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Smoke Blow: Colossus

Smoke Blow legen mit "Colossus" wieder ordentliche Arbeit ab
Wertung: 9/10
Genre: Punk
Spielzeit: 45:2
Release: 28.03.2008
Label: PIAS

Vergesst alles, was Ihr über Smoke Blow wisst. Wer meint, man kann sich auf irgendwas aus dem Haus der Kieler Punkrotzer verlassen, der irrt gewaltig. Nach den letzten beiden Überalben „German Angst“ und „Dark Angel“ wartete wohl jeder Smoke Blow-Begeisterte voller Ungeduld auf den nächsten Rundumschlag mit dem wuchtigen Titel „Colossus“. Doch eben dieser Vorfreude kann dann ebenso schnell die Ernüchterung folgen.

Nicht, dass „Colossus“ kein fantastisches Punkrock-Album wäre, aber es klingt meiner Meinung nach eben so sehr nicht nach Smoke Blow, dass man meinen könnte, man hält die Platte irgendeiner anderen Band in der Hand. Und was ich am schmerzlichsten vermisse, ist diese legendäre Letten-Stimme, die einem immer wieder die Schuhe auszieht. Wieso singt er auf diesem Album mit einer komplett anderen Stimme? Wahrscheinlich, um eben das zu machen, was Smoke Blow gern machen: Anders sein.

Nachdem dieser Schock überwunden ist, kann man sich auch wieder dem musikalischen Aspekt der Platte widmen und siehe da, so untypisch klingt das Ganze dann doch nicht. Alle drei Akkorde sind noch da, die Texte sind nach wie vor einfach gut und das Augenzwinkern kann man ab der ersten Note sogar hören.

Etwas Neues gibt es dann aber doch noch: Es wird auch mal Deutsch gesungen. Dachte ich früher, dass sie sich durch ihre durchweg englischen Texte von vielen anderen deutschen Punkbands unterscheiden wollten, so muss ich zugeben, dass das einfach passt. „Zombie auf`m Klapprad“ könnte vom Titel her eigentlich ein Song der Ärzte sein, aber Smoke Blow sind natürlich um Längen krasser.

Irgendwie werde ich beim Hören der Platte das Gefühl nicht los, dass dies alles Songs von anderen Künstlern sein könnten, die Smoke Blow aber geschrieben haben. So zum Beispiel auch „Swamp Creature“, das so klar nach The Cure klingt mit diesen trulligen Melodien, der klaren Stimme und eben des typischen Cure-Sounds wegen. Oder „F.S.O.S.“ könnte glasklar von einer der vielen California-Sunshine-Punkbands sein – schön poppig mit Punkgitarren, mitreißend, einfacher Refrain… "I`m the fucking son of Superman.." tralala. Einfach ein cooler Titel, aber ernst nehmen kann man das ja irgendwie auch nicht.

„Hollywood Mystery“ ist dann auch wieder so ein Titel, bei dem ich mich frage, ob sie das ernst meinen. Wieder sehr punkpoppig und mit Chören, die man gehört haben muss, um sich ein Urteil bilden zu können. Für mich klingt es wie eine Persiflage.

„Junkie Killer“ ist der absolute Oberkracher des Albums und erinnert mich endlich an Smoke Blow, wie man sie kennt. Auch hier muss man zwar auf die rotzige und asige Stimme von Letten verzichten, aber trotzdem geht dieser Song schon eher in die richtige Richtung. Die Live-Performance wird sich sehen lassen können bei dieser Nummer.

Fazit: ^Klasse Album. Anfangs ein wenig befremdlich, dann aber ein Knaller. Für mich bleibt nur die Frage zurück: Was wollt Ihr uns mit diesem Album sagen? Aber was auch immer… „die Nordsee tobt“.

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