Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Sober Truth: Outta Hell Special Edition

Für Die-Hard-Fans okay, ansonsten eine Frage des Geldes
keine Wertung
Genre: Heavy Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 65:22
Release: 23.09.2011
Label: Bret Hard Records

Special Editions, Limited Editions, Deluxe Editions – all das und noch viel mehr kann der kaufwütige Musikfan im Netz und im Laden erstehen. Seien es Alben, denen eine Live-DVD als Bonus zugefügt wurde, Re-Releases, deren Klangqualität nachdrücklich verbessert wurde oder einfach Konsumfänger, die vielleicht einen neuen Song beinhalten; wer sein Geld auf Teufel komm raus loswerden will, hat hier gute Chancen, mit komplett leeren Taschen zurück nach Hause zu kriechen.

Die „Ab-geht-die-Post“-Metaller Sober Truth bringen gerade mal zwei Jahre nach dem Release ihrer Scheibe „Sober Truth“ ebenfalls eine Special Edition heraus. Sowas muss natürlich genauestens beschnüffelt werden: Wie fällt die Klangqualität aus? Gibt es Remixe? Oder womöglich neue Titel als Boni? Und: Hat man sich wenigstens die Mühe gemacht, ein neues Cover zu verwenden? Letztere Frage kann man nach einem kurzen Lachflash mit „ja“ beantworten: Statt der rot umwölkten Landschaft auf der ursprünglichen Platte stieren einem jetzt die vier Gesichtchen der Bandmitglieder entgegen. Schlecht gemacht ist das Cover definitiv nicht, nichts sieht billig aus – darüber kann man sich also schon mal nicht beschweren.

Auch die in der Redaktion hochgelobten Anspieltipps wie „My Life“ oder der Titeltrack sind wieder mit von der Party. Am Sound konnte man schon beim Ursprungswerk nicht herummeckern, schließlich hätte die Truppe es sonst damals nicht auf beneidenswerte 8,5 Zähler gebracht. Zwar ist der Anti-Anspieler „Victim“ auch wieder mit am Start, aber es gibt sicherlich Leute, die selbst diesen Track mögen – obwohl er auch zwei Jahre später noch nicht so recht zur restlichen Musik der Band passen mag.

„Taste“ war auf der alten Ausgabe gleich zweimal vertreten – einmal als „New Taste Mix“ und einmal gefeatured von einer jungen Dame, die zusammen mit Sänger Torsten eine leicht kitschige, aber schöne Ballade fabrizierte. Hier kommt der Track immer noch sehr gänsehäutig daher, obwohl im Refrain fast ein bisschen schräg gegrölt wird – aber genau das ist eines der Geheimnisse von Sober Truth: Trotz schiefer Tonlagen klingen die Songs geil.

„F.R.E.A.K.“ leitet dann die Riege der Songs ein, die sich neu auf die Tracklist dazu gesellt haben. Auch hier weiß man im ersten Moment wie so oft nicht, ob man das Stück gut finden soll oder nicht – die Gitarren brutzeln gemächlich vor sich hin und Torsten verlangt seiner Stimme von klarem, fast opereskem Gesang bis hin zu Schreien mal wieder alles ab. Auch „Repression“ ballert aus allen Rohren: Da wird das Drumming zur Königsdisziplin erhoben und Torsten klingt mit leicht verzerrter Stimme wieder ein bisschen nach Serj Tankian. Ähnlich verhält es sich mit dem finalen „Painless“ – der Sound ist knackig, es wird im Refrain auf Stakkato gesetzt, der dem Ganzen natürlich noch mehr Feuer unterm Arsch macht. Ein schöner Abschluss.

Fazit: Punktetechnisch könnte man die Special Edition durchaus in der Region ansetzen, die das ursprüngliche Album auch erhalten hat, allerdings stellt sich hier überhaupt die Frage nach dem Sinn und Zweck dieser Veröffentlichung. Hier wäre es fast intelligenter gewesen, die vier neuen Tracks auf eine EP zu packen oder – um den Geldbeutel der Fans noch mehr zu schonen – mit deren Herausgabe bis zum nächsten Album zu warten. Für Die-Hard-Fans von Sober Truth könnte sich die Anschaffung aber wegen der neuen Songs beziehungsweise der teils neuen Versionen (wie beispielsweise „Taste“) und des neuen Covers lohnen.

comments powered by Disqus

„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“