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Slipknot: Mate.Feed.Kill.Repeat.

Eine wahre Rarität
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal, Crossover
Spielzeit: 51:03
Release: 31.10.1996
Label: -ismist Recordings

Es gab eine Zeit, an die sich die meisten unserer Leser vielleicht gar nicht erinnern, da waren Slipknot noch nicht die gut geölte Metalmaschinerie, die sie heutzutage sind. Kein Schwein kannte die Band und Aushängeschild Corey Taylor war auch noch nicht dabei. Stattdessen wurstelte sich das damalige Sextett durch den Iowa’schen Underground, ohne nennenswerte Erfolge zu verbuchen. Bis zu dem schicksalhaften Jahr 1996, als die Jungs ihr erstes Demo „Mate.Feed.Kill.Repeat“ aufnahmen und via –ismist Recordings in limitierter Stückzahl von 1000 Kopien unter die Leute brachten. Verkauft wurde das gute Stück damals auf Parkplätzen aus dem Kofferraum heraus, was nur noch mal die absurde Steigerung unterstreicht, die die Band seitdem durchgemacht hat.

Damals waren Slipknot mit lediglich zwei Percussionisten ausgerüstet, nämlich Shawn „Clown“ Crahan und Drummer Joey Jordison, dazu der inzwischen verstorbene Paul Gray (RIP) am Bass, die beiden Gitarristen Donnie Steele und Josh Brainard und Sänger Anders Colsefni, der sich ebenfalls zum Teil um die Percussion kümmerte. Stilistisch agierte die Combo wesentlich roher als zu Zeiten des Debütalbums drei Jahre später – wüste Death- und Thrash-Riffs wurden mit Jazz-Elementen kombiniert, über allem thronte die doch sehr furchteinfößende Stimme von Colsefni, den man sich unweigerlich als zwei Meter großen Metzger vorstellt.

Wenn man aufmerksam lauscht, kann man durchaus einige Elemente in den Songs erkennen, die später auf dem Debütalbum verwendet wurden – hauptsächlich erkennt man Gitarrenriffs, die einem irgendwie bekannt vorkommen und wenn man schließlich „Slipknot“ hervorkramt und die Nachbarschaft damit beschallt, kann man sich ein Grinsen nicht verkneifen; insgesamt ist „MFKR“ aber wesentlich chaotischer angelegt als die späteren Slipknot-Scheiben. Übrigens sind bisher so viele Fakes des Albums im Unlauf, dass man sich nie hundertprozentig sicher sein kann, ob man das richtige im Schrank stehen hat – die Songs sind zwar alle gleich, aber an so nichtigen Details wie dem Farbton des Booklets oder diversen Rechtschreibfehlern in den Credits erkennt man dann zumindest, ob man einen seltenen Fake zuhause stehen hat oder die 08/15-Verarsche.

Bereits der Opener „Slipknot“ sprengt mit fast sieben Minuten die üblichen Limitierungen, zu Anfang gibt es so etwas wie mahlende Zahnräder zu hören, bevor sich sehr drohende Gitarren und Percussion dazugesellen. Spätestens hier erkennt man bereits, um welche Band es sich handelt. Streckenweise findet man hier auch den Vorläufer für das Outro von „(SIC)“, allerdings in einer düsteren Version und mit großartigen Gitarren unterlegt. Das nachfolgende „Gently“ vereint dann ziemlich gut die beiden gegensätzlichen Stile, die Slipknot auf diesem Album öfter verwenden: Gestartet wird mit gezupften Gitarren und klarem, wenn auch etwas tiefem Gesang, wobei sich herausstellt, dass Anders wirklich keine schlechte Stimme hat. Bei der zweiten Hälfte des Songs rastet der Mann wieder aus, die Percussion gerät mehr in den Vordergrund und es gibt deftige Growls und aggressiveren Gesang.

Richtig genial kommt dann auch „Confessions“ rüber, wahrscheinlich einer der besten Slipknot-Songs überhaupt – schwurbelig fließende Gitarren markieren den Anfang, dann wird ein bisschen jazzig drauflos improvisiert, bevor Anders von heiserem Gesang in Sprechgesang verfällt. Hier kommt der Nu Metal zum Vorschein, aber in einer reichlich kreativen Art und Weise, die wenig mit dem hibbeligen ADHS-Gerocke der 2000er zu tun hat. Hier kommt die Stimme des Sängers wirklich gut zur Geltung, und man ist – ähnlich übrigens wie bei Corey Taylor einige Jahre später – überrascht, dass der Kerl auch was anderes kann außer manisch brüllen.

Mit „Killers Are Quiet“ liefern Slipknot zum Ende hin noch mal ein richtiges Epos – mit knapp 21 Minuten macht der Track beinahe die Hälfte der Spielzeit aus. Dabei ist das Stück weniger ein Lied, als vielmehr eine Ansammlung von Gesprächsfetzen, Improvisationen auf Gitarre, die im Hintergrund gehalten werden, Störgeräuschen und sonstigen lustigen akustischen Fitzelchen, die den Hörer verwirren sollen, aber komischerweise einen guten Schlussstrich unter die Scheibe ziehen.

„MFKR“ ist definitiv ein rares Schmankerl und diejenigen, die das Original ihr Eigen nennen dürfen, sollten es hinter einbruchssicherem Glas verschließen. Für Slipknot-Fans ist die Platte ein Muss, weil hier die ersten Schritte aufgezeigt werden und man die Entwicklung der Band nur umso besser verfolgen kann.

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