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Single Mothers: Through A Wall

Gebündelter Zorn
Wertung: 8,5/10
Genre: Post-Hardcore
Spielzeit: 31:46
Release: 26.10.2018
Label: Big Scary Monsters

Ohne großen Vorlauf und ziemlich überraschend kamen die Kanadier Single Mothers mit ihrem Label Big Scary Monsters Anfang September mit der neuen Platte Through A Wall ums Eck, zuerst digital, seit Ende Oktober auch als physische Abrissbirne. Kennt man nur den Vorgänger „Our Pleasure“, der zwar zornig, aber verhältnismäßig poppig daherkam, kann man sich kaum vorstellen, dass Single Mothers als „Post-Hardcore-Schwergewichte“ gehandelt werden. Alles was nicht in dieses Chaos passt, lebt der Fronter Drew Thomson seit neuestem mit seinem Soloprojekt The Drew Thomson Foundation aus – Zorn und Rotz dürfen nun also wieder gebündelt in Single-Mothers-Songs laufen.

Wer sich zumindest zu Beginn der Scheibe noch schwer mit dem Stempel "Post-Hardcore" anfreunden kann, wird spätestens beim massigen "Across The Couch" eines Besseren belehrt: Zwar herrschen hier erstmal fast New-Wave/Post-Punk-mäßige Gitarren vor, Thomsons verzerrtes Gekeife setzt dazu dann aber den optimalen Kontrapunkt und verpasst dem Track einen düsteren Anstrich.

Dass ein Gros der Platte eher bedrückend ausgerichtet ist, kann man schon beim Opener „Marathon“ entnehmen, der mit mächtigen Gitarrenwänden aufwartet, die schon in der ersten Minute eine recht finstere Stimmung heraufbeschwören, die man zumindest nach der „Our Pleasure“-Platte so nicht erwartet hätte. Single Mothers haben also den Überraschungseffekt gleich mal auf ihrer Seite und können so schon im ersten Albumdrittel ordentlich Punkte holen. Punkig-rotzig, aber immer mit einem gewissen Sinn für Melodie und überraschende Tempowechsel kämpft sich die Truppe durch das stolpernde „24/7“ mit seiner genialen Gitarrenspur, den anderthalbminütigen Hardcore-Punk-Treiber „Switch Off“ oder das rasante „Engine“, Verschnaufpausen sucht man da vergebens und eigentlich braucht die ja auch kein Mensch – viel lieber lässt man sich von all dem Zorn und der Geschwindigkeit treiben, die die Kanadier hier abliefern.

Sicherlich der irritierendste, aber irgendwie auch coolste Track ist das 17 Sekunden kurze „-“, das nicht mal einen richtigen Titel bekommen hat, aber in seiner kurzen Spielzeit einen 1A-Metal-Song abgibt und allein deswegen schon auf der Anspieltippliste landen muss. Auch gegen Ende der Scheibe lassen Single Mothers genauso viel Dampf ab wie zu Beginn: „Signs“ entpuppt sich als keifender, wütender Pitbull von einem Song (inklusive eines etwas schüchternen Breakdowns), und auch das finale „Evidence Locker“ lässt trotz seines etwas ausufernden Intros keine Zweifel daran aufkommen, dass der Albumtitel „Through A Wall“ verdammt richtig gewählt wurde. Single Mothers lassen hier sämtliche Wut, Angst und Frustration heraus, die man in eine knappe halbe Stunde packen konnte, stoßen sich ordentlich die Hörner ab und lassen sich zwischendurch gleich nochmal neue wachsen; ob die Band ihren (ursprünglichen) harten Kurs bei der nächsten Veröffentlichung beibehält, bleibt abzuwarten – und zu hoffen.

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