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Slag In Cullet: Time To Explode

Starkes Erstlingswerk des Schweizer Trios
Wertung: 8/10
Genre: Alternative, Indie
Spielzeit: 43:56
Release: 12.03.2010
Label: Headroom Records

Dass das Social Network nicht nur dazu da ist, einen Seelenstriptease vor Millionen fremder Menschen weltweit abzuziehen, kann man spätestens an der Fülle guter bis grandioser Bands sehen, die täglich über Myspace neue Fans gewinnen und ihre Musik quer über den Äther schicken. Die Schweizer Slag In Cullet kamen über das Web 2.0 gar an ihren Plattenvertrag – der A&R Manager der englischen Plattenfirma Headroom Records hörte die Band im Netz und machte sich gleich auf den Weg, um die Band in ihrem Heimatland live zu sehen und ihnen einen Vertrag unter die Nase zu halten.

Bis dato hatte das Trio schon eine EP mit Namen „… Like Taking Cover Behind“ veröffentlicht und und konnte, mit dem neuen Vertrag in der Tasche, 2009 schließlich auf dem größten Schweizer Festival, dem Open Air St. Gallen, auftreten. Hierzulande sind Sänger/Gitarrist/Pianist Andy Röösli, Bassistin Rafaela Dieu und Drummer David Burger noch recht unbekannt, was sich aber mit dem Release ihres ersten Longplayers „Time To Explode“ endlich ändern dürfte, denn „Time To Explode“ serviert dem geneigten Hörer zehn mitreißende Alternative Metal-Tracks, die allesamt very British klingen und Einflüsse von diversen Indie- und Alternative-Rockbands in sich vereinen – natürlich gewürzt mit dem bandeigenen Charme.

Allein der Titeltrack mixt alles zusammen, was SIC ausmacht: treibende Gitarren, eine sehr coole Dynamik, die sofort in die Beine geht und eine Stimme, die Gefühle nahezu perfekt transportieren kann. Ähnlichkeiten mit Muse oder einer etwas softeren und weniger verfrickelten Version der Deftones kommen einem bei diesem Stück nicht zum letzten Mal in den Sinn – tatsächlich ist es so, dass man bei fast jedem Song ausrufen könnte „Das klingt ja wie XY“; Imitationen sucht der gemeine Kritiker hier allerdings vergebens.

„Blame“ weist durch die leicht sphärischen Gitarren eine große Ähnlichkeit mit The Cooper Temple Clause auf, der Refrain trifft – und da hat der Promotiontext nicht zu viel versprochen – mitten ins Herz, ohne auch nur im Geringsten kitschig zu sein. Einen kurzen Durchhänger gibt's mit „Sick Circus Of Love“, das sich ruhig anlässt und im Refrain leicht gebremst nach vorne geht. Der Song klingt wie der Großteil der CD nach gutem Alternative Rock, mehr aber auch nicht.

Die Halbballade „Those Stripes“ lebt vor allem von Andys angenehmer Stimme – der Song beginnt mit einer wunderschönen Gitarrenspur; ab der zweiten Hälfte nimmt das Tempo ordentlich zu, bevor der Song wieder genauso ruhig ausklingt, wie er begonnen hat. Mit „Cotton Rose“ und einem leicht Garage Rock-mäßigen Touch verabschiedet sich Slag In Cullet – der Song erinnert dank den Samples des Drummers David leicht an Incubus, nur ohne den nöligen Unterton von Sänger Brandon Boyd.

Fazit: Wenn man ein Event nennen müsste, zu dem „Time To Explode“ perfekt passt, wäre es sicherlich ein Schulabschluss. Man ist in einer Stimmung, in der einen kleinste Fragmente eines Songs tief berühren können – und diese Platte ist voll von solchen Details! SIC schaffen atmosphärisch dichte Songs mit Herz und Leidenschaft, ohne aufgesetzt zu wirken. Für alle Fans von Alternative, Indie oder einfach für alle, die sich fallen lassen wollen, ist diese Platte genau das Richtige.

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