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SikTh: Opacities

Wiederauferstanden - und so stark wie eh und je
Wertung: 10/10
Genre: Mathcore, Progressive
Spielzeit: 27:42
Release: 04.12.2015
Label: Peaceville

Im Jahr 2000 gegründet, haben die englischen Mathcore-Spezialisten von SikTh bis zu ihrer Auflösung acht Jahre später zwei Alben auf den Markt gebracht. Gerade das wilde Debüt „The Trees Are Dead & Dried Out... Wait for Something Wild“ kann man dabei getrost als rundum gelungenen Schatz des Genres beschreiben, den sich Freunde der extremen Klänge nicht entgehen lassen sollten. Da der letzte Output des Sextetts aus dem Jahr 2006 stammt, haben es die Engländer leider nie auf The-Pit.de geschafft, ein Manko, das dank der neuen EP „Opacities“ nun behoben ist.

Eingangs der Einfachheit halber als Mathcore zusammengefasst, ist der tatsächliche Stil des Sextetts ein wilder Mix aus Progressive Metal, Hardcore, einem Funken Jazz und eben Mathcore, der sich jedweder klaren Kategorisierung störrisch widersetzt. Zwar sind die vier Instrumentalisten allesamt absolute Könner, das deutlichste Erkennungsmerkmal der Gruppierung sind aber die beiden Sänger, die mit ihrem konstanten Wechsel zwischen wütenden Shouts, tiefen Growls, Sprech- und melodischem Klargesang jede der sechs Nummern zu einer absoluten Achterbahnfahrt machen. Angemessen zusammenzufassen, was in musikalischer Hinsicht auf der knapp halbstündigen EP passiert, würde zwar den Rahmen sprengen, ein paar Einblicke gibt es aber natürlich trotzdem:

Den Anfang macht „Behind The Doors“, bei dem die Briten gleich eine massive Soundwand aufbauen, sich wütend von Refrain zu Refrain schreien und neben harten Breakdowns in der Mitte eine absolute Gänsehaut-Bridge abliefern. Die vorab erschienene Single „Philistine Philosophies“ schlägt dann in die gleiche Kerbe, fällt allerdings noch eine Spur verschachtelter aus, bietet ein absolut grandioses Finale und stellt auch lyrisch ein klares Highlight da – die Eingangszeile „We saw the golden age, digitally decay“ weist den Weg.

Nach dem ähnlich stark ausfallenden „Under The Weeping Moon“ geht es mit „Tokyo Lights“ dann in eine komplett andere Richtung. Die anderthalbminütige Nummer ist im Grunde ein emotional vorgetragenes Gedicht über Hoffnung, Träume und innere Leere, dass sich konzeptionell perfekt in das Mini-Album einfügt.

Gegen Ende wird es dann etwas melodischer. So wirkt „Walking Shadows“ trotz extrem harten Parts und einer wilden Bridge schon etwas ruhiger, während „Days Are Dreamed“ die melodische Schlussballade darstellt, bei der SikTh in gewohnt melancholischer Manier und mit schöner Bassarbeit im Hintergrund ihren bis hierhin wohl ruhigsten Song abliefern.

Insgesamt sind SikTh allem Anschein nach über die Jahre ein wenig melodischer geworden. Der einzigartigen Faszination der Band tut dies allerdings keinen Abbruch – ganz im Gegenteil. SikTh waren schon früher etwas ganz Besonderes und zeigen mit ihrer neuen EP, dass sie weder an Qualität noch an Originalität eingebüßt haben. Wer auf Djent, Mathcore oder extremen Progressive Metal steht, gehaltvolle Songtexte begrüßt und nicht ignoriert, oder einfach auf einer halbstündigen musikalischen und emotionalen Achterbahnfahrt die individuellen Scheuklappen ein wenig zur Seite schieben will, der kommt an dieser Platte nicht vorbei.

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