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Silver Fist: Tears Of Blood

Das volle Programm - Metal in Reinkultur
Wertung: 6.5/10
Genre: Heavy Metal, Power Metal
Spielzeit: 50:15
Release: 13.07.2007
Label: Avispa

Auf nichts anderes als auf Heavy/Power Metal hätte ich bei Silver Fist getippt, ohne auch nur eine Note gehört zu haben. Vom Bandnamen über das Bandlogo bis hin zum aktuellen Cover…hier wird Stahl geatmet…ohne Kompromisse. Der geneigte Genrefan kann jetzt schon aufhören zu lesen und seine Geldbörse zücken. Wer doch noch mit sich hadert, dem seien die weiterführenden Zeilen meinerseits empfohlen.

Hervorgegangen aus der ehemaligen spanischen Kultband Muro (mir vollkommen unbekannt), flitzen Silver Fist bereits seit Ende 2002 durch ihr sonnengetränktes Heimatland. Dabei haben sie sich mit den bisher veröffentlichten zwei Alben in ihrer Heimatsprache ausgetobt.

Doch da das ja oft einer internationalen Karriere im Wege steht, liegt jetzt das eigentliche zweite Album „Lagrimas De Sangre“ in englischer Sprache vor und wurde gleich kurzerhand in „Tears Of Blood“ übersetzt. Und da wir schon mal bei der Sprache sind…die englische Aussprache des Sängers ist stellenweise recht lustig anzuhören. An der Phrasierung der Texte zu den einzelnen Songs lässt sich wohl am ehesten ausmachen, dass das Album mal in einer anderen Sprache komponiert wurde. Aber die kruden Stellen halten sich zum Glück in Grenzen.

Geboten wird also, wie oben schon geschrieben, Metal in der Schnittmenge zwischen Power und Heavy. Das Ganze verpackt in einem Sound, der sich wirklich sehen lassen kann. Einzig die extrem getriggerte Basedrum geht mir nach einer Weile wirklich auf den Zünder. In punkto Gesang lassen es die Spanier eher deftig krachen als „liebreizend“ zu zirpen. Das Organ des Sängers sitzt irgendwo zwischen Grave Digger, Paragon, Rebellion und Sabaton.

Absolut genial finde ich die eingestreuten Chorpassagen, wo eine Dame (glaube ich jedenfalls) in beschwörend morbider Art und Weise die Stimmung verdunkelt. Passiert nicht oft, doch genau das gibt dem Album eine direkte Wiedererkennungsnote. Definitiv zu hören ist das Angesprochene im Opener „The Fear“. Nach einem kurzen Pianointro knallt ein fetter Midtemposong durch die Lauschwindungen. Dazu ein Refrain, der sich auch gleich an den Außenwänden der angesprochenen Windungen festklammert und fertig ist ein perfekter Einstand nach Maß.

Das nächste Highlight lässt in Form von „Martyr“ auch nicht lange auf sich warten. Wenn ich wetten würde, würde ich mein Geld darauf verwetten, dass der Song eine echte Livegranate werden könnte oder es im spanischen Original bereits ist. „I Still Believe In You“ ist die Powerballade, die auf keinem Album dieses Genres fehlen darf. Hier gibt es Herzschmerz vom feinsten, hirnzerreibende Melodien und ein absolutes Hitpotential. Ich bin ja nicht so der Balladenfan, doch hier gibt von mir ein zustimmendes Nicken. Setzen, Note eins plus.

Der Rest des Albums pendelt zwischen powerndem Midtempo, dem ein oder anderen Thrashausflüg oder getragenem Pathos hin und her. Hinten ran wurde noch eine Coverversion von Accepts „Balls To The Wall“ gepappt. Naja, den Song können wirklich nur komplette Deppen versauen. Und da das Silver Fist nicht sind, meistern sie das Cover ganz lässig.

Fazit: Silver Fist bieten dem geneigten Hörer das volle Programm Metal in Reinkultur. Das steht so fest wie das Amen in der Kirche. Fest steht jedoch auch, dass sie damit nicht an den Thronen der ganz Großen sägen. Dafür klingt zu vieles noch nach Stangenware und dafür lässt auch die Spannung zu schnell nach. Solide sind die Spanier, ohne Frage. Doch das gewisse Etwas fehlt mir, auch wenn ich Genrefreunden empfehle, in „Tears of Blood“ unbedingt mal reinzuhören.

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