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Snakewine: Serpent Kings

Geerdet ehrlich
Wertung: 7,5/10
Genre: Hard Rock/Heavy Rock
Spielzeit: 30:42
Release: 31.10.2015
Label: Phonector

Manchmal muss es nicht der nächste große Hype sein, manchmal muss man nicht auf Teufel komm raus auf hip machen oder auch auf Biegen und Brechen so lange an Songs herumfeilen, bis sie verkopft langweilig und überfrachtet werden. Damit haben Snakewine ganz sicher nichts zu tun, hier wird lieber die verschwitzte, nach Proberaum duftende Jeansweste herausgekramt, der Gitarrenkoffer hinter sich hergeschlörrt, die Klampfe eingestöpselt und erdig mit reichlich Rock'n'Roll-Esprit drauflos gezockt, ob als ob morgen der Groove verloren ginge. Hard Rock mit einer Prise Heavy und noch mehr Southern- und Blueszutaten bieten die Saalfelder aus Thüringen an und setzen dabei eher auf durchgehende Authentizität denn auf modische Randerscheinung, schließlich will man sich auch in den nächsten Jahren noch selbst im Spiegel betrachten können.

Natürlich könnte man jetzt losmeckern, dass „Serpent Kings“ recht arm an den berühmten Ausreißern nach oben ist, dafür gibt es aber auch keine Ausfälle, einfach nur solide ist auch zu wenig und würde es eigentlich ganz gut treffen, wenn man es nicht als reziproken Euphemismus nehmen würde. Und gerade weil die Veröffentlichung mit Oktober 2015 schon eine ganze Weile her ist, zeigt sich anno April 2017, welch eigentlich zeitloses und auch rastloses Album das Quartett hingezimmert hat.

Schon beim Opener „Breathtaker“ schwitzt man Bierperlen aus, eine ordentliche Portion dreckiger Rock auf der Straße dröhnt einem entgegen und es mangelt vielleicht auch an Originalität, aber irgendwie muss das schnieke Gitarrensolo auch genau so gespielt werden – live wird das sicherlich der mitgroovende, Biker-geeignete Hammer sein, um auch eher neutral eingestellten ZuhörerInnen ein mehr als gefälliges Lächeln zu entlocken. Und genau da dürfte auch die Stärke der Ostdeutschen liegen: hart rockend, dabei recht eingängig, ohne anzubiedern, nicht zu schnell, aber bloß nicht balladesk, ein immer wieder griffiger Rhythmus, im Refrain einfach noch einen Tacken zackiger, unaufgeregt unter die Haut, das zeigt anschließend „Son Of A Gun“ ganz gut auf.

Die wirklichen Snakewine-Knaller kommen aber etwas später. „Mean Machine“ lässt schnell den ruhigen Anfang hinter sich und glänzt mit toller Riffarbeit, verbreitet mal so richtig fetten Rockergroove und ist genau die Livemucke, bei der die Luftgitarren haufenweise angekurbelt werden, der Titeltrack „Serpent King“ gehört zu den schön breitbeinigen Heavyrockern mit herrlich tief gestimmten Klampfen und einem enthemmt fetten Rhythmuspunch und in „Shipwrecked“ schmeißen sie dann nochmals alle ihre Stärken ins Rennen und überzeugen mit dem alle(s) packenden stampfenden Mitgehrhythmus über die ständig melodisch präsente Leadgitarre bis hin zum ewig trockenen, niemals effekthaschenden Ronny-Gesang.

Zum Teufel mit dem Reiswein, hier liegt der Bierdunst einer gut besuchten Rockkneipe in der Luft, der Odem eines erdigen Rockzirkus so ganz ohne Stargehabe, ehrliche Arbeit mit bluesigem Feeling und Southern-Harmonien, welche man sehr schön im Redneck-Stampfer „Double Barreled“ abbekommt. Natürlich sind knapp 31 Minuten für ein Album knapp bemessen, aber irgendwie vermisst man auch nicht wirklich viel. Wenn Snakewine weiterhin an ihren Stärken arbeiten, dann wird das zukünftige neue Album noch mehr krachen.

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