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Sieges Even: Paramount

Sehr emotional und mitreißend
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Metal , Rock
Spielzeit: 61:48
Release: 21.09.2007
Label: InsideOut Music GmbH

Eingängig, ja, man möchte schon fast das verwöhnte Wort “poppig” verwenden, präsentieren sich Sieges Even auf ihrer neuen CD “Paramount”. Dem einen oder anderen leidenschaftlichen ProgMetal/Rock Hörer wird bei dieser Aussage vermutlich etwas flau im Magen, aber um gleich etwas zu beruhigen: Das spielerische Können der Jungs ist immer noch vorhanden und als wirklich geradlinig kann man die Songs dann doch nicht bezeichnen.

Allerdings ist dies meist beim ersten Hören noch nicht in der Stärke zu entdecken und die Feinheiten der einzelnen Songs eröffnen sich einem erst nach mehrmaligem Hören.

Trotzdem hat man sich noch weiter vom ursprünglichen Progressive Metal entfernt als bei dem 2004 erschienenen Werk „The Art Of Navigating By The Stars“ nach der Wiedervereinigung der Band.

Der Opener „When Alpha And Omega Collide“ präsentiert sich stellenweise noch sehr rockig, auch wenn der Gesang Arno Menses weit mehr im Vordergrund steht als man hier bisher gewohnt war.

Das folgende „Tidal“ ist dagegen gerade im Refrain schon zum Mitsummen geeignet, auch wenn man zwischendrin immer wieder über das Können der Musiker staunen darf. Insbesondere Markus Steffen an der Gitarre ist hier für die Erinnerung an den progressiven Part der Band zuständig. Viele der spielerischen Feinheiten erkennt man erst nach mehrmaligen Hören des Tracks, beziehungsweise eigentlich des gesamten Albums.

Der Kitschfaktor wird dann bei der Ballade „Eyes Wide Open“ doch etwas überzogen und ich habe automatisch die Assoziation von in der Luft geschwenkten Feuerzeugen. Der hauptsächlich vom Gesang getragene Song erzeugt zwar durchaus Atmosphäre, aber irgendwie wirkt er doch übertrieben und man wartet nur darauf, dass man wieder etwas mehr von den Musikern hören darf als nur vom Gesang.

Mit „Duende“ gelingt es den Musikern, alles zu verschmelzen, was „Paramount“ ausmacht: Chöre, viel Gesang, Einsatz sowohl von Akustik- als auch verzerrter Gitarre, Metalriffs und doch eine gehörige Portion des erwarteten „Gefrickels“. Für mich einer der interessantesten (und rockigsten) Songs des Albums.

Nach dem erdigen „Duende“ wirkt „Bridge To The Divine“ mit einigen elektronischen Klangeinflüssen geradezu leichtfüßig und verspielt. Da wirkt auch auf jeden Fall der „Dab-dab-dab-da-da“- Gesang mit über den sich natürlich streiten lässt.

Mit „Mounting Castles In The Blood Red Sky“ bewegt man sich auch gleich noch zu einer politischen Aussage, indem man in den (rein instrumentalen Track) Samples der berühmten Rede „I have a dream“ von Martin Luther King einbaut. Um genau zu sein ist der Song eher um diese Rede aufgebaut als umgekehrt.

Wer jetzt noch auf die alten Anklänge von Jazz gewartet hat, der wird auch nicht enttäuscht, denn im Titeltrack, der zugleich den Abschluss des Albums bildet, findet man noch ein Saxophonsolo, dass auch in keiner Weise unpassend wirkt.

Fazit: So erschreckt man vielleicht auch beim ersten Hören der CD war, so sehr revidiert man seine Meinung später. Auch wenn es keine unendlich verschachtelten Songs mehr sind, so ist es Sieges Even doch gelungen, ein sehr emotionales und mitreißendes Album zu kreieren, dessen Raffinessen sich erst nach mehrmaligem Hören auftun.

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