Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Silentium: Amortean

Neues aus Finnland
Wertung: 7.5/10
Genre: Symphonic, Gothic Metal
Spielzeit: 50:28
Release: 20.02.2009
Label: Dynamic Arts Records

Silentium ist eine female-fronted Metal-Band aus Finnland, welche 1995 gegründet wurde. Nach einigen Besetzungsänderungen scheint sich nun, mit Ankunft von Sängerin Riina Rinkinen, welche seit dem Vorgängeralbum „Seducia“ dabei ist, etwas Stabilität gefunden zu haben.

Die Band spielt eine Mischung aus Gothic und Symphonic Metal. Hier wird wohl bei vielen der Name Nightwish sofort ins Gedächtnis springen und man muss zugeben, dass klangmäßig schon eine Ähnlichkeit besteht. Jedoch nur, was die Verwendung von orchestralen Elementen betrifft. Allerdings kommen Silentium qualitativ noch nicht an die Genrevorbilder heran. Man setzt bei „Amortean“ weiterhin auf eingängige Melodien, relativ bombastische Intros, geradlinige Strukturen und atmosphärische, melancholische, getragene, volle Klänge. Gesanglich bewegt sich Sängerin Riina, jedoch nicht in klassischen Gefilden. Ihre Stimme ist etwas tiefer und rockiger ausgelegt.

Die orchestralen Elemente bekommt man schon beim Opener „Leave The Fallen Behind“ geboten. Schon beim Intro schallen einem sogleich Streicher und Bläser entgegen. Neben dem sehr vollen Klang versucht man hier jedoch auch kleine Akzente zu setzen, wie dezente Akustikklänge im Hintergrund, Breaks, eingestreute Keyboardklänge, Paukensoli und chorartige Passagen. 

Nach dem sehr bombastischen Intro geht die Musik jedoch in eine leicht andere Richtung. Die Orchesterparts sind nicht mehr ganz so häufig zu vernehmen, meist nur noch in den Refrains, dafür tritt die Band stärker in den Vordergrund.

Ein Charakteristikum dieses Sextetts scheint bei einem sehr dynamischen Aufbau der Songs zu liegen. Nimmt man zum Beispiel einmal den Track „A Knife In The Dark“ so beginnt er zuerst ruhig und langsam mit der Akustikgitarre. Mit Einsetzen von E-Gitarre, Drums und Bass baut sich das Stück zum ersten Mal auf, wirkt aber dennoch sehr getragen und gipfelt in einem Gitarre-Solo. Danach ist erst einmal Pause, man hört nichts, außer einzelne Töne der Akustikgitarre, welche sich dann aber erneut langsam steigern, während die einzelnen Bandmitglieder wieder einsetzen und am dynamischen Höhepunkt enden. Ähnliche Aufbauten mit zu-/abnehmender Dynamik, dem Wechsel zwischen ruhigen und langsamen Passagen, findet man häufig. Besonders auffällig ist es aber bei „The Fallen Ones With You Tonight“, welches mit neun Minuten zu den längeren Stücken zählt und klar auf Keyboard und Piano setzt, dem balladesken „My Broken Angel“, „The Cradle Of Nameless“ und „La Fin Du Monde“.

Wie schon zu Anfang gesagt, sind die Vocals eher etwas tiefer gehalten und erinnern and The Gathering oder eine Anette Olzon mit tieferer Stimme. Jedoch erscheint mir die Stimmgewalt von Riina an manchen Stellen im Kontrast zur Musik etwas schwächer. Zuweilen fügte man noch ein paar Growls ein, wie bei „Embrace The Storm“ oder Riina erhält männliche Unterstützung wie bei „My Broken Angel. 

Fazit: Silentium liefern mit „Amortean“ ein gutes Werk ab. Sie spielen eingängigen atmosphärischen Symphonic Metal mit Wiedererkennungswert, der auch qualitativ gut dargeboten wird. Jedoch wünscht man sich zu Weilen etwas mehr Kreativität, Individualität und Mut zum Risiko. Die Musik plätschert manchmal mehr dahin, als dass sie den Höher wirklich fesseln und mitreißen kann. Leider bietet die Band nicht mehr als viele andere in diesem Genre, was schade ist, denn bei „Seducia“ haben sie eindeutig mehr gezeigt. Trotz allem ist handwerklich wirklich alles super, wenn man auch jetzt noch nicht qualitativ mit den Genregrößen mithalten kann, sollte man auf die Entwicklung der Band achten, denn gut Ding will schließlich Weile haben.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna