörern und sonstigen Warmduschern keiner vorbei. Live sind Sodom eine Dampfwalze und den Eindruck unter genau dieser platt gewalzt zu werden vermag dieses Album zu vermitteln. Für Thrash Metal-Fans gibt es keine Ausreden, diese Scheibe nicht zu besitzen.

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