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Sideburn: #EIGHT

Solider Hardrock mit kleinen Schwächen
Wertung: 7/10
Genre: Rock, Hard Rock
Spielzeit: 49:10
Release: 05.05.2017
Label: Fastball Music

Zum 20-jährigen Bandjubiläum wird das achte Studioalbum schlicht und ergreifend "#Eight" betitelt. Die Schweizer Hardrocker Sideburn (CH) sind lange im Geschäft.

Bereits als Support von Motörhead machten sie eine gute Figur. Schlechte Bands hatten Lemmy und seine Jungs aber auch nie mit im Gepäck. Dabei dürften wohl viele Fans einiges an Anregungen und Inspiration von den Motörhead-Shows mit nach Hause gebracht haben.

Aber wer sich damals mit Sideburn beschäftigte, war vermutlich von den Studioaufnahmen der Band eher enttäuscht. Nein, das war nicht schlecht, aber sie schafften es eben nicht, den guten Eindruck, den sie live machen, zu bestätigen.

Auch das neue Album der Schweizer hat das Gefühl von damals vertieft: das Material bewegt sich irgendwo zwischen den Landsleuten von Krokus, zwischen AC/DC, Airbourne, ZZ-Top und die Scheibe reizt den Fuß hin und wieder zum Mitwippen. Aber es reizt nur ein bisschen, der finale Kick bleibt aus.

Woran liegt das? Böse Zungen würden vielleicht behaupten: "Das ist 08/15 Hard Rock". Soweit möchte man allerdings nicht gehen, aber insgesamt erscheinen Sideburn tatsächlich ein wenig uninspiriert und zu glatt eingespielt. In den Arsch getreten fühlt man sich durch ihre Musik jedenfalls nicht wirklich. Schade eigentlich, denn erstklassige Ansätze sind, wie gesagt, vorhanden.

Da sind in erster Linie die handwerklichen Aspekte zu nennen: Die Jungs beherrschen ihre Instrumente aus dem Effeff. Kunststück, man ist über 30 Jahre im Geschäft. "Turn Away" klingt dann auch ein bisschen wie eine Reminiszenz an frühe Jahre, als man unter dem Namen Genocide noch mehr dem klassischen Heavy Metal frönte. Der Titel geht fast in die Hair-Glam-Metal-Richtung. Überhaupt sind die Songs sehr abwechslungsreich. "All The While" wechselt sich als typische Rocknummer in AC/DC-Manier mit dem bluesigem Material wie "Driving On The Main Line" ab.

Auch das Songwriting erhebt sich über jeden Zweifel. Die Songs sind allesamt einwandfreier Hard Rock mit eingängigen Refrains und Party-/Mitgröl-Qualität. Dabei ist "Call Me A Doctor" zu nennen. Das ist in den Augen des Rezensenten besser, als das was die eine oder andere Genregröße abliefert. Doch, doch, das rockt zwischendurch schon nett ("Give Me A Sign"), aber es kommt auch immer mal wieder ein wenig Langeweile auf, wenn man sich beispielsweise "Save Your Soul" anhört.

Deutlich wird der Eindruck gerade auch bei der einzigen Coverversion auf "#Eight": Dass Sideburn vom Motörheads "No Class" mal besser die Finger gelassen hätten, kann man so wirklich nicht sagen. Aber obwohl sich auch hier gerade Sänger Roland Pierrehumbert mächtig ins Zeug legt, kann man nicht behaupten, dass das einem vom Hocker reißt. Fazit: Der Vergleich mit Airbourne drängt sich für mich zwischendurch immer mal wieder auf.

Um es klar zu sagen: Sideburn haben die besseren Songs, Airbourne treten mehr in den Arsch.

Die Schweizer sind eine Band, die live richtig Spaß macht. Aber ihre Energie, die sie auf der Bühne an den Tag legen, geht auf Konserve zu einem großen Teil verloren. Schade eigentlich, dennoch gibt es aufgrund der guten Songs 7 von 10 Punkten von mir.



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