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Sirocco: The March Through Crimson Frost

Iren und Geknüppel
Wertung: 6.5/10
Genre: Pagan/Thrash Metal
Spielzeit: 38:1
Release: 01.08.2007
Label: Eigenproduktion

Heidnische Themen verpackt in metallischem Gewand gibt es seit einigen Jahren wie ausgelutschte Riffs im Metalcore – also haufenweise! Die Vertreter von der grünen Insel mit ihren Kobolden und Kleeblättern zeigten bisher aber überwiegend ein gutes Händchen, Bands aus besagtem Genre auf das Festland loszulassen, wie es uns mit Primordial und Mael Mórdha schon kunstvoll bewiesen worden ist. Nun schickt es sich für den gemeinen Iren nicht, sich auf einfachen Pagan Metal-Klischees auszuruhen. Der eine baut ein wenig Doom ein, der andere geht geradewegs auf die Folk-Schiene und der dritte setzt auf düsterklare Atmosphäre. Sirocco geht es da nicht anders. Das Quartett aus dem Süden Irlands, aus Cork, vermischt angesagten Pagan Metal mit traditionellen Thrash Metal-Elementen – und das nicht einmal schlecht.

Als erstes hörte ich von dieser im Jahre 2003 gegründeten Kapelle, als sie einen Beitrag zum Metalmessage Sampler Vol.4 von Markus Eck zusteuerten. Dieser besagte Beitrag war „Forsaken Shores“, der für ein Highlight des Albums darstellte. Dieser Song ist auf dem in 2007 selbstveröffentlichten zweiten Album „The March Through Crimson Frost“ an letzter Position zu finden. Der Silberling bringt es auf nicht ganz 40 Minuten und acht Tracks. Die Aufmachung ist für eine in Eigenregie herausgebrachte Langrille außergewöhnlich gut und verstärkt das Keltenflair. Ein kleines Stirnrunzeln verursacht allerdings das in blau gehaltene Artwork in Verbindung mit dem Albumtitel, welcher übersetzt „Der Marsch durch purpurnen Frost“ lautet.

Das Klimperintro hätte wirklich nicht sein müssen. Der erste richtige Song dagegen geht langsam, aber bestimmt an die Sache ran. Eine Schrammelgitarre und eine Melodiegitarre treffen auf ein klappriges Schlagzeug und einen ziemlich tiefen Bass. So weit, so unspektakulär. Dann ein Schrei und eine kreischende Gitarre – das war der Startschuss für den Thrash-Teil. Im Hintergrund postierter Gesang wirkt lediglich als weiteres Melodieinstrument, welches nur in wenigen Momenten wirklich kratzig rüberkommt. Weiterhin gibt es einige ordentliche Gitarrensoli, aber der letzte Kick fehlt trotzdem.

Nach dem gleichen Muster sind auch die anderen Songs gestrickt, obwohl z.B. „Winter's Solstice“ einen netten Mitgröhlrefrain vorweisen kann und „Forsaken Shores“, das erwähnte Highlight, genanntes Schema eher episch-heroisch verfolgt und den Song auf neun Minuten ausweitet. Hier lässt sich sowohl Variation erkennen, als auch die Symbiose aus Thrash und Pagan Metal. Schade, dass das restliche Album so gleichförmig und austauschbar wirkt.

Fazit: „The March Through Crimson Frost“ soll im März 2008 auch noch über das britische Code7-Label in Kooperation mit Plastic Head herauskommen. Ob es dies wert ist, sei dem Hörer selbst überlassen. Mich kann dieses Pagan-Thrash-Menge mit netten seinen netten Soli, seinem fast einschläfernden Tempo und der raren Gänsehautstimmung leider nur stellenweise überzeugen. Da kamen schon ganz andere Kaliber aus Irland.

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