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Slipknot: Iowa

Noch ein Stück brutaler und beklemmender als das Debüt
keine Wertung
Genre: Nu Metal
Spielzeit: 66:23
Release: 28.08.2001
Label: Roadrunner Records

Das Phänomen Slipknot beginnt zu wachsen wie Unkraut und lässt sich dabei nicht gerade viel Zeit: Bereits zwei Jahre nach dem selbstbetitelten Debütalbum, das wie eine Bombe in die gerade im Entstehen begriffene Nu-Metal-Landschaft einschlug, hat der Neuner schon ein neues Werk zusammengeprügelt: „Iowa“ ist beileibe kein Manifest der Heimatliebe, sondern ein ebenso wahnsinniges, gequältes Album wie schon der Vorgänger, allerdings mit einem deutlich ansprechender gestalteten Booklet. Auch hier sind einige Tracks aufgelistet, die sich recht schnell vor allem bei den Liveshows der Truppe zu wahren Klassikern gemausert haben, und noch heute auch von Nicht-Fans erstaunlich textsicher mitgesungen werden.

Einen Aufreger konnten Slipknot bereits relativ zu Beginn der Scheibe verbuchen: Die erste Zeile des Tracks „Distasterpiece“ („I wanna slit your throat and fuck the wound, I wanna push my face in and feel the swoon“) wurde von der Öffentlichung als Aufruf zur Gewalt deklariert, von der bereits beträchtlichen Fanbase der Band aber nur umso mehr abgefeiert, da sich einfach ein bärenstarker Song hinter dem plakativen Text verbarg.

Größeres öffentliches Interesse konnte dann auch der Track „My Plague“ abgreifen, dessen Video mit Szenen aus „Resident Evil“ in einer deutlich jugendfreieren Version regelmäßg bei MTV lief, als MTV noch Musik ausstrahlte. Auch hier sollte dem absolut brutalen Geschrei ein klar gesungener Refrain gegenüberstehen, der sich überraschend sogar zum Ohrwurm mauserte. Geniale Tracks wie „Everything Ends“ und der (Live-)Klassiker „The Heretic Anthem“ finden sich ebenso auf der Scheibe wie das damals als Single ausgekoppelte „Left Behind“, das ebenfalls erstaunlich häufig zu späteren Uhrzeiten auf den einschlägigen Musikfernsehsendern lief und fast schon massentauglich agierte, wenn man das Video mal ausklammert. Übrigens pures Gänsehautfeeling, wenn man den Track ein paar Jahre nicht mehr gehört hat – hier sind Slipknot in ihrer absoluten Glanzphase, so schlecht es den einzelnen Bandmitgliedern damals auch gegangen sein mag, die mehr oder weniger alle mit Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen hatten.

Auch hier kennt man heute hauptsächlich die erste Albumhälfte – mit Stücken wie dem geradezu verzweifelten „Skin Ticket“, das vor allem vom Auf und Ab im Gesang des Fronters lebt, kann man aber auch gegen Ende der Tracklist noch einige Appetithappen finden. Zwischen Flüstern und Stimmbänder zerreißendem Geschrei pendelt Taylor hier und kreiert so mit Hilfe seiner tighten Instrumentalfraktion ein beklemmendes Stück, das sträflich unterschätzt wird.

Insgesamt haben die Herrschaften aus Des Moines hier nochmal eine ganze Schippe Wahnsinn, Lärm und Brutalität aufgelegt und konnten damit zumindest schon mal beweisen, dass sie kein Ein-Album-Wunder darstellten. „Iowa“ ist genau wie sein Vorgänger „Slipknot“ ein fieses, rohes, hysterisches Stück Musik und sollte nicht der letzte Streich der Combo bleiben.

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