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Silverlane: My Inner Demon

Sorgt für viel Freude, aber was ist mit der Spielfreude?
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Power Metal
Spielzeit: 49:17
Release: 20.02.2009
Label: Drakkar Records

Silverlane melden sich mit dem ersten per Label veröffentlichten Album zurück. Die Band um Subway to Sally-Drummer Simon Michael frönt hier seinem Faible für zünftigen deutschen Power / Melodic Metal der Marke Gamma Ray, Helloween oder auch Edguy. Dieses inzwischen doch schon ein wenig überfüllte Genre kann man nur mit richtigen Highlights knacken. Ob dies bei Silverlane mit „My Inner Demon“ gelingt, prognostiziere ich hier.

Mit „Wings Of Eternity“ eröffnet die Band mit ihrem ersten zügigen Kracher. Kräftig hämmert man sich nach vorne und zeigt, dass man richtig energiegeladen an die Sache geht. Ecki Singer überzeugt mit seiner wirklich guten Stimme, die irgendwie auch ein gemäßigteres Flair von Kai Hansen versprüht, welches mir sehr gut gefällt. Trotz des exzellenten Drummings von Simon Michael und dem präzisen Bassspiel von Daniel Saffer achtet man auf packende Gitarrenläufe, welche unter zwar recht dichten, aber nie störenden Keyboardklängen richtiggehend hervorstechen. Das macht Spaß.

„Miracle“ versucht, das Begonnene weiterzuführen, wenngleich es hier ein wenig düsterer und rauer voran geht. Nicht ganz so eingängig, aber trotzdem mit richtig guten Genen. Das mehr als nur gelungene Gitarrenspiel von Uli Holzermer und Chris Alexander sorgt für richtig gute Stimmung. Hört euch einfach mal das Solo an; Da gibt`s nichts zu mäkeln.

„The Flight Of Icarus“ ist dann schönerweise kein Cover des Iron Maiden-Klassikers, auch wenn deshalb ein anderer Songname besser gewesen wäre. Schön abwechslungsreich geht es zu, da wird das Tempo raus genommen, um kurze Zeit später wieder treibend nach vorne zu preschen. Der starke Einstieg mit Bass und Schlagzeug und dem passenden Gesang ist richtig stark geraten. Irgendwie schimmern hier sogar die alten Heavens Gate durch. Aber eins wird immer deutlicher: Ecki Singer hat zwar ein richtiges Goldkehlchen, aber genau das, was Bands wie Gamma Ray oder Helloweeen ausmacht, fehlt leider auf diesem Album. Bei den genannten Bands hatte man bei ihren guten Platten immer das Gefühl, der Sänger hätte die Texte mit einem megafetten Grinsen eingesungen. Dies scheint hier definitiv nicht der Fall gewesen zu sein. Und das nimmt einiges an Potenzial. 

„The Taste Of Sin“ geht etwas bedächtiger vor. Toll klingen die Arrangements mit Dodos Keyboards, mehrstimmigem Backgroundgesang und dem Refrain. Hier kommt richtig Stimmung auf.
Der Titelsong ist dann deutlich rauer geraten. Etwas weniger Geschmeidigkeit und das Ganze geht in eine deutlich rockigere Richtung. Schön, wie der Gesang leicht kratzig rüberkommt, das herrlich emulierte Klavier drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern begleitet gefällig die Gitarren. Sehr, sehr stark. Zumal so auch ein wenig mehr eigener Stallgeruch den Weg in die Nase findet.

Natürlich wird es dann Zeit für die erste Ballade: „Tears Of Pain“. Leute, holt die Taschentücher raus, eure holden Frauen werden sie benötigen. Hier kann man sehen, dass es sich wahrlich nicht um irgendwelche Möchtegernmusiker handelt, denn auch das balladeske Spielfeld wird aus dem Eff Eff beherrscht. Mit fettem Sound drücken Silverlane hier auf die Tränendüse - und das richtig gut.

„In The Desert“ sorgt für einleitende Stimmung für das nächste Juwel des Albums: „Kingdom Of Sand“. Man spürt quasi, wie die Band beherzt durch den heißen Wüstensand stampft, ganz nach dem Motto: Aufgepasst, hier kommt Silverlane! 

„Kingdom Of Sand“ wird mit orientalischem Flair eingeleitet, bevor man dann kräftig rockend in die Vollen geht. Man stampft quasi durch heißen Wüstensand und stellt klar: Hier kommen Silverlane. Dodos Keyboards halten sich etwas mehr zurück und die Musik bekommt an den geeigneten Stellen mehr Luft zum Atmen. Der Refrain brennt sich recht schnell in der Hirnrinde ein und sorgt für viel Hymnencharakter. 

Mit gewaltigem Keyboardeinsatz führt Silverlane den Hörer zu Beginn aufs Glatteis, denn hier wird das Tempo eher wieder ein wenig angezogen. Bei „Full Moon“ findet man starke Rhythmusarbeit und gelungene Gitarren, die aber dennoch nicht verbergen können, dass es sich hier nicht um einen weiteren Höhepunkt des Albums handelt. Die doppelten Vocals bei Minute drei wirken seltsam eingefügt und mindern den sonst tadellosen Sound.

„Serenade Of Wind“ ist ein weiteres Intro, wie auch schon „In The Desert“. Ein gehöriger Filmmusiktouch und der nahtlose Übergang sorgen für gesteigerte Spannung.
„The Dark Storm“ hört sich aber ein wenig lau an. Man meint, die Melodien schon häufiger gehört zu haben. Zu gewöhnlich und unspektakulär kommt der Chorus daher, auch wenn der wie auf Langspielplatte zerknackte Part für eine kleine Überraschung sorgt.

Als Abschluss eine zuckersüße Ballade zu servieren, gerät oftmals wie der bekannte Tritt ins Fettnäpfchen. Die variable Stimme von Ecki Singer sorgt für wohlige Stimmung, die Keyboards sorgen für einen bestimmten, aber trotzdem tuftig-weichen Untergrund. Eine sehr melancholische Angelegenheit, die vom Abschied handelt, aber auch vom Warten auf ein erneutes Wiedersehen.

Fazit: Ein musikalisch wirklich großes Werk. Auch wenn es mal melancholischere Texte gibt, läßt der wenig vor Spielfreude strotzende, aber ansonsten sehr gute Gesang, die Freude an der Musik etwas verblassen. Da ich die Band während der Lordi-Tour auch livehaftig begutachten konnte, weiß ich leider, dass dies auch auf der Bühne dargestellt wird. Hier steckt eine musikalisch perfekte, absolut routinierte Band zusammen, die sehr viel Potenzial hat. Leider bewegt man sich zu sehr auf bereits bekannten Pfaden großer musikalischer Vorbilder. Der Mangel an Sangesfreude auf der anderen Seite sorgt dafür, dass eine Höchstwertung nicht zur Diskussion steht. Trotzdem steckt noch sehr viel Potenzial in der Band.

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