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Sights & Sounds: No Virtue

Nicht Fisch, nicht Fleisch und nur wenige überzeugende Songs
Wertung: 6,5/10
Genre: Alternative Rock, Punkrock, Crossover
Spielzeit: 41:01
Release: 11.10.2019
Label: Munich Warehouse/Static Era

Als Fan der Kanadier Sights & Sounds hat man es augenscheinlich alles andere als leicht. Das Side-Project des Comeback Kid-Fronters Andrew Neufeld hat zwar mit der selbst betitelten Debüt-EP 2007 und der 2009er Debüt-Full-Length „Monolith“ zwei Veröffentlichungen kurz aufeinander folgen lassen, danach war aber erst mal Ruhe im Karton. Erst 2019 konnte die Truppe mit dem vorliegenden „No Virtue“ eine neue Langrille vorlegen – zehn Jahre Wartezeit kann man sich heutzutage kaum leisten, die Kanadier bringen aber von Haus aus eine ausgesprochen geduldige Fanbase mit.

Das muss sie auch sein, sei es in Bezug auf lange Wartezeiten zwischen den Veröffentlichungen, aber auch was den doch überraschend wilden Genre-Mix auf „No Virtue“ angeht: Klar, wir befinden uns hier größtenteils im Punkrock- und Alternative-Rock-Bereich, immer mal wieder scheinen aber auch Achtziger-Wave-Anleihen durch („Resurface“) und die Band als „non-metal“ zu bezeichnen, wie auf einigen amerikanischen Websites zu lesen ist, kann man sich spätestens ab dem brutal guten „Serpentine“ auch nicht mehr erlauben; durch seinen stampfenden Rhythmus, seine teils progressiven Arrangements und die kompromisslose Aggression erinnert der Track nämlich schon im ersten Durchlauf deutlich an Kollegen wie Strapping Young Lad.

Gleichzeitig bieten die Kanadier aber auch elektronisch-poppige Tracks wie „Undertow“ an, die jetzt keineswegs schlecht daherkommen, aber nicht so recht in den Kontext des Albums passen wollen und eher zum Drüberskippen animieren. Songs wie „Takes And Takes“ taugen dann auch eher zum Radiohit, erinnern ein bisschen an Bands wie The Atari, sind aber doch ein ganzes Stück von Punk oder auch nur Alternative Rock entfernt. Sieht man gerade diesen Song aber außerhalb des Albums und der damit verbundenen Erwartungen, steht auch „Takes And Takes“ ganz gut da und hat sich einen Platz auf der Anspieltippliste verdient. „Ride“ fällt dann wahrscheinlich eher in die Kategorie der Songs, die Fans der Band sich wünschen, gerät aber auch deutlich zu soft und angestrengt.

Schade, denn nach dem schwachen Einstand mit dem unsäglichen Titelsong und dem eher schrägen, aber irgendwie coolen „Resurface“ hatte man sich mit dem bärenstarken „Serpentine“ schon wieder Hoffnung gemacht. So ist „No Virtue“ aber weder Fisch noch Fleisch, sondern ein Mischmasch an Genres, der stellenweise erstaunlich tanzbar, stellenweise aber auch einfach nur peinlich klingt (hier muss ich leider nochmals den Titelsong anführen…). Ohne den Vergleich mit den beiden Vorgängerveröffentlichungen zu haben, kann sich „No Virtue“ als alleinstehendes Album leider nicht im oberen Zählerfeld einpendeln. Auch nach mehreren Durchläufen hat sich der rote Faden noch nicht so recht entknotet – vielleicht können Fans der Band mehr mit dem Album anfangen.

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