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Sludge: Lava

Infernalische Dampfwalze
Wertung: 7/10
Genre: Doom/Death/Crust Metal
Spielzeit: 48:24
Release: 23.05.2008
Label: Mighty Music

Die härteste Band der Schweiz soll ich mit Sludge nun also vor mir haben. Na wenn das so ist, dann will ich doch vorsorglich mal die Fenster schließen, damit auch ja keine Lava nach außen dringt. Andererseits sollten meine Nachbarn mittlerweile die Bands gewöhnt sein, welche die Haupteinflüsse der Schweizer seien: Celtic Frost, Samael, Cathedral, Entombed. Selbstverständlich hat man als Hörer jetzt schon ein ungefähres Klangbild vor Augen. Ironischerweise stimmt dies so gar nicht mit dem überein, was man denn letztendlich auf der Platte zu hören bekommt.

Schlammlava – eigentlich die treffendste Beschreibung für diese Ausgeburt der Hölle. Düster und tief ist diese Scheibe ohne Frage. Die reine Schwarzheit bleibt ihr aber doch verwehrt, so nehmen Sludge so ziemlich alles mit, was der Extreme Metal-Sektor zu bieten hat. Man stelle sich eine Doom-Suppe mit einigen Spritzern Death, einer Spur Black und ein paar fetten Brocken Crust vor. Garniert mit ein wenig okkult anmutender Keyboardspielerei und zünftiger Riffbetonung. Hervorragend passt dazu dann auch der professionell heruntergerotzte Gesang vom neuen Sänger Odin.

Ein neuer Sänger ist nicht das einzige, was Sludge nach mehr als vierzehn Jahren Bandgeschichte vorzuweisen haben. Auch ein neue Basser ist mit an Bord, nachdem vorher schon eine EP und drei Vollzeitalben das Dunkel der Hölle erblickt haben. Live haben sie schon Machine Head, Entombed, Cathedral, Samael, Crowbar, Testament und Anathema unterstützt, als Headliner haben die Jungs aber auch schon einige ordentliche Touren hinter sich. Gitarrist Makro spielt seit 2001 übrigens auch bei den Landsmännern von Samael mit.

Im Gegensatz zum 2000 erschienenen „Scarecrow Messiah“ präsentieren sich Sludge auf „Lava“ weitaus schneller, lebhafter und vertrackter. Konnte man die Mucke der Schweizer damals noch als Doom/Death mit Abstrichen einordnen, so hat man nun mit einem ziemlichen Bastard zu kämpfen. Klumpige und steinharte Riffs treffen auf höllengleiches Gegurgel und anspruchsvolles Drumming. Der Bass erfüllt voluminös schrammelnd seine Aufgabe und die feinen Noise-Elemente runden den Brocken ab.

Die apokalyptischen und blutrünstigen Texte passen zur Musik wie Arsch auf Eimer, wenn auch nicht immer mit hundertprozentigem Ernst wie „Idi Na Hui“ beweist. Interessant ist hierbei auch der sehr bildhafte und parataktische, oft sogar elliptische Sprachgebrauch.

Holy Shit, das ist doch mal eine infernalische Dampfwalze, die ihresgleichen sucht. Ein fett produziertes Stück extremster Schwermetallverarbeitung. Inwiefern man auf diesen Mix steht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Ideenvielfalt jedenfalls ist famos! Sehr nettes Entgegenkommen der Band: Die letzten drei Full Length-Scheiben sind zum kostenlosen Download freigegeben. Ich jedenfalls bin davon überzeugt, dass „Lava“ ein sehr stimmungsabhängiges Album darstellt.

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