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Skindred: Shark Bites And Dog Fights

Für tolerante Ohren geeignet
Wertung: 5.5/10
Genre: Crossover/ Metal
Spielzeit: 30:55
Release: 13.11.2009
Label: Bieler Bros.

Kann sich noch jemand an Dubwar erinnern? Skindred ist auf jeden Fall die Nachfolgeband, die mit „Shark Bites And Dog Fights“ schon das dritte Album veröffentlicht. Ihre Musik lässt sich am ehesten als Crossover bezeichnen, aber nur jener aus der Zeit, als der Begriff noch nicht für weich gespülten Punk Rock stand. Die Band um Sänger Benji wirft Elemente aus dem Punk, Metal, Reggae und Dancehall (!) in einen Topf, rührt mehrfach kräftig um und klingt damit ziemlich eigenständig. Crossover im wahrsten Sinne des Wortes eben.

Der Gesang ist ebenfalls einzigartig und pendelt ständig zwischen Melodie und aggressiven Ausbrüchen hin und her, was leichte Erinnerungen an System Of A Down wach werden lässt. Die elektronischen Elemente der Musik sind zwar für mich persönlich nichts, verleihen der Musik aber Charakter. Es ist schon verwunderlich, dass Skindred bisher kein großer Erfolg beschieden war, denn die Musik geht trotz allem gut ins Ohr. Im Gegensatz zur Musik sind die Texte eher düster ausgefallen, da man sich den Problemen der heutigen Welt widmet. Und dass es davon mehr als genug gibt, sollte wohl jedem bewusst sein.

Einzelne Lieder hervorzuheben ist müßig, da es einfach so viel zu entdecken gibt. „You Can't Stop It“ erinnert beispielsweise ganz stark an System Of A Down vor ihrem „Toxicity“-Durchbruch. „Corrupted“ ist hingegen ultramelodisch ausgefallen und offenbart die Reggae-Einflüsse. Der dezente elektronische Unterton, der der ganzen Platte zu eigen ist, bricht in der Drum'n'Beat-Nummer „Who Are You?“ komplett hervor. Der Rest sind mehr oder weniger Gute-Laune-Kracher, die dem Zielpublikum direkt in die Beine gehen sollten. Als besonderes Bonbon haben Skindred noch einen Eddy-Grant-Song entstaubt und „Electric Avenue“ mit dem eigenen Stil gut ins Jahr 2009 transportiert.

So weit, so gut. Skindred sind einzigartig, daran besteht für mich kein Zweifel. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie mit „Shark Bites And Dog Fights“ viel an ihrem Status ändern können. Ihr ganz spezieller Stil spricht eben nur einen kleinen Teil von Musik-Fans an, denn der Markt für Crossover ist nun einmal schon länger tot. In den 90ern, als es Dubwar noch gab, verhinderten Probleme mit dem Label und das damit verbunde Dasein als „Geheimtipp“ wohl dem Aufstieg in höhere Sphären. Schade eigentlich, denn damals wären auch Skindred mit ihrer Musik auf fruchtbaren Boden gefallen. So kommen sie nun einmal fast 15 Jahre zu spät, so ungerecht es auch ist.

Wie ihr vielleicht gemerkt hab, ist dieses Review relativ allgemein gehalten. Meine persönliche Meinung zu „Shark Bites And Dog Fights“ ist schnell zusammengefasst: Ich finde das Album langweilig. Der Gesang erinnert mich an diverse amerikanische „Rock“-Combos, die mir mit ihrem Gewimmer regelmäßig den letzten Nerv rauben. Die Electro-Einflüsse wirken für mich aufgesetzt, was aber auch mit meiner grundlegenden Ablehnung gegenüber diesem Stilmittel zusammenhängt. „Who Are You?“ ist für mich ein ganz heißer Anwärter auf den „Rohrkrepierer des Jahres 2009“. Lediglich einige Breaks sind für mich interessant ausgefallen, da ich beispielsweise die mehrfach erwähnten System Of A Down sehr schätze. Die Ironie an der Geschichte ist ja, dass ich weiß, dass ich der Band mit diesen Worten Unrecht tue. Sie ist innovativ und bewegt sich abseits ausgetretener Pfade. Aber mit Crossover konnte ich noch nie etwas anfangen, denn als der Stil damals groß herauskam, entdeckten meine jugendlichen Ohren ein Album namens „...And Justice For All“ und der Rest ist Geschichte.

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