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Sodom: Decision Day

Verändere niemals ein Siegerteam!
Wertung: 8,5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 55:31
Release: 26.08.2016
Label: Steamhammer / SPV

Und schon schlagen sie wieder zu. Das deutsche Ur-Thrash-Trio Sodom haut wieder auf die Kacke, dass es nur so spritzt. Tom Angelripper, Bernemann und Makka Freiwald zementieren die nächste Platte ein und liefern abermals beachtliches Material auf den Plattenteller. „Decision Day“ kommt bei elf Songs auf eine Spielzeit von fast einer Stunde, was schon ganz ordentlich ist. Jetzt muss die Stunde nur noch mit guter Musik gefüllt sein. 


Das ist sie auch. Wie zu erwarten donnern die drei Recken vom ersten Schlag an voll los. Damit vollziehen sie natürlich keine Rückbesinnung auf alte Tugenden oder ähnliches. Sodom machen einfach, was sie praktisch immer machen: erst schießen, dann fragen. Das System funktioniert auch nach vielen Jahren elegant reibungslos. Wer auch nur im Entferntesten etwas mit der Band anfangen kann, der wird sich dem Trieb, immer lauter zu machen, nur schwer erwehren können. 

Es ist auch kein großes Wunder. Die ersten sechs Songs donnern gnadenlos aus den Boxen und erst mit Titel Nummer sieben gehen die Thrasher ein bisschen vom Gas. Von einer Bremsung kann allerdings keine Rede sein. Die Musik wird etwas langsamer (im späteren Verlauf dynamischer), dafür auch düsterer und noch eine Ecke wuchtiger.

Es kann natürlich ein gewisses Wunschdenken des Autors sein, aber „Decision Day“ macht den Eindruck, als würde Bernemann sowieso, aber auch Makka mehr in den Writingprozess eingebunden sein, oder besser formuliert: Die Platte klingt so stark nach Teamwork wie selten eine Sodom-Scheibe. Vor allem sind die Instrumentalparts dieses Mal sehr stark untereinander verwebt. Man spielt sich gegenseitig den Ball für kleinere und auch größere Soloparts zu, was dem Songfluss schon sehr zuträglich ist. Außerdem gibt es mehr kleinere Solomomente als ausgedehnte Alleingänge, was den Teamcharakter noch eine Ecke mehr intensiviert.

Im Großen und Ganzen kann man von einer Typischen Sodom-Scheibe sprechen, die ihre zwei richtigen Reißer bietet („Decision Day“, „Vaginal Born Evil“) und sich auch sonst keinen Ausfall leistet. Damit reiht sich die Scheibe wunderbar bei den Platten der letzten zehn Jahre Bandgeschichte ein.

Natürlich könnte man jetzt auch lästerlich annehmen, dass bei Sodom einfach die Luft raus ist und sie kontinuierlich ihren gleichen Stiefel weiterfahren. Anders betrachtet: warum sollte man ein funktionierendes System verändern?

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