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Silverdollar: Morte

Richtige Glanzpunkte, epische Momente, reichlich Kurzweil
Wertung: 8/10
Genre: Doom/ Power/ Heavy Metal
Spielzeit: 54:21
Release: 19.08.2011
Label: Massacre Records

Drängen eigentlich genauso viele deutsche Bands auf den Schwedenmarkt wie schwedische Combos versuchen, hier zu landen? Es vergeht kaum eine Woche, kaum ein Tag, dass nicht wieder ein Newcomer aus Stockholm oder wie hier bei Silverdollar aus Nyköping in der Szenenübersicht auftaucht und sich auch fern der Heimatbasis etablieren will. Dabei sind diese Schweden gar nicht so neu wie es den Anschein hat, denn nach etlichen (und erfolgreichen Jahren) als Coverband (bestens belegt durch die in Eigenregie veröffentlichte CD „Covers From Hell“ mit Songs von u.a. DIO, W.A.S.P. oder auch Ozzy Osbourne) arbeiteten sie dann doch an einer Scheibe mit Eigenanteil und brachten „Evil Never Sleeps“ 2007 via Shark Records zu den Konsumenten.

Mit „Morte“ legen Silverdollar nun also ihr nächstes (zweites?) Werk vor, wofür sie auch gleich einen Deal bei Massacre Records an Land ziehen konnten. Stilistisch ist dabei dieses Quartett gar nicht mal so leicht einzuordnen, denn von Doom bis Power Metal haben die Jungs gleich alles auf dem Silberling verbraten, ohne aber ziellos durch den Metaldschungel zu irren.

Auch wenn das Intro zu „CO2“ durch einen Sprecher übernommen wird und mehr als eine Minute dauert, kommt eher Vorfreude denn Langeweile auf und der anschließende Doom-Stampfer sorgt schnell für erste Begeisterungsstürme. Silverdollar sind natürlich nicht die einzige Band, die sich dieser Stilmittel bedienen, doch die Kombination aus fett drückenden Gitarren und dem enorm ausdrucksstarken Gesang von Esa Englund sorgen so für einen äußerst gelungen Einstand. Die Keys schweben dabei angenehm im Hintergrund, kurz vor Schluss sorgen lange und gelungene Gitarrensoli für Kurzweil – mehr als sieben Minuten werden so zu einem verdaulichen Happen und mutieren nicht zum Ohrenbalast.

Mit dem anschließenden „Damage Done“ zeigen sie sich dann von ihrer powermetallischen Seite und dürften sich so schnell in die Herzen der Fans von Hammerfall und Co. spielen. Mitsingbarer Refrain, ein Keyboardteppich, der abermals eher für eine epische Hintergrundkulisse sorgt und sich nicht in den Vordergrund schwurbelt, ein schon tausend Mal gehörtes Riff, aber so frisch gespielt, als wenn es gerade neu erfunden wurde und vor allem ein Stimme, die von klaren bis aggressiven Gesang alles drauf hat – manchmal muss man halt nicht das Rad neu erfinden, um Spaß zu machen.

Voll auf die Zwölf zocken Silverdollar mit ihren „Raging Eyes“ und zeigen so nochmals ein neues Gesicht. Zwar ist die Gesangslinie eindeutig schon woanders aufgetaucht, doch auch nach zig Runden macht sich das Original nicht bemerkbar – das ist aber auch gleich, denn dieses Riffmonster gehört zu den „must have“-Headbangerstücken.

Immer wenn Silverdollar die Gitarren ordentlich braten lassen, machen sie auch richtig Spaß. Aber sie können außerdem mit dem eher balladesken „Eternal Glory“ Punkte sammeln, welches behäbig durch die Digitalspuren stampft und mit einem fetten Refrain ausgestattet ist. Auch das Gitarrensolo gehört nicht zu den schlechtesten, die Keys drängen sich erst kurz vor Schluss in den Vordergrund und halten sich weiterhin auffallend und angenehm zurück.

Fazit: Natürlich haben die Schweden Silverdollar nicht die Innovation mit den Suppenkellen gefressen, aber ihre frische Melange aus Doom und Power Metal, die richtig tolle Gitarrenarbeit, das im Hintergrund für einige epische Momente sorgende Keyboard und vor allem das Sangestalent Esa machen Spaß und versüßen jedem Fan von Hammerfall, Sonata Arctica oder auch Jag Panzer die nächsten fast 55 Minuten. Nein, man muss nicht immer die irrwitzigsten Neuerfindungen einbinden, um den Hebel auf „Erfolg“ umzustellen. Silverdollar haben mit etlichen Refrains richtige Glanzpunkte vorzuweisen, da müsste der Teufel doch eher an Ohrenkrebs eingehen, wenn sich „Morte“ nicht in einige Silbermünzen umwandeln lässt.

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