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Slothrust: The Pact

Ein starkes Indie-Album mit einer sehr wandelbaren Sängerin
Wertung: 9/10
Genre: Indie Rock, Neo-Grunge
Spielzeit: 43:02
Release: 14.09.2018
Label: Dangerbird Records

Slothrust sind eine der Bands, die bereits eine ganze Handvoll Veröffentlichungen vorweisen können, ohne hierzulande nennenswerte Erfolge eingefahren zu haben – mit „The Pact“ steht bereits das vierte Studioalbum der Bostoner Truppe in den Regalen, ein echtes Herbstalbum ist es also geworden, was sich gut in der Mischung aus Indie Rock und Neunziger-Grunge-Anleihen niederschlägt. Eigentlich peinlich, wenn man die Band vorher noch nicht kannte, denn das Trio mit der markanten Sängerin schafft es zumindest mit dem neuen Album, sich einen Platz in der Dauerrotation zu sichern. Aber von vorne:

Bereits 2010 hatte sich Sängerin und Gitarristin Leah Wellbaum mit Drummer Will Gorin zusammengetan, bald darauf kam Bassist Kyle Bann dazu. Mehr brauchte es nicht, es folgte relativ bald die erste Albumveröffentlichung, die Band wird in ihrer Heimat gefeiert, nur über den großen Teich hatte das Trio es scheinbar noch nicht geschafft. Was sich hoffentlich mit „The Pact“ endlich ändern wird.

Der Opener „Double Down“ zumindest verspricht schon einiges, zeigt sich recht eigenbrötlerisch, aber gleichzeitig irgendwie doch ohrwurmig, während die Sängerin zwischen Rebellion und Zartheit pendelt – arschcool röhrt dann „Planetarium“ aus den Boxen, versehen mit einer Gitarre, die Tito & Tarantula alle Ehren gemacht hätte und sofort an Filme wie „From Dusk Till Dawn“ denken lässt. Der leicht verzerrte, rotzige Gesang der Fronterin passt super in den flotten Track, bei dem sicherlich kein Muskel unbewegt bleiben wird.

Auf dem Fuße folgt dann das deutlich ruhigere, traurige „Walk Away“, bei dem sich schon bald eine dicke Gänsehaut einschleicht, hier manifestiert sich ein musikalischer Befreiungsschlag der Sängerin, der ohne große Aggression auskommt und sich dennoch bemerkenswert einprägsam im Hirn festsetzt.

Gerade „Fever Doggs“, das fast schon schüchtern beginnt und dabei dennoch eindeutig in die Grunge-Richtung tendiert, mausert sich nach zurückhaltendem Klargesang zu einem richtigen Ausraster, in dem Sängerin Leah vor einer massiven Gitarrenwand ordentlich Dampf ablassen kann.

Überhaupt entpuppt sich „The Pact“ als therapeutische Platte, sowohl für die Musiker als auch für den Hörer – Slothrust ist eine spannende und vielfältige Scheibe gelungen, die nicht nur von der Stimme der blonden Fronterin lebt, sondern auch gerade bei Tracks wie „Some Kind Of Cowgirl“ zeigt, was das Trio instrumental alles drauf hat. Wer die Band noch nicht kennt, sollte sie dringend auschecken und sich die Zeit nehmen, dem Album etwas mehr Raum zu geben als die üblichen paar Minuten zwischen zwei Terminen.

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