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Skox: Years Of Legions

Nicht der Weisheit letzter Schluss
Wertung: 6/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 44:58
Release: 12.08.2016
Label: Independent

Schade, Informationen sind dieser CD nicht beigelegt, doch allein schon das Intro „Entering The Battlefield“ und der mitumrahmende Rausschmeißer „Leaving The Killing Field“ implizieren die Annahme, dass hier ein Konzeptalbum vorliegen könnte. Dazu gehört auch das feuerlich-kriegerische Artwork – fertig ist der gelutschte Drops der Vorurteile. Die französischen Thrasher, die vor einigen modernen Einsprengseln nicht Halt machen, geben Lyon als ihre Heimatbasis an und präferieren sehr rohen, manchmal etwas zu unstrukturierten Thrash, der bei besserer Produktion wohl auch wesentlich besser funktionieren würde.

Die B-Note jetzt mal aber außer Acht lassend und sich auf das wesentliche, die Musik konzentrierend, so darf man die erste Nummer und den gleichzeitigen Titeltrack „Years Of Legions“ nach dem mehr als ausführlichen, martialischen Intro „Entering The Battlefield“ nicht gerade als Maßstab für das ganze Album hernehmen, rumpeln die Franzmänner doch recht ungehobelt durch die digitalen Rillen, sodass man erst einmal vor Schreck die Hülle(n) fallen lässt – da sind ja die frühen Sepultura-Werke nahezu schon Gold gegen. Nun, so arg ist es jetzt nicht, aber die Lust auf mehr wird jetzt hier nicht verbreitet, was sich dann doch noch ein bisschen abmildert, hat die Platte neben reichlich Ecken und Kanten dann doch mehr als vorschnell befürchtet zu bieten.

Ein paar übersichtliche Überraschungen haben Skox dann aber doch parat. Nein, das Mopedbrummen wie im Anspieltipp „Engine Of Death“ ist natürlich nicht die revolutionäre Neuentwicklungsidee, das verlangt ja auch keiner, trotzdem liefert das Quintett hier einen wuchtigen Groover mit smarten Temiwechseln ab und setzt zwischendurch sogar die Klampfenarbeit auch mal komplett aus. Sicherlich scheiden sich an Frontmann Jean-Charles einmal mehr die kehligen Geister, doch immer wieder überrascht er auch mal wie in „Road 666“ mit gefauchten Growls, die schön giftig aus den Boxen drücken.

Doch allzu häufig stehen sie sich selber auf den kompositorischen Füßen – erst die wirklich vielversprechende Einleitung, grooven sie doch in „Running Out Of Time“ erst einmal breitbeinig vor sich hin, versemmeln dann aber allzu schnell den guten Eindruck durch wildes Rumgeholze und liefern so am Ende nur noch einen akzeptablen Headbanger ab. Da darf man gerne auch „Smash Your Enemy“ als Beispiel heranzitieren, treiben sie mit dem Riffing hier auch mal schön an und liefern das wohl beste Gitarrensolo der kompletten Scheibe aus, doch immer wieder, wenn sie ins Stakkato zurückfallen, gleiten sie im Thrash-Rumpel-Irgendwo ab. Da freut man sich auf ein paar nette Ausflüge wie beim bassdominierten Start in „Cell Swelling“, kratzt sich ein wenig verwundert beim fast schon mit Disco-Beat eingeleiteten „Thrashtastik“ den Kopfschorf oder fragt sich beim fastinstrumentalen Outro mit einem „na, geht doch, etwas mehr Spannung einzubauen“ – und weiß, dass auf „Years Of Legions“ am Ende die Mischung nicht hundertprozentig stimmt.

Man muss schon ein Herz für recht rohen, manchmal auch holprig wirkenden Thrash Metal mit weitestgehend eintönigem Gesang, Thrash, der gerne auch mal zwischen Old School und modern pendelt und nur selten die Grenze zum positiven Augenbrauenaufschlag durchbricht, haben – vor dem Kauf reinhören sollte die Devise sein.

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