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Sky's Shadow: Romeo & Juliet

Nicht wirklich begeisternde Mischung aus Metal und Klassik
Wertung: 6/10
Genre: Symphonic/Progressive Metal
Spielzeit: 46:19
Release: 13.08.2010
Label: Hammersound

Eine Mischung aus Metal und Klassik? – Hm, auf den ersten Blick denkt man sich: Na ja, das machen inzwischen viele, doch wenn man dann weiterliest, dass die beiden Sky’s Shadow-Mitglieder Tobias Schaaf (Gitarre) und Christoph Wansleben (Gitarre, Geige) in beiden Welten aufgewachsen sind, wird man doch etwas hellhöriger. Das hört sich ja schon etwas differenzierter an; nach Leuten, die verstehen, was sie tun. Und wenn man dann auch noch mit einem Konzeptalbum aufwartet, klingt das Ganze gleich noch interessanter, auch wenn William Shakespeares Geschichte um Romeo und Julia schon x-mal in der Kunst vertont, verfilmt oder was auch immer wurde – die originellste Wahl ist es also eher nicht. Aber das macht ja nichts, tragische Liebesgeschichten sind auf der anderen Seite halt ein Evergreen und wenn sie gut herübergebracht werden, spricht sicherlich nichts dagegen.

Die Ouvertüre klingt auf jeden Fall recht vielversprechend, Flöte und Streichinstrumente schaffen eine geradezu zerbrechliche Atmosphäre und der Chor hört sich sehr professionell nach einem richtigen klassischen Kirchenchor an. Was aber leider auch schon hier zutage tritt, ist die Tatsache, dass Sänger Tim Schneider die Ausdrucksstärke und das Charisma einer Tasse Kaffee hat. Hölzern ist die stimmliche Performance, zum Einschlafen langweilig, technisch unbeholfen und vollkommen eintönig. In der Info heißt es, der Frontmann singe alle männlichen Rollen und überzeuge dabei mit stimmlicher Bandbreite. Selten so gelacht! Zugegeben, einige Gesangsarrangements wissen durchaus zu überzeugen, doch warum man dieses dünne Stimmchen alle Figuren verkörpern lässt, statt mehrere verschiedene Vokalakrobaten zu verpflichten, bleibt ein Rätsel. Möglicherweise eine Budget-Frage, doch wenn man schon den Ehrgeiz besitzt, ein solches Projekt ins Leben zu rufen, muss man es auch richtig durchführen.

Im weiteren Verlauf überzeugt die Klassik-Metal-Symbiose nur sehr bedingt. Klar, in handwerklicher Hinsicht kann man nicht viel meckern, die Musiker beherrschen ihre Instrumente und wissen, was sie tun, doch das Ganze wirkt dermaßen konstruiert und künstlich aufgeblasen, dass für mich einfach keine Authentizität erkennbar ist – bedingt auch durch den Eindruck, dass klassische Instrumente und Metalband meist mehr nebeneinander her laufen als zusammenzuspielen. Dieser Eindruck mag daher rühren, dass die Platte total schlecht abgemischt ist, Gitarrenwände und Schlagzeug kleistern alles zu, sodass die orchestralen Elemente selten richtig zum Vorschein kommen – Dynamik? Fehlanzeige. Hinzu kommt ein immenser Kitschfaktor, erkennbar in der schmalzigen Ballade „Blessed Night“ – sorry, Emotionen kommen bei mir da nicht auf.

Zumindest einige Lichtblicke gibt es in songschreiberischer Hinsicht aber doch: Das achtminütige „Hatred“ kann streckenweise tatsächlich packen, bei „Banished“ bilden Orchester- und Metalinstrumente eine bessere Einheit als größtenteils bei den anderen Stücken, bestimmte Motive kehren zurück, was bei einer Konzeptstory allerdings eigentlich auch unabdingbar ist, und „Two Households“ und „Masquerade“ sind sicherlich nicht schlecht – aber irgendwie will das bei mir nicht so richtig zünden. So fortgeschritten die Jungs auf ihren Instrumenten in technischer Hinsicht auch sein mögen, ein solch aufwendiges Konzeptwerk scheint noch etwas zu früh für sie zu kommen, denn „Romeo & Juliet“ ist erst das zweite Studioalbum von Sky’s Shadow. Um das Niveau von Deep Purple, Blind Guardian oder Dimmu Borgir zu erlangen, bedarf es noch einiger Übungsstunden. Gute Ansätze, aber mehr auch nicht. 

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