Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Skeletonwitch: Forever Abomination

Musikalisches Erdbeben, Vulkanausbruch und Orkan im Fegefeuer in einem
Wertung: 10/10
Genre: Black Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 32:07
Release: 07.10.2011
Label: Prosthetic Records

Fast auf den Punkt genau zwei Jahre nach dem Release von „Breathing The Fire“ stehen Skeletonwitch mit dem nun vierten Longplayer „Forever Abomination“ in den Startlöchern. Und kaum sind die an den Gitarrensaiten wundgescheuerten Fingerkuppen wieder verheilt, so liefern sie mit ihrem neuesten Output den wohl stärksten Hassbrocken der Bandgeschichte aus – da wird Hellboy glatt zum Daumen lutschenden Sitzpinkler, der am liebsten wieder zurück durch sein Wurmloch kriechen möchte.

Schon der Opener „This Horrifying Force“ ist eine glatte Offenbarung für alle Black-Thrash-Jünger, ein Riffmassaker, welches wohl erst für Ohrensausen, danach für die Kernschmelze von Paukenhöhle und Trommelfell sorgt, bevor die knackenden Headbangerwirbel eigentlich den Geist aufgeben wollen, sich aber dem infernalischen Rhythmus unterordnen. Knurrmeister Chance hat seine Lehre wohl bei Cerberus endlich abgeschlossen und stellt den teuflischen Meister locker in die lodernden Schatten seines brutzelnden Untergrundgewölbes - eingerahmt von leicht verspielten akustischen Gitarren, die vermeintliche Sicherheit vorgaukeln, bevor dann die Instrumentalfraktion schonungslos zupackt und den armseeligen Hörerkörper in die Knechtschaft des „Forever Abomination“ sendet.

„Reduced To The Failure Of Prayer“ überfällt dann ohne Vorwarnung, ist musikalisches Erdbeben, Vulkanausbruch und Orkan im Fegefeuer in einem. Die Gitarren kommen eine Spur thrashiger als zuvor rüber, die Doublebass wummert die letzten Ideen an andere Musikgenossen aus dem Oberstübchen, Chance knurrt und faucht diabolisch – meine Fresse, da muss man schon ein recht ausgeglichener Mensch sein, um nicht unvermittelt dem Nachbarn die Visage neu zu gestalten.

Wirklich, das geht so weiter, die Gitarrenarbeit trieft nur so vor kleinen technischen Feinheiten, ohne jemals an Brutalität zu verlieren, und selbst wenn sie die Geschwindigkeit zwischendurch wie bei „Of Ash And Torment“ drosseln, kommen sie derart gewaltig, fett symphonisch herüber, dass Skeletonwitch den Kopf für ein rasantes Black-Thrash-Bandsterben herhalten müssen – so legt man kurzweilig neue Maßstäbe und sorgt für weit geöffnete Mäuler, die dann auch schon wieder mit weiteren Riffattacken zu zahnlosen Blutgerinnsel geschlossen werden.

Während „Erased And Forgotten“ in pure Raserei verfällt und dem Blutdurst moderner Zombies einen perfekten Soundtrack zum Schmausen bereitet, so fängt „The Infernal Resurrection“ ja schon fast gemächlich an – für Skeletonwitch-Verhältnisse scheint das schon eine Ballade zu sein, die mittendrin nicht nur extrem symphonisch einen auf dicke Hose macht, sondern auch mal wieder etwas Fahrt aufnimmt und sich in die Phalanx einer ganzen Reihe von Album-Favoriten einreiht.

Wer jetzt die kurze „Atempause“ nicht genutzt hat, wird sich dann wohl endgültig dem Wahnsinn stellen müssen, zermürbt durch das Doublebass-Dauerfeuer, zerlegt und zerschreddert durch die Metzgerkaiser Nate und Scott, klein und nichtig gebrüllt durch den puren Hass eines Monsieur Chance. Skeletonwitch lassen genauso wenig los wie ein tollwütiger Säbelzahntiger – so macht Black-Thrash Spaß und bereitet die Vorfreude auf die blutige Schlundrutsche gen südwärts des Himmels vor.

Skeletonwitch zünden mit „Forever Abomination“ ein Feuerwerk der Black-Thrash-Kunst ab, dagegen können Dimmu Borgir ihren Bombast in die nächste Kaufhaustüte packen und kacken gehen. Wohl selten ist in den letzten Dekaden nach Slayers „Reign In Blood“ eine halbe Stunde dermaßen sinnvoll gefüllt worden. Der Nachteil liegt allein hier beim Punktesystem, denn mickrige zehn Punkte werden diesem Werk einfach nicht gerecht. Und nun, Chance, Nate, Scott, Evan und Dustin, eine Tour muss her, aber zackig, denn soviel Teufelei muss einfach auch auf deutschen Bühnen gefeiert werden.

comments powered by Disqus

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands

Spektakulärer Abend, der kaum zu übertreffen ist

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen