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Siamese Fighting Fish: Siamese Fighting Fish

Eine Alternative-EP mit enormem Potenzial
Wertung: 9/10
Genre: Alternative, Metal, Experimental
Spielzeit: 17:14
Release: 25.12.2009
Label: Imbue Records

Stellt euch Folgendes vor: Eine Mischung aus den chaotischen Klangteppichen von System Of A Down, einer Stimme, die sich irgendwo zwischen dem Wahnsinn eines Daron Malakian (Scars On Broadway) und der Melodiösität eines Myles Kennedy (Alter Bridge) bewegt, und einer musikalischen Fragilität, die ihresgleichen sucht.

Die kreativen Köpfe der Combo Siamese Fighting Fish, kurz SIFIFI, vereinen all das und noch mehr auf ihrer ersten EP. Gegründet hat sich das dänische Sextett schon 2007, bisher kamen sie allerdings kaum über die Grenzen ihres Heimatlandes hinaus. Nicht nur, dass Sänger Mirza Radonjica hörbare Elemente aus seiner Heimat, dem Balkan, mit einfließen lässt, die Jungs haben neben der Standard-Instrumentierung – zwei Gitarren, ein Bass, ein Schlagwerk – mit Jonas Klitgaard auch einen Violinisten am Start. Gründe gibt es also wahrlich genug, um SIFIFI nach dem ersten, leicht verstörenden Durchlauf noch eine zweite Chance zu geben.

„K.I.T.T. And The Heroic Villians“ gibt ganz klar die Richtung der übrigen Songs vor: Die beiden Gitarristen Rasmus und Andreas treiben sich gegenseitig mit ihrem hektischen Spiel an, Mirza vollbringt gleichzeitig das Kunststück, mit seinem klaren Gesang und den eingestreuten, sehr gelungenen Shouts wie mindestens vier verschiedene Sänger zu klingen. Vor allem bei den höheren Passagen kann man eindeutige Ähnlichkeiten mit dem Alter Bridge-Sänger Myles Kennedy nicht von der Hand weisen, der Gesang passt aber immer hundertprozentig zu den Instrumentals der Band.

Der im Internet mehrfach erwähnte Vergleich mit den Rock-Göttern Deftones macht erst bei „D.(e):A.D“ einigermaßen Sinn, wo ähnlich manische und sphärische Instrumentals zum Einsatz kommen, wie sie auch von Gitarrero Stephen Carpenter und Keyboarder Frank Delgado des Öfteren aus dem Ärmel geschüttelt werden. Ein wenig britisch anmutender Alternative Rock klingt bei „Chronicle of Lovers“ durch, Mirza liefert gesanglich eine fast schon Gothic Metal-hafte Performance ab, die aber sehr gut zur Musik passt. Der Refrain hat – vermutlich unbeabsichtigt – eine sehr erheiternde Wirkung, da der Sänger hier in seine Muttersprache verfällt, bevor der Song in bester System Of A Down-Manier völlig manisch weiter vorwärts prescht.

„The Day Me And My Friend Quit Dietcoke“ erinnert zwar rein vom lustigen Titel her an diverse Core-Bands, hat damit aber ansonsten sehr wenig zu tun: Hier kommt endlich auch die Violine zum Vorschein; vermischt mit sphärisch anmutenden Gitarren klingt der Song eher nach Indietronic à la Trifonic, denn nach Alternative Metal, erst recht, als der chaotische Refrain mit einer elektronischen Klangwand einsetzt, die einen wortwörtlich vom Sessel pustet. Ein absolut genialer Schlussakt!

Siamese Fighting Fish sind nicht umsonst von MTV dazu auserkoren worden, mit den Chaoten von Scars On Broadway die Bühnen unsicher zu machen: Ihre Musik ist chaotisch, zerbrechlich, ergreifend und gnadenlos; alles gleichzeitig und meist sogar alles in nur einem Song. Die sechs Dänen verstehen ihr Handwerk, greifen direkt nach den Herzen ihrer Hörer und drehen sie einmal herum – zurück bleibt die Vorfreude auf das kommende Album, das im August 2010 erscheinen soll.

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