Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Skiltron: The Clans Have United

Sehr zwiespältig
Wertung: 7/10
Genre: Folk/Power Metal
Spielzeit: 46:41
Release: 01.03.2006
Label: Underground Symphony

Wie kann eine CD nur so zwiespältig sein? Auf der einen Seite so kraftvoll vorgetragener Folk Metal, andererseits solch hoher Männergesang, der zwar ein enormes Stimmvolumen zeigt, aber meiner Meinung nach leider nicht den Spirit der Musik mitaufnehmen kann. Nicht dass die Musik auch glasklar wäre, aber der typische Power Metal-Gesang passt nicht wirklich in das Gerüst des heroischen Folk Metals, welcher aus Argentinien kommend sich eher dem keltischen Bereich widmet, wie auch schon der Bandname verrät. Skiltron ist eine schottische Kampftaktik, bei der die Kämpfer knieend und mit Speeren bewaffnet auf die Gegner warteten, vielen wohl aus “Braveheart” gut bekannt.

2004, nach dem Sammeln von Banderfahrung seit 1997, entschloss man sich dazu, eine ernsthafte Heavy Metal Band mit keltischem Hintergrund zu gründen und holte sich dafür auch professionelle Hilfe auf den Gebieten der keltischen Musik hinzu, um die Vision, eine Demo aufzunehmen, umsetzen zu können. Nach großartiger Resonanz seitens der Presse und der Fans wurde mit Hilfe des Labels “Underground Symphony” der mir nun hier vorliegende Langspieler “The Clans Have United” aufgenommen. Nach dem Livedebut Skiltrons im August 2006 und im Vergleich geringer Erfahrung auf ebendiesem Gebiet schreckt die Band nicht davor zurück, die grossartige Möglichkeit, die deutschen Folk Metal Veteranen von In Extremo auf ihrer ersten Südamerika-Tour zu begleiten, welche in Mexiko, Chile und Skiltrons Heimatland Argentinien halt macht, wahrzunehmen.

Musikalisch passen Skiltron wohl wunderbar in den Anforderungsrahmen einer In Extremo-Vorband. Schneller, rockender und melodiebetonter Folk Metal, der mit Dudelsack, Fiddle und Tin Whistle aufwarten kann. Dennoch unterscheidet sich die Musik in gewisser Weise sehr von den genannten Genrekollegen. In Extremo wirkt sowohl im Sound, als auch im Gesang sehr viel rauer, ursprünglicher und organischer. Skiltron ist technisch wunderbar, doch fehlt es an dem letzten Fünkchen Überzeugungskraft, teilweise wirkt es einfach lieblos heruntergespielt, manchmal will man aber auch einfach aufspringen und lostanzen.

Der Zwiespalt ist immer noch da. Der Gesang ist zwar nicht ganz so nervenaufreibend wie zum Beispiel bei Blind Guardian oder Hammerfall, aber dennoch nicht das, was mit den sowieso schon hohen Tönen der Geige und Flöte einhergeht. Freunde von Elvenking werden auf jeden Fall einen Heidenspass an der Platte haben, da Skiltron den Italienern doch einiges voraus hat. Da stellt sich mir gerade die Frage, ob es eine Verbindung zwischen sonnigem Land und sonnigem Gesang gibt. Nein, Skiltron schaffen es ja ab und an auch, ein wenig tiefere Stimmen ins Soundgewand zu schmuggeln und mir somit ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Das dreiviertelstündige und elf Tracks umfassende Stück Arbeit, welches im März 2006 veröffentlich wurde, besticht vor allem durch die schnellen Instrumentalpassagen und Soli, die auch gerne mal von der E-Gitarre kommen können, wie auch im Power Metal üblich. Das recht weich gezeichnete Cover passt aber wunderbar zur Musik, eben nicht zu hart, relativ bunt und viel Kraft hinter den Speeren. Ein weiteres Hightlight wäre “Spinning Jenny”, bekannt von den englischen Folk Metal Pionieren Skyclad, bei welchem der Sänger einmal Abstand nimmt vom Eierkneifergesang. Wahrscheinlich stelle ich es wieder einmal schlimmer dar, als es ist, aber ich brauch wohl noch eine ganze Weile, um mich mit dem Gesang anzufreunden. Allen Folk Metal-Liebhabern rate ich auf jeden Fall, in den ein oder anderen Song einmal reinzuhören.

comments powered by Disqus

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging