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Slipknot: We Are Not Your Kind

Für langjährige Fans sicherlich eine ambivalente Geschichte
Wertung: 8/10
Genre: (Nu) Metal
Spielzeit: 63:38
Release: 09.08.2019
Label: Roadrunner Records

Slipknot bringen nach knapp fünf Jahren schmerzhafter Durststrecke endlich ein neues Album heraus und die Pressemenschen überschlagen sich beinah in ihren Lobesbekundungen. Vorab wurden mit „All Out Life“, „Unsainted“ und „Solway Firth“ bereits Songs vorgestellt, die mehr als deutlich zeigten, dass die Truppe sich nach den eher kontroversen „All Hope Is Gone“ und „5: The Gray Chapter“ wieder ihren Wurzeln widmen: lauter, chaotischer, psychopathischer. Man ist gespannt und skeptisch zugleich als mittlerweile jahrzehntelanger Fan, und nachdem man sich an die neuen Masken gewöhnt hat, kann der wilde Ritt dann auch schon losgehen.

Erster Wermutstropfen gleich zu Beginn: Das bärenstarke „All Out Life“ sucht man auf der Tracklist der regulären EU-Version vergeblich, haben doch nur die japanischen Fans das Glück, den Song von Haus aus mitgeliefert zu bekommen. Schade, aber in Zeiten von YouTube natürlich nicht wirklich tragisch; trotzdem hätte der Track die Platte um einen weiteren Anspieltipp ergänzt.

Ein gesampeltes Intro wie „Insert Coin“ sorgt nicht nur in den heimischen vier Wänden für unruhige Füße, auch live wird das Stück sicherlich die Nervosität ordentlich einheizen, der Klargesang beim folgenden, ja schon bekannten „Unsainted“ wird zwar von Goldjunge Corey Taylor gekonnt rübergebracht, man ist dann aber doch mehr als erleichtert, als eine Strophe folgt, die so auch gut auf eine ältere Scheibe gepasst hätte. Slipknot scheinen ihre alten, manisch-hysterischen Anteile wieder für sich entdeckt zu haben – Zeit wurde es!

Songs wie „Nero Forte“ lassen einen mit dem genial hektischen „Disasterpiece“-mäßigen Gekeife und den etwas zu hoch gegriffenen Gesängen dann aber doch irgendwie ratlos zurück, obwohl gerade im letzten Drittel das Drumming noch mal einen ordentlichen Schub nach vorne gibt. Dass die Herrschaften sich inzwischen auch mal mit ruhigeren Tönen anfreunden können, hat das viel gehörte „Snuff“ in der Vergangenheit eindrucksvoll bewiesen, hier steht mit „A Liar‘s Funeral“ ein Song von ähnlichem Kaliber im Raum, hier wird der Hörer aber zusätzlich noch mit ordentlichen Shouts gefüttert, das skandierte „Burn the liar!“ und der bedrohliche Instrumentalteppich tun ihr Übriges, um den Track nicht nur besonders Gänsehaut-erzeugend zu gestalten, sondern auch als Anspieltipp zu platzieren. Für Gänsehaut ist beim Überbanger „Red Flag“ gar keine Zeit, schnell fühlt man sich hier an die alten Zeiten erinnert und auch „Orphan“ bietet uns eine kurze Zeitreise in die Anfänge der 2000er, da ändert auch der kurze Klargesang nichts, im Gegenteil: Hier findet sich ein absoluter starker Track, der sicherlich auch live ordentlich abräumen wird und Fans wahre Glücksgefühle bescheren wird. Zum Finale wird mit dem grandiosen „Solway Firth“ noch mal entsprechend aufgetischt, die ganze Truppe präsentiert sich in Hochform und einen derartig aufgepeitschten Corey Taylor hätte man wohl auf diesem Album nicht mehr erwartet. Ein Wahnsinnstrack, bei dem Slipknot-Fans die Freudentränen in die Augen schießen dürften – Songs dieser Art dürfen die Iowaner in Zukunft gerne wieder vermehrt abliefern!

Dass „We Are Not Your Kind“ vorneweg tonnenweise Lorbeeren erhalten hat, scheint nach einigen Durchläufen logisch, findet der Iowa-Neuner doch stellenweise zu alter Form zurück, ohne jedoch seine mühsam erarbeiteten musikalischen Fortschritte gänzlich zu verleugnen. Allerdings: Als Fan der älteren Alben inklusive „Vol. 3“ kann man seine Enttäuschung nicht ganz verbergen. Technisch auf höchstem Niveau, hätten die Jungs sich Tracks wie „Nero Forte“ gerne noch mal durch den Kopf gehen lassen, um die Längen auszumerzen. Andererseits: „We Are Not Your Kind“ hat wesentlich mehr Potential, auf Dauerrotation zu laufen als beispielsweise noch der Vorgänger „5: The Gray Chapter“. Tracks wie das unglaubliche „Solway Firth“, die beiden Knaller „Red Flag“ und „Orphan“ oder auch das düstere „A Liar‘s Funeral“ haben ihren Platz in der Liste der Slipknot-Highlights redlich verdient. Alben wie „Iowa“, bei denen quasi jeder Track zum Lieblingssong wurde, können wir aber wohl nicht mehr von den US-Amerikanern erwarten. Für Fans ist „We Are Not Your Kind“ dennoch eine unverzichtbare Anschaffung.

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