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Six Feet Under: Commandment

Das Album zündet erst ab der Hälfte
Wertung: 6.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 34:32
Release: 20.04.2007
Label: Metal Blade

„Ganz einfach Six Feet Under – die Fans wissen, was sie da erwartet.“

Das sind die Worte eines Chris Barnes im letzten Metal Hammer über das neue Werk „Commandment“. Eigentlich behält der gute Mann Recht, aber es kommt auf den Winkel an, von dem man das Ganze betrachtet. Denn wenn man ein Six Feet Under Album kauft, weiss man zu 70% Prozent, wie es klingen wird. Die restlichen 30% bestehen dann aus vielen Einzelheiten, die das Album dann doch noch vom Vorgänger unterscheiden und dem Album seine Daseinsberechtigung geben. Dieses Mal haben Six Feet Under die 30% irgendwie vergeigt.

Was ich aber ohne zögern sagen kann ist die Tatsache, dass Barnes dieses Mal bei der Produktion ein besseres Ergebnis hervorgezaubert hat. Denn der Vorgänger „13“ klang leider nicht wuchtig, sondern eher etwas matschig, was jedoch nicht bei allen Songs gestört hat. „Commandment“ hat hingegen eine durchgängig klasse Produktion. Der Bass grollt wunderbar, die Leadgitarre (sofern sie mal auftaucht) hebt sich toll ab, Drums klingen klasse und Barnes röhrt wieder aus vollen Lungen. Hier fällt auf, dass er wieder mehr grunzt und weniger Screams einsetzt, was leider auch dazu führt, dass die Vocallines alle recht ähnlich klingen.

Das ist glaube ich auch das Hauptproblem. Wie gesagt klingen Six Feet Under nun nie komplett anders, aber wenn die Riffs sehr simpel waren, so klappten die Vocals wunderbar, weil die Gesangslinie groovte oder kleine Soundexperimente wie Hall, Screams usw. vorhanden waren. Da das hier ziemlich fehlt, lässt das die komplette erste Hälfte des Albums ziemlich unspektakulär an einem vorbeiziehen. Obwohl eigentlich in vielen der Songs wirklich tolle Parts zu finden sind, kann dann der Rest des Songs den Hörer nicht bei der Stange halten.

„Doomsday“ hat einen stampfenden Part, der toll klingt. „Bled To Death“ hat einen wirklich tollen Zwischenpart, der zäh und verträumt klingt, also ein wenig nach Morbid Angel. Aber sonst klingt der Song ziemlich nach dem Hauptriff von „Doomsday“, allerdings wurde hier nicht so dreist geklaut wie bei „Deathklaat“ und „The Art Of Headhunting“ beim Vorgänger.

„Thou Shall Kill“ klingt nach „Doomsday“ wesentlich besser, weil er Anfangs recht flott klingt, aber nach einer Zeit stellt sich auch hier der Standard ein. Dieser Standard zieht sich komplett durch „Zombie Executioner“ und auch „The Edge Of The Hatchet“ kann mich bis auf den groovenden Refrain nicht wirklich begeistern.

Erst mit „Resurrection Of The Rotten“ kommt Six Feet Under endlich mal auf den Punkt. Denn der groovt ordentlich, der Refrain (auch wenn hier ebenfalls nur der Titel gegrunzt wird) rockt wie Sau und auch wenn das Solo sehr kurz ist, passt es wunderbar. Der Groovefaktor reißt dann Gott sei Dank auch nicht bei „As The Blade Turns“ ab, der erste Song, der durchgehend grooven kann, mit einem Refrain, der endlich auch mal nicht nur den Namen des Titels umfasst.

„The Evil Eye“ hat einfach ein klasse Anfangsriff, dass den Song zum Glück bestimmt und ihn damit auch retten kann. Ich mag ihn, aber ohne das Anfangsriff wäre dieser Song leider auch eher Standard. Mit dem folgenden „In A Vacant Grave“ wird „Zombie Executioner“ wieder gutgemacht, denn hier ist der Wechsel von schnellen und groovigen Parts gelungen und das kurze Solo kann das Ganze dann noch veredeln. Das beste Solo allerdings befindet sich im letzten Song „Ghosts Of The Undead“, denn das ist endlich mal lang und melodisch. Leider kann der Rest des Songs nicht dagegen ankommen und das Album endet wie es ist, ohne große Überraschungen.

Man kann Six Feet Under nicht vorwerfen, dass sie die Fans verarschen, sie bringen in regelmäßigen Abständen Alben raus und verwöhnen auch dieses Mal die Fans mit einer dicken Pappbox, in dem sich eine coole Fahne befindet und in limitierter Auflage konnte man das Album bei Metal Blade sogar mit Chris Barnes Wackeldackel bestellen, aber das hilft leider nicht gegen durchschnittliche Songs. Wie gesagt, es kommt auf den Blickwinkel an. Viele fanden „13“ zu experimentell, eigentlich paradox hinsichtlich einer Band wie Six Feet Under, und werden sich freuen, dass sie mit „Commandment“ das kriegen, was sie erwarten. Mir fehlen aber meine 30% Überraschungseffekt, die ich so gern hab.

Fazit: „Commandment“ ist keinesfalls ein schlechtes Album. Nur wenn man wirklicher Six Feet Under Fan ist und den Rest der Alben besitzt, so fehlt es „Commandment“ einfach an Überfliegern. Man mag die Songs, kennt aber bessere. Das Album zündet erst ab der Hälfte und kann dann das Niveau leider nicht halten. Definitiv kein Reinfall, aber auch nichts besonderes. Wahrscheinlich begrüßen es ja auch einige, genau das zu hören, was sie erwartet haben. Und man kann sich ja auch freuen, dass Barnes den Fans keinen vorgelogen hat. Neuankömmlinge werden mit dem Werk „Commandment“ auch keinen großen Bezug zu alten Songs haben und demnach anders urteilen (das ist ja immer so) und können bei meiner Wertung getrost 1 oder 1,5 Punkte draufhauen.

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