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Sober Truth: Locust ? Lunatic Asylum

...aufregend anders...
Wertung: 8,5/10
Genre: Groove Metal
Spielzeit: 46:49
Release: 17.02.2017
Label: TaktArt Records

Das Metalband-Leben ist manchmal richtig ungerecht, vor allem wohl aus der Sicht von Sober Truth-Frontmann Torsten, denn kaum hauen die Siegburger 2010 mit „Outta Hell“ den zweiten Longplayer raus und stellen die Weichen auf „jetzt aber“, zumal mit „New Slavery World“ ja auch noch ein gelungener Zwischenschritt 2014 auftauchte, und schon fangen die Personalprobleme an, sodass erst 2014 an den Drums Samir (ex-Chronic) eingearbeitet werden musste, 2016 folgte dann Jules RoCkwell, die an den Tieftöner quasi wie die Jungfrau zum Kinde kam, denn eigentlich war sie als Mercherin ins Bandgefüge integriert, debütierte aber bei einem Gig im Wuppertaler Underground im März 2016 und ist nun fest auf dem zuvor vakanten Platz gebucht. Nun ja, insgesamt dauerte es also bis zum Release dann gute sieben Jahre, nun aber ist „Locust ▽ Lunatic Asylum“ eingetütet und macht es dem Rezensenten sowie den HörerInnen recht schwer, eine Schublade zu finden, sodass man auf die schwammige Bezeichung „Groove Metal" zurückgreifen muss, was einmal alles oder auch nichts bedeuten kann.

Schwierig homogen, so könnte eine Kurzzusammenfassung ebenfalls lauten, denn bei aller Sperrigkeit knüpfen Sober Truth immer wieder sauber ihren roten Faden und haben gleich mehrere Wiedererkennungsmerkmale eingebaut, was im Wesentlichen aber auch an der Stimme von Sänger Torsten liegen wird, der wie im Anspieltipp „Murphys Law“ locker von fauchend über Klargesang bis zu Growls pendelt und dabei nicht einmal das Gefühl vermittelt, dass er nicht weiß, was er da macht. Zusätzlich hat dieser Song ja auch schon seinen Feinschliff in diversen Liveshows bekommen, sodass der Track glatt als Aushängeschild durchgeht, wobei der aggressive, mit reichlich Doublebass gewummerte Anfang fast schon ein wenig zu sehr über den anschließend fetten Groover mit abwechslungsreichem Gesangsarragement hinwegtäuscht.

Viele Akzente sorgen also für den roten Faden. So ist es auch immer wieder die Leadgitarre mit ungewöhnlichen Arrangements, die wie in „Paragon“ (hat einen nicht geringen Anteil an dem sich selbst ausgelobten Dark Rock mit leicht progressivem Grundgerüst) immer wieder Akzente setzt, so auch in „Welcome To Majula“, wo immer wieder die Klampfe herrliche Farbtupfer setzt und dem fast schon eingängigsten Stück – Torsten deckt von gehauchtem Flüstern bis aggressiven Shouts alles ab - einen hohen Wiedererkennungswert verpasst. Derbe Shouts wie fast im Thrashbereich wechseln sich mit Growls ab und sorgen zum fetten sowie eingängigen Groove-Einstand „Leave The Locust In The Lunatic Asylum“ und den kraftvollen Doublebass-Sequenzen ein erstes erstauntes Grinsen, aber auch das zuerst nicht zünden wollende „Cold Chapter“ saugt verzögert die Bandtrademarks auf und entwickelt sich nach und nach zu einem fesselnden Groover mit Langzeitwirkung. Wer es lieber wieder ein wenig sperriger und trotzdem eingängig genug mag, der lausche zu den „My Enemy“-Klängen, wo Aggression und Groove Note in Note agieren.

Die vier SiegburgerInnen setzen sich zwar mit „Locust ▽ Lunatic Asylum“ gerne zwischen gleich mehrere Stühle, doch da fühlen sie sich so wohl, dass sie einen überzeugen, sich gleich mal dazu zu setzen. Natürlich muss man schon eine gewissen Bereitschaft zeigen, sich mit einem Album auseinanderzusetzen, doch der dritte Full-Length-Rundling dankt es mit einer sehr gut abgestimmten Mischung aus Groove, Aggression und Leidenschaft - aufregend anders.

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