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Six Days Of Calm: The Ocean's Lullaby

Mit etwas mehr Tiefe und Düsternis ein wunderbares Debüt
Wertung: 7,5/10
Genre: Instrumental Post-Rock
Spielzeit: 51:40
Release: 06.11.2020
Label: Midsummer Records

Von Metalcore zu Instrumental-Post-Rock mag sich wie ein Schritt über den Grand Canyon anhören, Brücken kann man aber allemal entdecken: Beide Stile vereint die Liebe zur Melodie und der Aufbau von unterschiedlichen Stimmungen. Der ehemalige Watch Them Fade-Songschreiber Marc Fischer lehnt sich also mit seinem neuen Projekt Six Days Of Calm gar nicht mal so weit aus dem Fenster, wie man im ersten Augenblick vermuten könnte.

„The Ocean‘s Lullaby“ wurde das Debüt betitelt und schon der Titel suggeriert ja in erster Linie Ruhe, Entspannung, die Möglichkeit zu sich selbst zu finden – man imaginiert Wellen, die langsam am Strand ausrollen, den weiten Himmel und Sand unter den Füßen. An diese Vorstellung knüpft bereits der starke Opener „Breathe“ an; hier hört man noch menschliche Stimmen im Hintergrund, bald nur noch zu Gemurmel verblasst, wenn der Hörer sich in die Klangwelten fallen lässt und auf perlenden Samples davongetragen wird, hier und da unterbrochen von kleineren Ausreißen nach oben, bald begleitet vom eigenen Herzschlag und treibenden Drums, bevor die musikalische Welle sich an einer Felsformation bricht und man in ungeahnte Höhen aufsteigt.

Kleiner Tipp zwischendurch: „The Ocean‘s Lullaby“ sollte man sich in entsprechender Lautstärke anhören. Nicht so, dass die Nachbarn vom Sofa fallen, aber doch laut genug, um sich von dem Soundgewand umhüllen zu lassen – denn genau das ist es, was hier produziert wird.

Dabei kann es dann auch schon mal zu gewissen Längen kommen, wenn zum Teil enervierend lange auf einem Beat herumgeritten wird („Light“), größtenteils kann „The Ocean‘s Lullaby“ aber vor allem auch durch seine Liebe zum Detail punkten, die sich eben auch nur in einer bestimmten Lautstärke voll entfalten kann. Im über zwölf Minuten langen Monster „Loss“ wird beispielsweise elegant zwischen zarten Electro-Anleihen und gegen Ende recht derben Rockgitarren gependelt, während das mit elf Minuten nur unwesentlich kürzere „Obscure“ seinem Titel entsprechend deutlich düsterer daherkommt und fast schon metallische Auswüchse annimmt, aber gerade mit diesen Abstechern in eher fremde Gefilde einen absolut starken Song markiert.

„The Ocean‘s Lullaby“ ist sicherlich als Debütalbum zu verstehen, das seinen Stil noch nicht hundertprozentig gefunden zu haben scheint, sich aber hörbar auf dem richtigen Weg befindet. Rein instrumental schafft es die Platte auf knapp 51 Minuten Spielzeit verschiedenste emotionale Zustände anzusprechen, die erstaunlicherweise auch von der schieren Länge mancher Songs nicht erschlagen werden. Hübsch aufgemacht ist die Vinylversion dann noch ein zusätzlicher Bonusanreiz, die Scheibe der eigenen Sammlung hinzuzufügen. Etwas düsterer dürfte sich der Sound streckenweise noch ausnehmen, etwas mehr Mut zu Ausreißern beweisen, aber unterm Strich stehen hier sieben hörenswerte Songs auf der Habenseite.

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