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Sick Of It All: Based On A True Story

Endgenialer New-York-City-Hardcore
Wertung: 9.5/10
Genre: Hardcore
Spielzeit: 33:21
Release: 16.04.2010
Label: Century Media

Sick Of It All liefern seit fast 25 Jahren verlässlich ein gutes Album nach dem anderen ab und auch ihr aktueller Longplayer „Based On A True Story“ macht da keine Ausnahme. Bei diesem Album verlassen sie sich auf das, was schon immer funktioniert hat: Guter Hardcore gemischt mit Metal und Punk, dazu grandiose Texte, in denen die Band nicht müde wird, die Gesellschaft zu kritisieren, menschliches Theater unter die Lupe zu nehmen und Statements abzugeben, Major Label-tauglich, aber nicht langweilig.

Produziert wurde das Werk von Tue Madsen, dessen Liste der Auftraggeber unendlich lang ist und der auch dem Vorgängeralbum „Death To Tyrants“ schon ordentlich Druck verpasst hat.

Schon der Opener „Death Or Jail“ macht klar, dass Sick Of It All nach wie vor Hardcore sind, denn diese Nummer lässt kaum Zeit zum Luft holen und enthält alle Elemente, die man braucht: schnelle Gitarren, Gangshouts und eine riesengroße Portion Koller-Stimme, die einem ins Gehör knallt und nie wieder raus will. Daran schließen sich „The Divide“ und „Dominated“ lückenlos an. Lou brüllt sich die Seele aus dem Leib und die Titel bieten fette Refrains zum Mitgröhlen.

„A Month Of Sundays“ hat dann schon mehr punkige Einflüsse und ist eine Hardcore-Punk-Nummer allererster Güte. Noch dazu ist dieser Song eine Liebeserklärung an die Hardcore-Gemeinde, in dem Kollegen wie Murphy`s Law oder der berühmte und kultige (mittlerweile geschlossene) New Yorker Club CBGBs Erwähnung finden.

Der krasse Gegensatz dazu ist „Bent Outta Shape“ – kurz und knackig gibt’s bei diesem Titel wieder voll in die Fresse und dürfte für jeden Old-School-Hardcore-Fan ein Fest sein. Koller und Kollegen brauchen hier keine zwei Minuten, um mal wieder eindrucksvoll zu zeigen, wer im Hardcore-Himmel das Sagen hat.

„Lowest Common Denominator“ und „Good Cop“ sind dann wieder sehr eingängige Nummern mit Refrains, die man sich gut merken kann. Zudem haben beide Titel kritische Texte. Das ist auch so eine Sache, die bei Sick Of It All auffällt. Sie verstehen es, gute Texte zu schreiben, die im Vergleich zu anderen Hardcore-Bands fast lyrisch wirken. So bringen sie meistens nicht wirklich auf den Punkt, was sie sagen wollen, sondern lassen genug Spielraum für eigene Interpretationen.

„Waiting For The Day“ ist erneut eine sehr punkige Nummer, die man nicht mehr aus dem Ohr kriegt, wenn man sie einmal gehört hat. Zumal der anschließende Song „Long As She`s Standing“ wieder eher in die typischere Hardcore-Richtung geht, wenn auch mit melodischerem Refrain.

Richtig begnadete Hardcore-Nummern sind „Nobody Rules“ und „Dirty Money“. Krasse Gitarren, schneller Rhythmus, fesselnde Refrains und Lyrics gegen das System. Kollers Stimme ist und bleibt einfach eine der besten, die es unter den Hardcore-Bands gibt. Er brüllt immer genug Wut raus, lässt aber auch melodischere Parts nie kitschig oder weniger verärgert wirken - das gefällt.   

„Based On A True Story“ ist also ein weiteres Meisterwerk der Jungs von der amerikanischen Ostküste. Sie haben wieder eine exzellente Mischung aus „immer mitten in die Fresse rein“ und melodischen Songs gefunden. Was man den Jungs nach all den Jahren unbedingt lassen muss, ist, dass sie immer noch frisch und aktuell klingen – auch wenn sie ihren Stil seit geraumer Weile kaum geändert haben. Sie verärgern ihre Fans nicht mit eventuellen Experimenten, sondern machen das, was sie einfach gut können: endgenialen New York City Hardcore!

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