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Soapbox: 5 Seconds Away…

Wenn die Nostalgie zuschlägt…
Wertung: 8.5/10
Genre: Grunge Rock, Alternative Rock
Spielzeit: 22:40
Release: 01.08.2002
Label: Noisepollution Records

Man stelle sich folgendes Szenario vor: In der guten alten Zeit zwischen dem 14. und dem 16. Lebensjahr macht man seine ersten Konzerterfahrungen mit lokalen Bands, eine davon mit Namen Soapbox. Die Band sieht man nur einmal live, aber ein Track namens „White Window“ brennt sich unwiderruflich ins Hirn ein – eine Zeit später sucht man das gute Stück im Internet und wie so oft geht der Track auf irgendeiner MP3-CD verloren. Zeitraffer, sieben Jahre später: Beim Stöbern im Stammplattenladen findet man die CD „5 Seconds Away…“ von Soapbox. Letzter Posten auf der Tracklist: „White Window“…

Solche Zufälle sind es, die einen gestandenen Musikfan in die Knie zwingen und ihm Tränen der Begeisterung in die Augen treiben. In meinem Fall, dem Fall der Soapbox-Platte, musste ich vor Begeisterung einen Schrei loslassen, der beinah die restliche Kundschaft vertrieben hätte. Zwar ist das gute Stück bereits neun Jahre alt und die Band inzwischen aufgelöst, dennoch muss man nur die EP einlegen, die Augen schließlich und fühlt sich wieder wie damals.

Die 2006er EP „Lost Gravity“ schaffte damals beim The-Pit.de-Kollegen übrigens nur sechs Zähler, obwohl ein positives Fazit gezogen werden konnte – vier Jahre früher nisten wir uns jetzt mit „5 Seconds Away…“ ein und direkt zu Beginn wird klar, woraus das Quartett hier seine Kreativität bezieht: Grunge Rock all over, ein bisschen Alternative Rock als Garnitur und die durchaus mit Wiedererkennungswert bestückte Stimme von Gitarrist Jens, mehr braucht man auf den fünf Tracks nicht.

Bereits der Opener „Magma“ lädt zumindest zu ersten Headbangintermezzi ein, die prägnante Gitarre frisst sich in den Gehörgang und Drummer Sven unterlegt das Ganze mit düsteren Beats. Einzig die Snares klingen etwas zu blechern, aber daran muss man sich nicht unbedingt aufhängen. Ein bisschen was von Godsmacks Sully Erna schleicht sich da in die Stimme, macht sie einen Tick weniger sanft und gibt dem Track einen drohenden Unterton. Das folgende „One Sided“ schlägt da schon ruhigere Töne an: Perlende Gitarren und die hynotischen Rhythmen, die Soapbox so unverwechselbar machen, vermischen sich mit Jens’ ruhigem Gesang. Ein schöner Track, zu dem auch die teils saftigeren Gitarren recht gut passen.

„Sky Taxi“ veranschaulicht dann noch mal, dass die Jungs sich so schnell in keine Schublade stecken lassen wollen. Leicht Flamenco-artige Rhythmen leiten den Track ein, gefolgt vom typischen Soapbox-Gitarrenklang und Jens’ mit leichtem Hall versehener Stimme. Zu guter Letzt und als packendes Finale: „White Window“. Wenn man einen Song unglaublich geil fand und ihn dann jahrelang nicht gehört hat, besteht ja zwangsweise die Gefahr, dass man enttäuscht wird – nicht so in diesem Fall. Der Track hat nichts von seiner hypnotischen Wirkung verloren, im Gegenteil, ich hatte die Soundqualität sogar wesentlich schlechter in Erinnerung und bin daher eher positiv überrascht. Mit knapp sechs Minuten markiert der Song den längsten der EP, ohne auch nur eine Sekunde lang fad zu werden.

Fazit: Soapbox haben seinerzeit mit „5 Seconds Away…“ ein kleines Monument in Sachen deutschem Grunge Rock geschaffen, ohne so depressiv zu wirken wie viele andere Genrevertreter. Stattdessen kommen die fünf Tracks zwar teils wirklich düster, aber irgendwie hoffnungsvoll daher und markieren zumindest für die Schreiberin dieser Zeilen nahezu ein Manifest der Jugend.

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