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Smorrah: The Evil Within

Bei besserem Sound wären auch mehr Punkte drin
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 20:32
Release: 10.11.2018
Label: Independent

Schon erstaunlich, was sich in den letzten Jahren wieder alles so bewegt in Gelsenkirchen, da geht doch was. Da sind kleine Festivals wie das Rise Of The Underground genauso mit gemeint wie Power Metal aus dem Hause Firestorm bis hin zum Thrash Metal von Sacrifice Theory – Bands aus der zweiten Reihe melden sich eindrucksvoll zu Wort. Die noch junge Band Smorrah selbst gründete sich 2017, veröffentlichte im Dezember 2017 auch zwei erste Songs in digitaler Form, den ersten Auftritt hatten sie dann Anfang 2018. Allerdings sind sie nun auch im heimischen Underground beileibe keine Unbekannten mehr, lärmten doch Drummer Robin und Gitarrist Daniel auch bei Ragefield zusammen mit Frontmann Marius, den vielleicht auch einige mit Killing Culture auf der Bühne gesehen haben könnten.

Mittlerweile haben sie dann auch vorliegende EP „The Evil Within“ eingetrümmert, wobei sie neben einem Intro auch vier neue Songs zusammengetragen haben – ergo keine „Resteverwertung“. Die Limitierung auf 200 CD-Exemplare darf dann auch als lediglich ersten Schritt zur Meinungsmache gesehen werden, weswegen man gerne etwas großzügiger über den Sound hinwegsehen darf. Letzteres dürfte dann leider der Schwachpunkt der CD-EP sein, denn etwas höhenlastig und irgendwie immer ein wenig zu verzerrt rumpelt es doch arg aus den Boxen - da hätten die Jungs dann doch ein Extra-Ohr für den Mix engagieren sollen.

Dabei machen schon die Quäl-Sequenzen im Intro enorm viel Spaß und so auch schnell deutlich: Smorrah ist kein weichgespültes Ruhrpott-Streicheltier, sondern ein beinhartes Underground-Monster. Und wie böse der manchmal stark in den Death Metal hineinreichende Thrash dann wirklich poltert, wird auch beim eigentlichen ersten Song und Titeltrack „The Evil Within“ zelebriert: derbe Vocals nahezu mit Growl-Avancen, derb tief gestimmte Klampfen mit unbarmherzigen Riffing und doch immer wieder einen Groove beinhaltend, der zum gepflegten Headbangen einlädt.

Und so bleiben sie ihrem Grundgerüst auch weiterhin treu, setzen wie im Anspieltipp „The Burden Of Necrosouls“ weiterhin auf schleppenden Groove, hier mit massiv einhämmernder Doublebass-Orgie und auch zu Beginn toller Leadgitarrenarbeit, bauen im Mittelpart aber etwas ruhigere Abwechslung ein, wobei der Sound leider Lautstärke-technisch zu hochgepitch wurde, was den Eindruck eine ordentlichen Laut-Leise-Dynamik arg trübt und auch nicht durch das prima Gitarrensolo behoben werden kann. Abwechslung ist dann aber auch das Stichwort, denn davon bieten die Gelsenkirchener noch ein bisschen zu wenig. So scheint „Killing Spree“ sich sehr groovig selbst gut zu gefallen, wirkt aber auf Dauer zu eintönig und dadurch auch zahnlos. Erst im letzten Drittel werden die Daumenschrauben mit ein paar Tempoverschärfungen angezogen. Und gerade letzteres steht ihnen ebenfalls sehr gut zu Gesicht, wie „ Welcome To Your Nightmare“ bestens aufzeigen kann. Smorrah agieren hier einfach eine Spur wuchtiger durch die erhöhte Geschwindigkeit und sorgen für deutlich mehr Druck, verzichten aber eben zwischendurch auch nicht auf den ihnen eigenen Groove.

Ein erstes Lebenszeichen, mehr nicht, dass ist „The Evil Within“, und na klar, gerade ist da soundtechnisch noch reichlich Luft nach oben, wenngleich man mildernd erwähnen muss, dass es eben auch der erste eigene Soundstreich durch Bassist Kraje war (und er selbst schon im Nachgang zugegeben hat, was da alles nicht so gut funktioniert hat). Ruhrpott-Maniacs, die nun nicht jedem musikalischen Modegeschmack hinterher hecheln und auch rumpeligen Ruhrpottcharme-Undergroundproduktionen eine Chance geben, dürften sicherlich gut beraten sein, sich via dem Sektor 12-Shop von Darkness-Drummer Lacky einzudecken.

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