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Soapbox: Lost Gravity

Ein guter Schritt nach vorne
Wertung: 6/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 27:4
Release: 16.03.2007
Label: Noisepollution

Back to the Odenwald: Jan Siefert (Gesang, Gitarre), Henrik Petersen (Gitarre), Timo Kumpf (Bass) und Sven Schidt (Schlagzeug) melden sich nach längerer Pause mit ihrer neuen EP “Lost Gravity“ zurück.

Die 1999 gegründete Formation veröffentlichte bisher drei Eigenproduktionen und verewigte sich auf gut einem Dutzend Sampler-Compilations. Merklich vom rauen Grunge-Sound beeinflusst, entwickelten sich die Jungs aber mehr und mehr in Richtung Alternative Rock. Somit schlugen Soapbox auch vermehrt ruhigere Töne an. Töne und Melodien, die ein dichtes Kokettieren an Atmosphäre und lang ausgespielten Instrumentalpassagen darstellt. Entsprechend positive Live-Erfahrungen sammelten die Odenwälder u.a. als Vorgruppe von Szene-Übergreifenden Bands wie Amplifier, Blackmail, Mother Tongue und Harmful. Demzufolge wundert es auch nicht, dass Soapbox passend zum Release ihrer “Lost Gravity“ - EP wieder auf eine kleine Deutschlandtour gehen. Dieses Mal allerdings mitnichten als Support-Act, sondern als ihr ganz eigener Headliner.

Die insgesamt fünf Songs auf “Lost Gravity“ geben sich im Grunde recht gediegen und fallen definitiv nicht „mit der Tür ins Haus“ (wie man doch im Volksmund so schön dazu sagt). Soapbox haben ihren 4/4 Takt fest im Griff und tendieren akustisch mehr in die anspruchsvolle Artrock Ecke. Dementsprechend sollte man dem 27-minütigen Gesamtwerk ruhig öfters mal eine Chance einräumen, um im heimischen CD-Player seine Runden drehen zu können.

Die EP beginnt mit dem rockigen (aber leicht melancholischen) “Raindrops on Baghdington“, welches von seiner gesamten Grundeinstellung nicht selten an die schwedischen Gothic-Metaller von Katatonia erinnert. Nach diesem vierminütigen und gelungen Eröffnungsgut folgt mit “The Hill where I lay“ das zweitlängste Stück auf “Lost Gravity“ (sechseinhalb Minuten). Auch hier setzt man wie schon beim Vorgänger “Raindrops on Baghdington“ auf eher schwerfällige und getragene Kost. Allerdings drängen sich die Gitarren nur in finalen Solopassagen in den Vordergrund und Jens Siefert´s behutsame Stimme präsentiert sich als makelloses Sprachrohr des Songs.

Weit weniger bedeckt gibt man sich hingegen bei den beiden Nachfolgern “Happyless“ und “Wast and Whine“. Hier weicht die anfängliche Grundmelancholie mehr druckvollen Einsätzen von klassischen Rockinstrumenten. Auch klingt Jens Siefert´s Gesangsstrophe nun mehr nach Eddie Vedder von Pearl Jam. Allerdings passen die ausgeglichenen Harmonien bei diesen beiden Songs nicht mehr ganz so gut zusammen, wie es noch zu Beginn bei den ruhigeren Titeln der Fall war.

Der abschliessende Track “Take off / Space“ ist insbesondere Liebhabern monumentaler (Instrumental-)Rockmusik ans Herz gelegt. In über neuneinhalb Minuten Spielzeit präsentieren uns Soapbox ein Opus, das nicht minder anspruchsvoll ist, aber dafür wieder erfolgreich hypnotisierende Agonie verbreitet (ohne dabei aber jemals depressiv oder theatralisch zu wirken).

Mein Fazit: Somit sei am Ende also gesagt, dass die vier jungen Herren von Soapbox einen guten Schritt nach vorne gemacht haben. Zwar ist die EP natürlich nicht perfekt, aber für die allererste professionelle Studioarbeit kann man dem motivierten Quartett nur positiven Respekt zollen. Bestellt werden kann “Lost Gravity“ für gerade einmal 7€ übrigens direkt auf der Bandpage www.soapbox-online.de

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