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Simeon Soul Charger: A Trick Of Light

Bislang ausgereifteste und eingängigste Platte der Band
Wertung: 8/10
Genre: Heavy/Psychedelic/Progressive Rock
Spielzeit: 50:45
Release: 30.01.2015
Label: Gentle Art Of Music

Immer wieder heißt es über Simeon Soul Charger, man müsse sie unbedingt live sehen, um die volle Magie dieser Band erfassen zu können. Zwei Alben („Meet Me In The Afterlife“ im Jahre 2011 und 2012 „Harmony Square“) haben die vor einigen Jahren nach Süddeutschland ausgewanderten Amerikaner bislang herausgebracht, die auch ziemlich gut ankamen, doch die Band selbst meint, Fans hätten ihnen selber erzählt, live sei das Quartett noch mal um einiges beeindruckender als auf Platte. Ich persönlich hatte noch nicht das Vergnügen, aber anhand ihres authentischen Sounds und ihrer sympathischen Hippie-Attitüde kann man sich das durchaus vorstellen.

Um auch allen Ahnungslosen in dieser Hinsicht wenigstens eine kleine Vorstellung vom Live-Erlebnis dieser Truppe zu vermitteln, hat man sich dazu entschlossen, die dritte Platte „A Trick Of Light“ einfach live einzuspielen. Eine durchaus konsequente Maßnahme, die in der heutigen Zeit der Rückbesinnung auf die Wurzeln der Rockmusik auch längst nicht mehr ungewöhnlich ist, die aber natürlich auch eine Herausforderung an die Protagonisten stellt.

Da es sich bei den vier Mitgliedern von Simeon Soul Charger jedoch zweifellos um sehr gute Musiker handelt, die eben gerade durch ihre vielen Liveshows viel Erfahrung sammeln konnten, haben sie dieses Vorhaben entsprechend erfolgreich umgesetzt: „A Trick Of Light“ fließt wie aus einem Guss und besitzt noch einen Tick mehr Dynamik als die Vorgänger. Stilistisch bewegt man sich wie gehabt im Terrain zwischen Psychedelic-, Heavy-Rock- und leichten Siebziger-Prog-Anleihen, wobei die Melodien ganz klar im Vordergrund stehen. Gutes Songwriting hat oberste Priorität, in dieser Hinsicht ist mittlerweile eine deutliche Weiterentwicklung zu erkennen, wenn man dagegen mal das Debüt „Meet Me In The Afterlife“ als Vergleich heranzieht.

Interessanterweise hat der Gesamtsound immer noch so einen leichten Schuss Naivität, was einen guten Teil des Charmes dieser Formation ausmacht und sicherlich auch in der weiterhin etwas dünn tönenden Stimme von Frontmann Aaron Brooks begründet liegt. Zwar hört sich sein Organ sehr natürlich an und passt gut zur Musik, ein bisschen mehr Schmackes wünscht man sich aber nach wie vor an der einen oder anderen Stelle.

Dafür kann die Band mit Melodie-Wundertüten wie „Evening Drag“ punkten, das mit seinen wunderschönen Gesangslinien und dem Piano den Zauber später Beatles verbreitet, oder auch „How Do You Peel“, das zwischen Heavy-Rock-Grooves und melancholisch-zerbrechlichen sanfteren Passagen wechselt. Eingeleitet wird die Scheibe vom ebenfalls mit melancholischem Touch versehenen „The Prince Of Wands (A Trick Of Light)“, einem hübschen Softrocker, der sowohl durch Eingängigkeit als auch mittels Atmosphäre überzeugen kann.

Bei Songs wie „Heavy“, der in der Tat sehr hymnenartigen „Worker’s Hymn“ und „Jane (A Bird In Flight)“ wird hingegen eher auf Groove gesetzt, was die Band mindestens genauso gut beherrscht, wenngleich sich bei diesem Material die vielleicht etwas zu dünne Produktion rächt. Hier könnte ähnlich wie beim Gesang ein bisschen mehr Punch nicht schaden. Aber damit ich nicht falsch verstanden werde: Grundsätzlich passt der Sound zur Band und ist mir hundertmal lieber als alle ach so transparenten Plastikproduktionen in dieser Welt.

Songschreiberisch haben die Amis auf jeden Fall ihre bislang ausgereifteste und eingängigste Platte veröffentlicht, auch die beiden völlig unterschiedlichen Instrumentals „Where Do You Hide“ (ruhiger und getragen) und „The Illusionist“ (härter, aber ohne die Melodien außer Acht zu lassen) machen sich sehr gut innerhalb der Tracklist. Ebenso das Cover des Klassikers „I Put A Spell On You“ von Screamin’ Jay Hawkins, der zwar schon unzählige Male gecovert wurde, hier aber so smooth ins Konzept eingebettet wurde, dass man ihn auch für eine Eigenkomposition halten könnte, wüsste man es nicht besser.

Mit dem facettenreichen „Floating Castles“ wird die dritte, wiederum gelungene Full-Length-Veröffentlichung der vier netten Amis würdig beschlossen: Melancholie, schöne Melodien, flottes Riffing, ein starkes Arrangement mit schnelleren und langsameren Sequenzen – hier darf man gerne mal wieder die gute alte Formulierung „hier werden noch mal alle Register gezogen“ hervorkramen. Kein Fan der Sechziger und Siebziger sollte sich „A Trick Of Light“ durch die Lappen gehen lassen. Und wenn man sich es so recht überlegt: Vielleicht sollten Simeon Soul Charger den naiven Charme in ihrem Sound doch beibehalten, man hat sich inzwischen daran gewöhnt.

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