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Silent Voices: Building Up The Apathy

Mucke mit Köpfchen
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Progressive Metal
Spielzeit: 59:55
Release: 22.02.2006
Label: Low Frequency Records

Es ist manchmal schon kurios, welche Musiker sich zusammenfinden. Bei Silent Voices könnte man meinen, dass es eine gecastete Band ist oder ein Projekt, da die Formation aus Leuten von Sonata Arctica, Requiem und Sentiment besteht. Dieser Gedanke jedoch wird abrupt verworfen, wenn klar wird, dass die Finnen ihr mittlerweile drittes Album aufgenommen haben und die Bandgeschichte bis ins Jahr 1995 zurückgeht, als Timo (Gitarre) und Pasi Kauppinen (Bass) mit Jukka-Pekka Koivisto (Schlagzeug) und Henrik Klingenberg (Keyboard) das Fundament der Silent Voice’schen Existenz legten.

Mit den Aufnahmen zu "Building Up The Apathy" wurde ein weiterer Schritt ins Gefilde des Progressiven gemacht, von welchem sie zwar schon seit ihrer Gründung beeinflusst werden (Dream Theater und Rush werden als Haupteinflüsse genannt), ihn aber bisweilen nicht derart ausgereift performen konnten.

Auf diesem Longplayer allerdings präsentieren uns die Finnen eine wunderbare Mischung aus melodiösem Metal und progressiven Elementen. So haben alle Songs der Scheibe Überlänge und bieten teils Rhythmus- und Tempowechsel der Sorte Petrucci. Im Vergleich zu "Infernal" ist das gesamte Klanggewand moderner und auch auf eine bestimmte Art und Weise beeindruckender.

Anstatt die ganze Zeit Progressives dominieren zu lassen, wird sich die meiste Zeit auf Metal-Riffs verlassen, die von sanft bis aggressiv, von melancholisch bis fröhlich reichen. Jeder Song hat derart viele Facetten und Episoden instrumentaler Virtuosität, dass eine Analyse der einzelnen Songs völlig fehl am Platze wäre, denn damit würde man nur das Gesamtbild zerstören.

Widmen wir uns also den einzelnen Instrumenten: Der Gesang kann als eine Mischung aus James LaBrie, Bruce Dickinson und etwas Bono bezeichnet werden. Die Gitarre stellt hier die Basis der musikalischen Mannigfaltigkeit dar - sie spielt, wie schon beschrieben, größtenteils Metal-Riffs in Kombination mit Rhythmus- und Tempowechseln. Hinzu kommt noch, dass sich der Gitarrist, hinterlegt mit Keyboardsounds, zu den passendsten Momenten ein Solo aus den Finger saugen kann.

Auch das Schlagzeug lässt einen deutlich merken: Hier wird Metal produziert. Das Keyboard ist nicht zu aufdringlich, wird genau richtig eingesetzt und macht die Songs keinesfalls zu irgendwelchen Kirmestracks. Der Viersaiter spielt, wie gewohnt, die meiste Zeit im Hintergrund, kommt jedoch aus diesem hervor, wenn es gut ins Arrangement passt. Normalerweise findet das Textliche nur selten Erwähnung in meinen Reviews, doch im Fall "Building Up The Apathy" ist es zwingend notwendig, die gut durchdachten, teilweise metaphorischen, teilweise direkten, partiell gesellschaftskritischen Lyrics hervorzuheben.

Irgendwann sollte jeder Mensch anfangen, über seine Umwelt zu reflektieren und sich Themen, wie der Distribution und Rezeption von Informationen widmen. Wer dazu nicht in der Lage ist, der darf diese CD als Gehhilfe für Gedankenfluss benutzen.

Es ist schade, dass man nicht schon vorher was von dieser Band gehört hat. Diese CD ist auf jeden Fall einen Kauf wert und mit einer Länge von fast einer Stunde eine echte Rarität auf dem aktuellen Musikmarkt.

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