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Smohalla: Resilience

Leider nur ein wirklich guter Song
Wertung: 4.5/10
Genre: Post-Black-Metal, Avantgarde
Spielzeit: 45:27
Release: 01.10.2011
Label: Arx Productions

Eine französische Band auf einem ukrainischen Label - ob das gut gehen kann? Arx Productions, die die Franzosen Smohalla unter ihre Fittiche genommen haben, versuchen genau das zu beweisen; und natürlich, dass die Jungs aus der Normandie mit ihrem avantgardistischen Post-Black-Metal ein breites Publikum anziehen können.

Wie bei vielen Black-Metal-Bands sind auch Smohalla weit davon entfernt, als gängige Combo durchzugehen. Das fängt schon beim Line-Up an: Zu dritt zocken sich die Franzosen durch ihr neues Album „Resilience“, dabei ist allein Mitglied A.L. nur für „Ambience“ und Programming zuständig. Sänger Slo übernimmt dann auch noch Gitarre und Drums, während sich Camille ganz dem Bass widmen kann. Kollege A.L. hat natürlich in erster Instanz alle Hände voll zu tun, die Mischung aus Geschrei, fast orchestralem Gesang, den Instrumenten und allerlei Soundgebräu unter einen Hut zu bekommen. Als Meister seines Fachs kann man ihn dabei aber nicht unbedingt bezeichnen: Immer mal wieder werden die Passagen so chaotisch, dass man sich am liebsten die Ohren zutackern würde. Dabei fällt vor allem das permanente Geschrei, beispielsweise in „L’Homme Et La Brume“ negativ auf, das eine an und für sich gute Instrumentalspur in eine wahre Nervenzerrerei verwandelt.

„Au Sol Les Toges Vides“ scheint sich zu Anfang auf etwas klassischere Schwarzmetallsounds zu verlassen, spätestens wenn der Gesang einsetzt, der nur unzureichend als heiserer Klargesang beschrieben werden kann, muss man sich aber doch wieder verwirrt am Kopf kratzen. Obwohl: In der Tonlage macht Slo eine weitaus bessere Figur als bei dem Katzenjammer im oben genannten Track. Geschrei gibt es zwar auch hier, das kommt aber trotz Hintergrundplatz kräftiger rüber, als man es erwartet hätte. Dafür driftet die Instrumentalfraktion bald schon wieder in ein heilloses Durcheinander ab – man weiß bald kaum noch, wo oben und unten ist und überhaupt; die Franzosen verwirren scheinbar mit Vorliebe. Erst das Ende des fast achminütigen Trips schafft dann eine meterdicke Gänsehaut, als Sol zu treibenden, tiefen Gitarren und einem drohenden Schlagzeug seine Verzweiflung herausschreit.

„Marche Silencieuse“ macht seinem Namen insofern alle Ehre, dass es völlig ohne Gesang oder gesprochene Soundschnipsel auskommt. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass die Kollegen es zumindest drauf haben, Instrumentalstücke zu fabrizieren, die nicht so schnell langweilig werden – in Wahrheit freut man sich ein bisschen, dass man eine kurze Auszeit von den vokalistischen Experimenten hat. Erst „Aux Mille Deux“ scheint dann wieder so etwas Ähnliches wie einen roten Faden zu verfolgen: Eingeleitet von einer getragenen Instrumentalspur, die sich rasch in schwarzmetallischen Bombast steigert, vernimmt man schon bald Slos recht charakteristischen, von weit her kommenden klaren Gesang. Der Mann hat eine wirklich schöne, tiefe Stimme, das muss man ihm lassen, und solange er in dieser Tonlage bleibt, kann man auch nicht meckern. Fast ein bisschen an Dark Metal erinnern die Arrangements, bis schließlich unheilvolle Mönchsgesänge und leise Snares eingestreut werden, die sich erst gegen Ende wieder in einem wirklich interessanten Gitarrenriff entladen. Warum haben Smohalle nicht gleich solche Reißer rausgehauen?

Die Frage nach dem „Warum?“ kann man sich wahrscheinlich bei dieser Band stellen, bis man grau wird. Ein großer Wiederkennungswert besteht hier allemal, nicht immer allerdings fällt dieser positiv aus. Mit gerade mal einem komplett gelungenen Stück und der genialen Schlusspassage von „„Au Sol Les Toges Vides“, die man sich gerne wieder und wieder anhört, ist die Abtropfmenge auf „Resilience“ doch erschreckend gering. Mehr als 4,5 Punkte können und wollen hier nicht aufs Papier gebracht werden - Avantgarde hin oder her.

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