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Sleeping Memories: Wasteland

Bedächtiger, guter Dark Rock
Wertung: 8.5/10
Genre: Dark Rock
Spielzeit: 51:10
Release: 01.04.2010
Label: Neumann Verlag

Einen billigen Mehrspurrekorder, einen Drumcomputer und einen Keller – mehr braucht es nicht, um ein gutes Dark Rock-Projekt aufzuziehen. So jedenfalls sahen die Anfänge der Düsseldorfer Band Sleeping Memories im Jahre 1998 aus. Doch diese Zeiten sind vorbei: Aus dem einstigen Ein-Mann-Projekt ist eine ausgewachsene Drei-Mann-Combo geworden, die Drums kommen nicht mehr aus der Dose und die Aufnahmequalität dürfte auch weit besser sein als in vergangenen Zeiten.

Im Jahr 2010 haben es Sleeping Memories um Sänger und Gitarrist Mark Downcome nach zwölf Jahren Bandbestehen nun endlich zur Veröffentlichung eines Longplayers gebracht. Die zehn Songs des mit „Wasteland“ betitelten Albums können sich dabei durchaus hören lassen: Die Band wartet mit entspanntem und bodenständigem Dark Rock sowie einer sehr markanten tiefen Stimme auf.

Während der 51-minütigen Laufzeit der CD bleibt auch keine Zeit für Langeweile, da sich die Songs sehr abwechslungsreich präsentieren: Während etwa der Opener und Titeltrack „Wasteland“ das Album mit einem sehr gewichtigen, breiten Riffing und einem im Vergleich dazu geradezu klein wirkenden Gitarrenlead-Part einleitet, was nur zeitweise zum Beispiel durch einen ruhigen Gitarrenpicking-Teil unterbrochen wird, bietet ein Track wie „Iron Sky“ ein ausgewogeneres Zusammenspiel zwischen verschieden melodischen Gitarrenparts in Strophen und Refrain sowie – als Abrundung – ein härteres Riff in den Zwischenspielen. Auch das ein oder andere Gitarrensolo wird dem Hörer geboten, wobei die Instrumentierung stets zurückhaltend bleibt und niemals aufdringlich wirkt – das, was melodisch wirklich zählt, ist die Stimme von Mark Downcome.

Zu der abwechslungsreichen Anordnung der Songs zählen auch Unterschiede im jeweiligen Tempo: Sind die beiden bereits genannten Songs eher flott, aber auch nicht wirklich schnell gehalten, findet sich mit „Distress“ sogar ein fast doomartig schleppender Track auf „Wasteland“ - ein weiteres Stilmittel, das Downcomes Stimme aus einem weiteren Blickwinkel beleuchtet.

Mit dem vorletzten Lied des Albums, „Renegade“, ist aus meiner Sicht auch der Höhepunkt erreicht: „Renegade“ stellt eine gekonnt umgesetzte Halbballade dar, in der die nur leicht verzerrten Gitarren, dezent durch Schlagzeug unterstützt, sehr gut mit einem auf einer höheren Tonlage als üblich Textzeilen wie „You are my renegade“ hauchenden Sänger harmonieren. Dass der Song durch die leicht erhöhte Tonlage schon fast wieder zu „fröhlich“ für Dark Rock wirkt, sei einmal außen vor gelassen.

Alles in allem beweist das Trio um Mark Downcome auf „Wasteland“, dass sie eine Dark Rock-Band sind, von der man durchaus Notiz nehmen sollte. Wer schnelle, mitreißende Beats sucht, ist bei Sleeping Memories allerdings an der falschen Adresse, in dieser Hinsicht macht die Band ihrem Namen alle Ehre: Wie im Schlaf gibt keine Hektik, die Musik ist auch in den flotteren Momenten noch bedächtig – doch einschläfernd wirkt die Band dabei auf keinen Fall. Eine klare Hörempfehlung!

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